Grünes Rock-Opfer

0

TRIER. Während der vierwöchigen Heilig-Rock-Wallfahrt stand die Open-Air-Bühne für Gottesdienste und Konzerte auf ihr. Jetzt muss die große Liegewiese im Palastgarten, die vor allem im Sommer von tausenden Trierer genutzt wird, neu eingesät werden. Drei Monate lang wird sie gesperrt sein – sehr zum Verdruss vor allem junger Leute und Familien mit Kindern.

Die Pressemitteilung des Rathauses fiel knapp aus: Zunächst werde ein Teil des aufgebrachten Schotterbelages, der für die Begehbarkeit der Veranstaltungsfläche an Regentagen erforderlich war, abgetragen und entfernt. Die Kosten für die neue Rasenfläche übernimmt das Bistum Trier. Sie soll spätestens Ende August zum Start der Großveranstaltung “Brot und Spiele”, die zum Teil im Palastgarten stattfindet, abgeschlossen sein. Eine frühere Fertigstellung, etwa durch die Verlegung von Rollrasen, hatte das Amt von Baudezernentin Simone Kaes-Torchiana vom Bistum nicht verlangt.

Um die Einsaat nicht zu gefährden und kontinuierlich bewässern zu können, heißt es aus dem Rathaus weiter, sei für die Dauer von circa drei Monaten eine Absperrung mit Bauzaun erforderlich. Eine Freizeitnutzung der oberen Wiese ist in diesem Zeitraum nur an den beiden Kopfenden außerhalb der Absperrung möglich. Das Grünflächenamt weist darauf hin, dass beim Grillen ein Abstand von zehn Metern zu den Bäumen eingehalten werden muss und keine Schäden an der Rasenfläche durch die Verwendung von ungeeignetem Grillgerät verursacht werden dürfen. Der Fußweg entlang der Stadtmauer soll wieder geöffnet werden.

Am Mittwochabend debattierte auch der städtische Bauausschuss über das in den letzten Tagen zum Politikum gewordene Problem. Von verschiedenen Seiten waren Forderungen an das Bistum Trier laut geworden, die Liegewiese – etwa durch Rollrasen – schneller wieder für die Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Der Chef des städtischen Grünflächenamtes, Franz Kalck, verteidigte den Plan, die Fläche durch die Samenaussaat wieder herzurichten. Rollrasen sei in diesem Fall keine Alternative, da dieser den Belastungen durch die Ende August stattfindende Veranstaltung „Brot und Spiele“ nicht gewachsen sein werde. Dann werden Paraden mit Pferden und Soldaten-Aufmärsche die Wiese strapazieren. Die höheren Kosten seien nicht das Problem, sagte Kalck, da diese ohnehin vom Bistum getragen werden müssten.(et/red)

1 KOMMENTAR

  1. Na, wenn da mal nicht ein paar Grashüpfer auf einen Streich erwischt worden sind… Juni, Juli & August… die drei Streit verursachenden Monate des wilden Grillens sind durch Zufall verhindert und die bösen Bürger durch höhere Macht davon abgehalten worden, ihren tonnenweise abgeladenen Müll auf der grünen Lunge einfach liegen zu lassen, nachdem sie ihren sommerlichen Spaß gehabt haben werden.
    Und wenn das für Trier so überaus nötige „Brot und Spiele“ mal wieder ein Flop werden wird, dann bekommen die zu wenigen Zuschauer immerhin einen tollen Rasen geboten. Das klingt zu perfekt, um von den Zuständigen geplant worden zu sein…

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.