Mit besonderer Abrissmaschine – AKW-Kühlturm wird bald “aufgefressen“

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Kernkraftwerk in Mülheim-Kärlich. Foto: Thomas Frey/Archiv

Bildquelle: Thomas Frey

MÜLHEIM-KÄRLICH. Der Abriss des Kühlturms am stillgelegten Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich könnte kurz vor Ostern beginnen. «Das hängt vom Wetter ab. Bei stärkerem Wind zum Beispiel müssen wir die vorbereitenden Arbeiten unterbrechen», sagte AKW-Sprecherin Dagmar Butz der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit werde auf dem weithin sichtbaren Kühlturm nahe Koblenz eine Hebevorrichtung aus Stahl angebracht, die mit Seilwinden die besondere Abrissmaschine in 162 Meter Höhe hieven soll – der runde Turm am Rhein ist höher als der Kölner Dom.

Die Maschine ist ein Prototyp einer Firma im Raum Erfurt. «Sie erinnert an einen umgebauten Bagger mit einem langen Arm, an dem das Abbruchwerkzeug befestigt ist», erklärte Butz. «Links und rechts führen Streben nach unten, damit die Maschine in einer stabilen Lage bleibt. Auf Stahlrädern fährt sie auf der Betonkante vorwärts.» Stück für Stück werde die Maschine spiralförmig die Turmmauer abknabbern. Ganz oben betrage der Durchmesser 64 Meter und am Boden 120 Meter.

Der Energiekonzern RWE will den Kühlturm bis Ende 2018 abreißen. Das Innere ist bereits entkernt. 5000 Tonnen Beton wurden dafür abgebrochen. Bei der Turmmauer fallen weitere 18 000 Tonnen Beton an. Das Abbruchmaterial soll von anderen Firmen recycelt werden.

Der Reaktor war nur 13 Monate in Betrieb. 1988 ging er nach einer Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts für immer vom Netz. Bei den Planungen war die Erdbebengefahr nicht ausreichend berücksichtigt worden. Der Abriss der Anlage läuft bereits seit 2004 und dauert voraussichtlich noch ein weiteres Jahrzehnt.

(dpa/lrs. – News)

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