WSOP 2018: Erwartungen, Tendenzen, Prognosen!

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Am 29. Mai startet die diesjährige World Series of Poker (WSOP). Seit der ersten WSOP im Jahr 1970 hat sich diese große Pokerevent-Reihe immer wieder verwandelt und als weltweit bedeutendstes Ereignis der Pokerszene zeigt sie oft Tendenzen, die die Szene in den kommenden Jahren beeinflussen. Keine Frage: Die WSOP setzt Akzente. Auch 2018. Was erwartet die Pokerfreunde in diesem Jahr? Welche Tendenzen zeichnen sich ab? Prognosen sind natürlich nicht einfach und sie können immer falsch sein. Dieser Artikel wagt dennoch einige.

Die Online-Welt gewinnt weiter an Bedeutung
Die Vernetzung zwischen online und offline gewinnt weiter an Bedeutung. Während der WSOP 2018 wird es vier Online-Events geben und damit eins mehr als 2017. Bei insgesamt 78 Events der diesjährigen World Series of Poker ist das natürlich weiterhin relativ wenig. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass das Internet bei der WSOP immer präsenter wird.

Viele Top-Spieler haben ihre Karriere mittlerweile im Onlinepoker begonnen. Unvergessen ist Chris Moneymaker, der sich die Teilnahme an der WSOP 2003 online erspielt hat und dann das Main-Event gewinnen konnte. Moneymaker hat damals einen wahren Boom beim Onlinepoker ausgelöst. Beendet ist dieser Boom bis heute nicht. Anfänger können auf Poker-Plattformen wie 888poker.com, dem offiziellen Sponsor der WSOP 2018, Poker lernen. Und dann kann es auch schon losgehen: Viele spielen dort auf Dauer ausschließlich aus Spaß. Einige gehen irgendwann darüber hinaus. Manche weit darüber hinaus.

Die wachsende Bedeutung des Internets zeigt sich aber nicht alleine bei den Poker-Events, sondern auch beim Rahmenprogramm. Im Pavilion-Room des Rio Convention Centers wird das Unternehmen UMG Media Corp. eine eSports Bühne einrichten. Hier garantieren Games wie Fortnite, FIFA oder Madden NFL Abwechslung für die SpielerInnen.

Gewinnt eine Frau das Main Event? Noch nicht.
Vielleicht handelt es sich bei dieser Prognose um einen Irrtum. Es wäre schön. Und es wäre vielleicht an der Zeit. Bisher hat nämlich noch keine Frau das Main Event der WSOP gewonnen. Ein wenig, aber wirklich nur ein wenig anders sieht es bei der WSOP Europe aus. Hier gewann im ersten Jahr (2007) die Norwegerin Annette Obrestad. Seither gab es aber auch bei der europäischen Variante der WSOP nur männliche Sieger. Das liegt mit Sicherheit nicht daran, dass Frauen grundsätzlich schlechter pokern können als Männer.

Die häufig von Männern dominierte Pokerwelt macht es den Frauen vielleicht einfach relativ schwer? Diese These wird vom Buch „Black Widow Poker“ der Pokerspielerin Sia Laytas gestützt. In ihm beschreibt sich Sia Layta als eine Frau, die bereits mehrfach von männlichen Spielern gemobbt worden ist. Und sie gibt Frauen Tipps, wie sie sich in der von Männern dominierten Pokerwelt behaupten können. Es gibt übrigens Gerüchte, dass Sia Layta bei der WSOP 2018 – als Mann verkleidet – am Main Event teilnimmt. Möglicherweise entpuppt sich der diesjährige Gewinner dann im Nachhinein als Frau?

Für solch einen Fall soll Seth Palansky, Sprecher der WSOP, bereits gewarnt haben, dass eine derartige Maskerade zur Disqualifikation führen würde. Vielleicht gewinnt aber auch eine als Frau antretende Frau das diesjährige Main Event? Vielleicht. Dieser Artikel wagt dennoch die Prognose, dass es dieses Jahr noch nicht so weit ist.

Aber auf Dauer wird sich die Präsenz von Frauen bei den WSOP weiter erhöhen und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis eine Frau selbst beim Main Event am Ende als Siegerin dasteht. Oder? 2009 vertrat Pokerspielerin Sandra Naujoks in einem Interview mit dem Magazin Spiegel die Ansicht, dass Poker nie ein Spiel für Frauen sein werde, obwohl sie möglicherweise durchaus besser Poker spielen. Irrt sie? Vielleicht. Wahrscheinlich?

