„Das Urlaubsfeeling ist noch da“

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TRIER. Am 2. Mai wurde Michael Cornelius, Geschäftsleiter der Filiale von Sinn&Leffers in Trier zum neuen Vorsitzenden der City-Initiative gewählt. Wir stellen den neuen Chef der CIT im Interview vor. Außerdem gibt der 40-Jährige im Interview mit Willi Rausch Einblick in die Planungen und Vorhaben der Händlervereinigung unserer Stadt.

Von rund 180 Mitgliedsbetrieben der CIT waren bei der Hauptversammlung nur 47 Stimmberechtigte anwesend. Eine enttäuschende Resonanz für Sie?

Cornelius: Es wird etliche Mitglieder geben, die aus wichtigen persönlichen Gründen nicht anwesend sein konnten. Ich bin da ganz pragmatisch, und sage: Die Wichtigsten waren da.

Sie sind mit überwältigender Mehrheit gewählt worden. Was hat Sie dazu bewogen, sich für dieses Amt zu bewerben?

Cornelius: Das habe ich gar nicht getan. Ich bin gefragt worden, ob ich mir vorstellen kann, das zu machen. In alleiniger Verantwortung für mich, hätte ich spontan „ja“ gesagt. Da dieses Ehrenamt mit einem nicht unerheblichen Zeitaufwand verbunden ist, der das Privat- und Berufsleben beeinflusst, habe ich die Thematik natürlich mit meiner Familie und meinem Arbeitgeber besprochen. Als beide Seiten zustimmten, war klar, dass ich kandidiere.

Sie sind in Bochum geboren und aufgewachsen, ein Kind des Ruhrgebiets. Seit 2010 leiten sie das Haus ihres Unternehmens in Trier. Sind Sie schon hier angekommen?

Cornelius: Absolut. Es ging natürlich nicht von heute auf morgen, sondern war ein Prozess, in den natürlich auch die Familie eingebunden war. Jetzt kann ich sagen: Nicht nur ich, sondern wir, meine Frau und unsere beiden Söhne und ich, sind hier heimisch geworden. Aber auch jetzt haben wir oft noch so ein richtiges Urlaubsfeeling – komplett in positivem Sinn.

Sie wohnen nicht in Trier, sondern in Ayl. Eine bewusste Entscheidung? Und wenn ja, warum?

Cornelius: Ich muss abkürzen. Wir hatten unser Haus in Witten, wo wir zuletzt wohnten, verkauft, und mussten bis zum 1. August geräumt haben. Drei Monate blieben uns, um hier ein neues Zuhause zu finden. Nicht einfach, wenn nur der Sonntag bleibt, um Objekte zu besichtigen. Nach einigem Hin und Her stand ich in Ayl, sah das Haus und wusste: Das ist es. Meine Familie war derselben Meinung.

Zurück zur CIT. Ein großes Anliegen der Händler und Gastronomen sind mehr verkaufsoffene Sonntage. Gibt es Signale aus Mainz, dass es in Zukunft mehr als vier geben könnte?

Cornelius: Die Antwort, die wir bekommen haben, ist die, dass es beim Status Quo bleibt. Auch eine Öffnung an einem Sonntag im Dezember, das heißt im Advent, wird es vorerst nicht geben.

Es gibt sogar Bestrebungen der Grünen, die in Rheinland-Pfalz ja der Regierung angehören, die verkaufsoffenen Sonntage gänzlich zu kippen. Was würde das bedeuten?

Cornelius: Zunächst einmal hoffen wir natürlich, dass es nicht dazu kommt. Die Auswirkungen wären sicherlich unterschiedlich. Wir Händler leben mit der Historie und der Zukunft. Je nachdem, wer was im Portfolio hat, würde sich das von geringfügig bis bedeutsam auswirken.

Wie wichtig ist der Zusammenschluss von Handel, Gastronomie und Freiberuflern in einer Organisation wie der City-Initiative?

Cornelius: Es kommt nicht von ungefähr, dass inzwischen alle Oberzentren solche Gemeinschaften haben, egal wie sie nun heißen. Das Motto lautet: Gemeinsam sind wir stark. Dazu gehört sogar, dass miteinander konkurrierende Betriebe, partiell an einem Strang ziehen. Wichtig ist der permanente Austausch, wer welche Bedürfnisse hat und daraus Lösungen zu entwickeln, von denen möglichst viele profitieren. Fest steht jedenfalls, dass wir in einer starken Gruppe besser wahrgenommen werden und mehr bewirken können.

Es gab in der Vergangenheit das Event „Verkaufsoffene Nacht“. Kann ein solches Ereignis ein Comeback erfahren.

Cornelius: Wir sind für Ideen offen. Bevor wir aber in die konkrete Planung von Ereignissen gleich welcher Art gehen, müssen wir alles Mögliche abklopfen. Wer will mitmachen, welchen Beitrag leisten, wie kann man Aktionen besonders attraktiv gestalten usw. Und bei allen Aktivitäten, die außerhalb normaler Geschäftszeiten liegen, müssen wir natürlich auch die Betriebsräte hören.

Welche Ziele haben Sie sich auf Ihre persönliche Agenda geschrieben?

Cornelius: Jeder von uns im Vorstand wird Denkanstöße geben. Deshalb ist es ja auch so positiv zu sehen, dass wir so breit aufgestellt sind. Wir kommen ja aus ganz unterschiedlichen Betätigungsfeldern. Und das ist gut so. Wir werden im Juni die erste große Zusammenkunft haben. Und der will ich nicht vorgreifen.

Sie kommen aus einem Ballungsraum mit mehreren Millionen Einwohnern. Was macht das vergleichsweise kleine Trier als Einkaufsstadt und Wohnort so attraktiv?

Cornelius: Was den Einkauf angeht, ist es der wunderbare Mix aus inhabergeführten Geschäften, Filialisten und Großflächenanbietern, die einen sehr hohen Servicegrad garantieren. Und diese gewachsene Struktur findet der Kunde in einer Stadt mit so vielen Kulturdenkmälern und Sehenswürdigkeiten. Ich kenne etliche Städte, durch die man am liebsten nur laufen würde. Trier ist eine Stadt, die zum Bummeln, zum Schlendern verführt. Ob zur Entspannung oder zum Einkaufen. Dasselbe gilt für die Region. Deshalb fühlen wir uns hier oft noch wie im Urlaub. Und mit diesem Feeling sind wir sicher nicht allein.

Herr Cornelius, lokalo dankt Ihnen für dieses Gespräch.

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