Preis-Hammer! Schwimmen in Trier wird deutlich teurer

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Das Trierer Südbad

Bildquelle: lokalo.de

TRIER. Nord- und Südbad sind in den Sommermonaten äußerst beliebt bei den Trierern. Doch Schwimmen gehen wird in diesem Jahr etwas teurer – einer Preiserhöhung für die beiden Freibäder in Trier hat der Stadtrat in der vergangenen Sitzung zugestimmt.

Erwachsene müssen demnach künftig im Nord- und im Südbad fünf statt vier Euro zahlen, um ihre Bahnen ziehen zu können. Kinder und Jugendliche zwischen sieben und dem vollendeten 15. Lebensjahr zahlen drei statt 2,40 Euro.

Unverändert bleiben die Preise für die Saisonkarten für Erwachsene (100 Euro), Senioren (75 Euro) und Ermäßigte (50 Euro). Die Verwaltung reagiert mit der Erhöhung auf kontinuierliche Preissteigerungen bei den Betriebs-, Instandhaltungs- und Personalkosten, wie es in der Vorlage heißt. Die letzte Erhöhung gab es 2015. Der Trierer Haushalt profitiert von einem Mehrertrag in Höhe von gut 27.000 Euro durch die neuen Preise. Der Kostendeckungsgrad, der das Verhältnis von Erlösen zu Kosten misst, erhöht sich beim Nordbad um fünf auf rund 40 Prozent und im Südbad um sieben auf rund 47 Prozent.

Thorsten Wollscheid (CDU) sagte, Preiserhöhungen seien nie schön. Während jedoch viele Bäder in Rheinland-Pfalz schließen müssten gebe es in Trier mit Nord-, Süd- und Stadtbad „eine Luxussituation“, die zu erhalten sei. Auch Marco Marzi (SPD) sprach sich klar dafür aus, die bestehende Bad-Infrastruktur sicherzustellen. Preise zu erhöhen sei immer mit Bauchschmerzen verbunden, stellte Hans-Alwin Schmitz (UBT) klar. Die Preissteigerungen müssten jedoch aufgefangen werden. Zudem sei es gut, dass etwa der Preis für die Schülerferienkarte gleichbleibe.

Mateusz Buraczyk (Linke) bezeichnete die Preiserhöhung bei den Einzeltickets für Erwachsene um 25 Prozent als „extrem“. Er ist sich sicher, dass diese finanziell schlechter gestellte Menschen in der Gesellschaft treffe. Für Empfänger von Arbeitslosengeld II seien im Monat etwa gerade einmal 3,60 Euro für sportliche Aktivitäten vorgesehen. Eine einfache Freizeitgestaltung werde damit für manche unerreichbar, sagte er. Michael Frisch (AfD) bezweifelte die allgemeinen Preissteigerungen, die zur Erhöhung geführt hätten. Seiner Meinung nach gehe es für die Stadt um „Peanuts“, für andere jedoch um deutlich mehr. Sein Änderungsantrag, den vergünstigten Familientarif auch für Familien mit Kindern über 14 Jahren zu ermöglichen, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Tobias Schneider (FDP) stimmte der Vorlage zu. Es sei fair, die Schwimmbadbesucher an den Kostensteigerungen zu beteiligen.

12 KOMMENTARE

  1. Mir fehlen die Worte. Die angeblichen Preissteigerungen, die eine solch wahnsinnige Erhöhung rechtfertigen, möchte ich mal sehen. Und das ganze gibt einen Mehrertrag von 27000 Euro bei einer Verschuldung von wieviel waren es noch…600 Millionen? Glückwunsch…

      • Im Prinzip richtig. Aber: Die Bäder gehören mit zu den freiwilligen
        Leistungen. Und hier macht das land(Kommunalaufsicht) mit unter Vorgaben wie hoch der Deckungsgrad zu sein hat.

  2. Für mich sind Schwimmbäder große Badewannen in dem sich jeder nicht nur die Füsse wäscht sondern alles!
    Ganz zu schweigen von dem was da alles umher schwimmt.
    Aber Gesundheitlich am schlimmsten ist das was man nicht sieht.
    Aber das ist meine Meinung und ich will niemandem das Schwimmen in „Schwimmbäder“ vermiesen, egal wie teuer die Eintrittspreise sind.

    Guido E.

  3. Im Sommer gehe ich mit der Saisonkarte 5x die Woche im Nordbad schwimmen. Im Winter kann ich mir das im Stadtbad nicht leisten. Das Kurzschwimmen kostet 4.20Euro. Dafür erwartet mich nur eine abgetrennte Schwimmerbahn, die ich mit teilweise sehr leistungsstarken Schwimmern teilen muss. Das Lernschwimmbecken ist oft belegt. Der andere Bereich ist nicht schwimmbar. Stolzer Preis für diese Leistung

  4. 800 Millionen Schulden ? Na dann freue ich mich schon auf die Radarkontrollen ääh – fallen.
    Ganz nach dem Motto der tollen Mutti “ wir schaffen das „

    • Ach jottpee wieder die übliche Polemik wegen der Radarfallen, das ist doch ganz einfach : an die Geschwindigkeit halten und man wird nicht geblitzt, wenn man aber „freie Fahrt für freie Bürger “ unterstützt tja dann sollte man ein gewisses Budget für Knöllchen mit einrechnen.

      • klar ist dass es hier nicht um Belehrung geht sondern um reine Abzocke .
        jottpee 😉 hat für geringere Überschreitung 5 € mehr Strafe bezahlt als 10 Minuten später ein anderer an gleicher Stelle mit 4 km/h schneller als ich , gleicher Hilfsbeamter.
        Nach telefonischer Rücksprache mit dem Ordungsamt bekam ich eine recht lächerliche Antwort die man eigentlich schon publik machen müsste was mir aber wenn ich ehrlich bin zu blöde ist , weil , wie immer ….man gegen den längeren Hebel nicht ankommt .

  5. Dann fangen wir doch zwischen Zewen und Igel mal an mit den Kontrollen. In der Wartezeit von ca. 10 Minuten haben vorhin fünf Autos den Feldweg neben der Hauptstraße zur Umgehung der Baustelle benutzt. Macht in einer Stunde 30 und in der relevanten Zeit zwischen 8 und 20 Uhr also etwa 400 Kfz. Jedem eine Strafe von 60 Euro aufgebrummt… und zupp, haben wir an einem Tag jene 24000 Euro in der Stadtkasse, die Trier in einem Jahr durch die Erhöhung der Badeintrittspreise einnimmt. So leicht geht das, Herr Dezernent.

  6. Wenigstens sind die Preise für die Saisonkarten gleich geblieben. Die Zehnerkarten zum Preis von 10 Abend-Karten anzubieten, wäre bestimmt sinnvoll gewesen und hätte auch nicht zur Pleite geführt. Im Gegenteil: Bei besseren Preisen werden auch mehr Tickets verkauft.

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