Ein Highlight nach dem Highlight
Das Main Event ist natürlich – der Name verrät es – das Hauptevent der WSOP. Das gilt 2018 wie 2017. Und 2016. Und … Aber es finden in diesem Jahr Pokerevents nach dem Main Event statt und zwar nicht nur kleine. So gibt es beispielsweise das Turnier $1.000.000 Big One for One Drop High Roller ganz am Ende im Terminplan der WSOP 2018. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass dieses Event für einen fantastischen Abschluss der WSOP sorgt.

Andererseits bleibt abzuwarten, ob sich die Veranstalter mit der Sache wirklich einen Gefallen tun. Vielleicht sinkt die Spannung mit Ende des Main Events rapide ab? Dann würde eventuell ein gutes Turnier darunter leiden, zu einem falschen Zeitpunkt stattzufinden. Wird es so sein? Hier möchte dieser Artikel keine Prognose wagen. Vielleicht aber seine LeserInnen?

Player of the Year: Es gibt wieder Kritik.
Im letzten Jahr gab es einige Kritik für die Vergabe des Player of the Year Awards. Das lag einerseits an dem Spieler, der den Titel gewann: Chris Ferguson (Spitzname: Jesus). Nicht wenige werfen Ferguson noch immer vor, als Vorstandsmitglied von Full Tilt Poker einst Menschen um ihr Geld betrogen zu haben. Ob dem so war, lässt sich hier aber nicht klären. Und es soll hier auch kein Thema sein.

Andererseits kritisierte man damals die Formel, mit der der Player of the Year 2017 ermittelt wurde. Moniert wurde unter anderem, dass die Punktevergabe für einen Min-Cash zu hoch war. Als Min-Cash bezeichnet man den kleinstmöglichen Gewinn bei einem Pokerspiel. Darüber hinaus sei das Verhältnis der Punkte für einen Sieg und der Punkte für den Min-Cash zu unterschiedlich gewesen, hieß es in der Kritik weiter. Dieses Verhältnis konnte 2017 bei 3,25 zu 1, aber auch bei 8,6 zu 1 liegen. In diesem Jahr soll es dagegen immer 20:1 sein.

Wahrscheinlich wird es auch in diesem Jahr Kritik daran geben, wie der Player of the Year ermittelt wird. Warum? Weil es immer irgendwen gibt, der irgendeine Kritik äußert. Aber es könnte gut sein, dass die Kritik in diesem Jahr leiser ausfällt. Und was Chris Ferguson angeht: Er wäre im letzten Jahr auch nach Berechnungen mit der neuen Formel Spieler des Jahres geworden. Alles Andere – es wurde bereits erwähnt – ist hier kein Thema.

2018 gibt es mehr TeilnehmerInnen als 2017
Mit 78 offiziellen Gold Bracelet Events wird es bei der WSOP 2018 vier Events mehr geben als 2017. Am Schluss dieses Artikels steht deshalb die Prognose, dass auch die Zahl der TeilnehmerInnen höher als die von 2017 liegen wird, ohne dabei den Rekord von 2006 zu brechen. 2017 kamen 7.221 TeilnehmerInnen. Der bisherige Rekord liegt bei 8.773 TeilnehmerInnen. Und 2018? Warten wir ab, ob die hier geäußerte Prognose stimmt.

Was immer passiert. Es wird spannend. Es wird gut.
Jede einzelne der hier vorgestellten Prognosen kann falsch sein. Ob sie es ist, wird sich während der WSOP 2018 oder danach herausstellen. Was bereits jetzt völlig gewiss ist, sind andere Dinge: Auch die WSOP 2018 wird wieder Helden küren. Es wird jede Menge spannender Geschichten geben: über große Siege und ebenso große Niederlagen, über Leidenschaft, Ehrgeiz und Coolness im richtigen Moment. Die WSOP ist ein Highlight für SpielerInnen und für all diejenigen, die ihnen zuschauen. Sie ist ein bisschen so wie eine spannende Serie im TV. Nur live. Und besser. Viel besser. zuschauen. Sie ist ein bisschen so wie eine spannende Serie im TV. Nur live. Und besser. Viel besser.

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