RÖMERSTROM Gladiators verlieren Spiel 4 und beenden die Saison

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TRIER. Das war’s. Die RÖMERSTROM Gladiators Trier verlieren Spiel 4 gegen die Crailsheim Merlins mit 75:97 und müssen sich damit in der gesamten Serie mit 3:1 geschlagen geben. Die Gladiatoren beenden ihre Saison aber erhobenen Hauptes nach einem intensiven und starken Halbfinale.

Am Ende steht die gesamte Arena und zollt einer Mannschaft Tribut, die bis zum letzten Moment alles gegeben hat. Und auch einem Headcoach, der in drei Jahren einem Traditionsstandort im deutschen Basketball wieder Herz und Hoffnung gegeben hat. Als Marco van den Berg nach Spielende im Mittelkreis kniet und seine Tochter umarmt, ist das ein Bild, dass in die Trierer Basketballgeschichte eingeht. Zuvor hatten seine Gladiatoren erneut alles gegeben, sich aber einer, vor allem in der zweiten Hälfte, starken Crailsheimer Mannschaft geschlagen geben müssen.

Die RÖMERSTROM Gladiators begannen erneut gut. Headcoach van den Berg und Assistent Christian Held hatten für die Partie taktische Änderungen angekündigt und eingehalten. Statt der Match-up-Zone aus den drei vorangegangenen Spielen, begegneten die Trierer den Gästen nun mit einer Mann-Mann-Verteidigung. Ein probates Mittel, wie die ersten Minuten zeigten. Zwar wirkten beide Teams ob der Bedeutung dieses Spiels nervös, doch die RÖMERSTROM Gladiators waren die ersten, die dieses Gefühl überwinden konnten. Vor allem Center Justin Alston war gut aufgelegt und konnte sich inside das ein oder andere Mal gut durchsetzen. Nach den Dreiern von Simon Schmitz (11:6) und Kyle Dranginis (14:8) stand die voll besetzte Arena Trier mit 5098 Zuschauern Kopf. Das Spiel wogte nun hin und her. Trier gab den Ton an, doch Crailsheim ließ sich kaum abschütteln. Folgerichtig ging es mit einem knappen 26:23 in die Viertelpause.

Der zweite Spielabschnitt begann ähnlich wie der erste. Die Gladiatoren gaben das Tempo vor und Crailsheim reagierte gut. Zusammen mit der Stimmung in der Arena war das ein Halbfinalwürdiges Duell auf Augenhöhe. Beide Fanlager brachten einen ohrenbetäubenden Lärm in die Halle – Das war Werbung für den Basketball im Allgemeinen auf allerhöchstem Niveau. Die RÖMERSTROM Gladiators spielten ihre Angriffe nun deutlich souveräner zu Ende als noch in Spiel 3 in Crailsheim. Zwischenzeitlich bedeutete das sogar eine sieben Punkte Führung (40:33) nach einem Korbleger von Routinier Jermaine Bucknor. Doch wieder schafften es die Merlins, sich mit Geduld heran zu spielen. Zur Halbzeit führten die Gladiatoren dennoch knapp mit 42:40.

Nach der Pause wollten es die RÖMERSTROM Gladiators wissen und attackierten intensiv den gegnerischen Korb. Und auch in der Verteidigung versuchten sie die Gäste nun mit einem zusätzlichen Plus an Aggressivität aus dem Rhythmus zu bringen. Doch die Zauberer ließen sich davon nicht beeindrucken. Zwar hielt Trier bis Mitte des dritten Viertels die knappe Führung, doch Crailsheim konnte immer wieder wichtige Nadelstiche setzen. So zum Beispiel wichtige Dreier von Frank Turner (48:47) und Michael Cuffee (50:50). Das Spiel war jetzt vollends offen. Denn die Gastgeber konnten ihrerseits auch das ein oder andere Big Play setzen. So zum Beispiel der stark aufgelegte Simon Schmitz per Dreier. Mitte des dritten Viertels kam es dann zur Schlüsselszene des Spiels.

Nach einem Block-Versuch von Kyle Dranginis entschieden die Schiedsrichter auf Foul des Amerikaners. Weil die Bank der Gastgeber dagegen protestierte, bekamen sie oben drein ein technisches Foul. Da die Gäste alle folgenden Freiwürfe (einen für das T, zwei für das Foul) versenkten und dazu auch noch den Dreier im anschließenden Play trafen, zogen sie mit sechs Punkten aus einer Szene davon (58:62). Diese Aktion brachte Trier aus dem Konzept. Vorne wollte jetzt kaum noch etwas fallen und in der Verteidigung machten sie es den Merlins das ein oder andere Mal zu einfach. Man merkte den Gladiatoren nun auch die Serie über fünf Spiele gegen Heidelberg aus dem Viertelfinale an. Zwar konnte Justin Alston zum Ende des dritten Viertels nochmal krachend per Dunk abschließen (62:69), doch es wirkte nicht so, als hätten die Trierer dem Crailsheimer Offensiv-Drang etwas entgegen zu setzen.

Und so kam es im spielentscheidenden Viertel, wie es kommen musste. Die Zauberer hatten das nötige Selbstvertrauen um auch schwierige Würfe zu treffen und genügend Erfahrung um die Trierer Offensive gut zu verteidigen. Spätestens als Chase Griffin nach drei Minuten im vierten Viertel per Dreier zum 66:80 einnetzte war klar: Crailsheim wird Spiel 4 für sich entscheiden und damit in das ProA-Finale einziehen. Zwar zeigten die Gladiatoren nochmal ein letztes aufbäumen und auch die Arena Trier ließ sich nicht unterkriegen, doch am Ende machte Michael Cuffee erneut mit einem Dreier den Deckel auf die Partie. Im Anschluss verwandelte Simon Schmitz die letzten Trierer Freiwürfe zum 75:97-Endstand und gratulierte im Anschluss dem Gegner zum verdienten Spiel- und Seriengewinn.

Damit ist die Saison 2017/2018 der RÖMERSTROM Gladiators Trier offiziell beendet und damit endet auch die Amtszeit von Marco van den Berg als Headcoach. Die 5098 Zuschauer feierten ihre Gladiatoren und den Coach noch lange nach dem Schlusspfiff und stellten damit den ultimativen Beweis: Der Basketballstandort Trier lebt und brennt für diesen Sport.

Stimme

Marco van den Berg: „Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Das müssen wir voller Respekt anerkennen. Crailsheim ist, bei allem Respekt auch vor der Leistung von RASTA Vechta, derzeit die beste Mannschaft der 2. Basketball-Bundesliga. Aber es war ein sehr würdiger Abschied für mich. Ich bin unglaublich dankbar für das Vertrauen in den letzten Jahren in mich und unsere gemeinsame Kultur.“

Statistik

Justin Alston (10), Kyle Dranginis (3), Kevin Smit (5), Jermaine Bucknor (11), Rupert Hennen (3), Lucien Schmikale (2), Simon Schmitz (21), Thomas Grün (1), Luka Buntic, Johannes Joos (12), Robert Nortmann, Anton Shoutvin (7).

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