Viel Prominenz zum 200. Marx-Geburtstag in Trier erwartet

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Aufsteller in vier Sprachen weisen in der Tourist-Information Trier auf die Große Landesausstellung über Karl Marx hin. Foto: Harald Tittel / dpa-Archiv

TRIER. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx am 5. Mai in Trier haben sich zahlreiche prominente Gäste angekündigt. Neben der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) werde auch SPD-Chefin Andrea Nahles bei der Enthüllung der Karl-Marx-Statue dabei sein, sagte der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) am Montag in Trier.

Auf der Gästeliste zum Festakt am 5,50 Meter hohen Marx-Denkmal stehen zudem etliche Delegationen aus China. Die Marx-Skulptur hat China Trier als Geburtsstadt von Marx geschenkt.

«Alle kommen, um Karl Marx in voller Größe zu sehen», sagte Leibe. Es sei eine offene Veranstaltung, an die sich ein großes Bürgerfest anschließe. «Es geht darum, Karl Marx in die Stadt zu holen», sagte Leibe. Am Morgen wird im Geburtshaus von Karl Marx, dem Museum Karl-Marx-Haus, eine neue Dauerausstellung eröffnet – mit 300 Gästen, darunter auch Fernsehmoderator Günther Jauch.

Am Jubiläumstag haben sich auch Kritiker angesagt: Neben diversen Mahnwachen und einer Person, die einen Hungerstreik angekündigt habe, gebe es einen angekündigten Schweigemarsch der AfD, teilte die Stadt mit. Zeitverzögert werde es auch eine promarxistische Demonstration geben. «Die ganze Stadt ist voller Veranstaltungen. Das ist sicherheitstechnisch eine große Herausforderung», sagte Kulturdezernent Thomas Schmitt (CDU).

Im Theater Trier komme der SPD-Bundesparteivorstand (14 Uhr) zusammen, sagte Leibe. Dazu sind laut Polizei rund 600 Gäste geladen. Am Vorabend (4. Mai) des 200. von Marx gibt es zudem einen Festakt zur Eröffnung der großen Ausstellungen über den Philosophen in der Konstantin-Basilika mit Festredner Jean-Claude Juncker. Dazu werden mehr als 1000 Besucher erwartet.

9 KOMMENTARE

    • Der Herr hat niemanden auf dem Gewissen, offensichtlich sind viele Menschen nicht in der Lage von Theoretiker und Auslegung anderer zu trennen,was Karl Marx entwickelte war eine Theorie.Er hatte keinen Einfluss darauf was andere daraus gemacht haben.
      Ich wüsste auch nicht wo im kommunistischen Manifest von Stasi , Unterdrückung etc die Rede wäre, offensichtlich hat niemand sein Werk gelesen, wie , damals „Mein Kampf „,denn da stand drin was die Nazis bei Regierungsübernahme vor hatten.

  1. Marx selbst hat keine Menschen auf dem Gewissen. Sie verwechseln ihn mit Lenin, Stalin und anderen Politikern. Wir sollten aber z.B. das von den Ideen von Karl Marx und Friedrich August von Hayek angerichtete wirtschaftliche Leid miteinander vergleichen. Bessere Systeme wären dringend nötig.

    • Welches System denn?

      Also ich finde das unsere „Soziale Marktwirtschaft“ nach dem ordoliberalen Walther Eucken das beste System ist. Wenn dann die Politik (gerade heute in so angspannten Zeiten..) — mehr ORDO als liberal entscheiden würde, dann könnte man auch nochmal von diesem wunderbaren Wirtschaftssystem in der BRD sprechen.

      • Schwierig… Ich befürchte, Ordoliberalismus hat in der Praxis das gleiche Problem wie der Marxismus: Nett gemeint, aber scheitert an den Anwendern. Also an Volk, Politik und Wirtschaft.

        Da sehe ich bei Dieselgate schon mal schwarz: Eine frei gelassene Wirtschaft regelt sich eben NICHT gut selbst. Trotzdem schützt unsere Politik die Abgasbetrüger. Eucken bleibt sogar bei (auch nicht-staatlichen) Monopolen noch Optimist, hat aber unsere Kartellgesetze inspiriert.

        Keynes ist zum Glück etwas pessimistischer, hat aber auch keine guten Lösungen.

        Friedman und Co haben Chile inspiriert, dafür waren die Chilenen hinterher die Dummen.

        Ich fürchte, so könnte ich mit ALLEN Wirtschaftspreisträgern der letzten Jahrzehnte weiter machen. Kein Denker, der für weltweiten ausgeglichenen Wohlstand sorgen kann. Zumindest nicht freiwillig. Und Völker mit Planwirtschaft zu ihrem theoretischen Glück zwingen ist die letzten 100 Jahre auch dauernd schief gegangen.

  2. Vielleicht sollten wir uns weniger mit dem historischen Marx „aufhalten“…seine Theorien hatten -in ihrer Zeit- einen gewissen Erklärungswert und haben im Nachgang eine Schneise für allerlei Unrat im menschlichen Umgang geebnet. Das soll nicht heißen „Schwamm drüber“, der Skandal liegt aber aktuell darin, dass busladungsweise (wenn auch nicht im Bus sondern einzeln, in einer Flotte von Dienstwagen) sozialdemokratische „Prominenz“ anreist und einem 5-Meter-Bronzedildo huldigt. Könnten sie gerne tun, wenn sie damit nicht gleichzeitig ihre Zustimmung zum chinesischen Mord-und Unterdrückerstaat manifestieren würden. Noch nie haben sich Sozialdemokraten so billig verkauft wie heute!

  3. Schade das ich es selbst nicht mehr mitbekomme, wenn die Statue von mir aufgestellt wird und mein Angelstuhl im Museum steht 🙂

    G.E.

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