Aktien als Altersvorsorge – macht das Sinn?

0

Ob das traditionelle Sparbuch, das Festgeld-Konto oder die klassische Er- und Ablebensversicherung – die Renditen sind aufgrund der Niedrigzinspolitik entweder negativ oder derart gering, sodass viele Anleger nach Alternativen suchen. Vor allem auch deshalb, weil in den kommenden Jahren keine Veränderung erwartet werden darf. Wer also sein Vermögen nicht mit klassischen Veranlagungen vernichten will, der muss definitiv neue Wege gehen.

Immer mehr Finanzexperten empfehlen Aktien

Ein solcher Weg könnte den Anleger etwa an die Börse führen. Vor Jahren noch gefürchtet, werden Aktien heutzutage immer wieder von Finanzexperten empfohlen, wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau geht. Die letzten Jahrzehnte haben nämlich eindrucksvoll bewiesen, dass all jene Anleger profitieren, die einen langen Atem hatten. Selbst extreme Kursverluste konnten über mehrere Jahre ausgeglichen und wieder in einen Gewinn verwandelt werden. Sind Aktien also mitunter gar nicht so gefährlich, wie das gerne verkauft wird?

Fakt ist: Aktien sind gefährlich, sofern man ohne Informationen an die Sache rangeht, einen recht kurzen Anlagehorizont hat und mitunter noch Tipps und Tricks ignoriert. Wer nämlich keinen Wert auf Diversifikation legt, zudem noch in fragwürdige Unternehmen (Stichwort: Pennystocks) investiert oder mitunter alles auf eine Karte setzt, der muss sich bewusst sein, dass die Chancen gut stehen, am Ende richtig viel Geld zu verlieren. Anders hingegen, wenn man in mehrere Unternehmen investiert, die in unterschiedlichen Branchen und Ländern beheimatet sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass durch etwaige Krisen oder Unsicherheiten ein Totalverlust eintritt, ist nämlich bei einer breiten Streuung gering.

Kann man mit Aktieninvestments die Rentenlücke schließen?

Doch lohnen sich Aktien tatsächlich als Altersvorsorge? Folgt man einer Studie des Deutschen Aktieninstitutes (kurz: DAI), so eignen sich Aktien sehr wohl, wenn die sogenannte Rentenlücke geschlossen werden soll, die tatsächlich immer größer wird. „Aktien sind ein extrem empfehlenswertes Anlageinstrument, weil sie, zumindest auf lange Sicht gesehen, sehr hohe Renditen abwerfen“, so Friedrich von Metzler, der ehemalige Chef des Bankhauses Metzler. Die Studie des DAI beweist, dass Aktien, die sich im Leitindex DAX 30 befanden, in den letzten 30 Jahren eine Rendite von durchschnittlich 10 Prozent/Jahr erzielten.

Natürlich können Aktienrenditen über zwölf Monate schon einmal zwischen +100 Prozent und -60 Prozent schwanken, jedoch pendelt sich der Wert ein, wenn er über mehrere Jahre hinweg beobachtet wird. Bei einer 30 Jahre langen Betrachtung liegt man etwa zwischen +13 Prozent und -6 Prozent. Die Deutschen sollten also in Aktien investieren – nicht ständig in Immobilien. Denn einerseits haben die Immobilienpreise Ausmaße erreicht, die schon fast nach einer Korrektur schreien, andererseits muss laufend in das Objekt investiert werden, damit dieses den Wert halten kann. Wer nämlich kein Geld in die Hand nimmt und die Immobilie regelmäßig renoviert oder saniert, wird nach 30 oder 40 Jahren ein Gebäude besitzen, das in Wahrheit abgerissen werden muss.

Anleger müssen die Ruhe bewahren

Auch Christine Bortenlänger, Leiterin des Vorstands des DAI, ist überzeugt, dass man mit Aktien für das Alter vorsorgen kann. Während nämlich viele Lebensversicherungen kaum noch gewinnbringende Verträge anbieten, kann man mit Aktien sehr wohl einen Gewinn um die 10 Prozent/Jahr machen. Aber nur dann, wenn man einen langfristigen Anlagehorizont verfolgt und auch in stürmischen Zeiten die Ruhe bewahrt.

Denn Krisen und Abstürze sind immer möglich; zu sehen, dass das Depot dann immer mehr an Wert verliert, mag beunruhigend sein, wobei die letzten Jahre und Jahrzehnte gezeigt haben, dass Verluste problemlos wieder aufgeholt werden können, sofern die Anleger geduldig bleiben.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.