Linken-Politiker: Nach Demos Angriffe im Regionalzug

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Foto: dpa-Archiv

KANDEL/SAARBRÜCKEN. Nach den Kundgebungen am Samstag im pfälzischen Kandel im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod eines Mädchens soll es in einem Regionalzug zu Angriffen rechtsgerichteter Männer gekommen sein.

Ein junger Kommunalpolitiker der Linkspartei teilte am Montag mit, im Streit um ein NPD-Infoblatt seien eine Frau und er von «Neonazis» geschlagen worden. Die Bundespolizei sei eingeschaltet worden. Diese habe am Hauptbahnhof Saarbrücken zwei fliehende «Neonazis» gestellt. Der Politiker erstattete nach eigenen Worten zusammen mit der Frau Anzeige wegen schwerer Körperverletzung. Ermittelt werde auch wegen Volksverhetzung, Beleidigung, Falschaussagen und Abspielen von «Nazimusik».

Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte die Anzeigen: «Die Ermittlungen befinden sich noch im Anfangsstadium.» Details könne er noch nicht mitteilen. «Die im Zug vorhandenen Videoaufzeichnungen wurde gesichert und werden ausgewertet», ergänzte der Sprecher.

Die rheinland-pfälzische SPD teilte unter Hinweis auf Internet-Videos mit, in Kandel hätten auch Anhänger der rechtsextremen «Identitären Bewegung» demonstriert. Ein Video zeigt, wie der rheinland-pfälzische AfD-Landtagsabgeordnete Damian Lohr in der ersten Reihe eines Blocks mit Deutschland-Fahnen und dem für die Bewegung typischen Transparent «Remigration. Die Integration ist gescheitert» marschiert. Die «Identitäre Bewegung» wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Nach seinen Angaben wird die Zahl der Mitglieder der Bewegung in Rheinland-Pfalz in einem niedrigeren zweistelligen Bereich vermutet.

An den insgesamt vier Kundgebungen und Gegendemonstrationen in Kandel hatten am Samstag rund 4500 Menschen teilgenommen. Am 27. Dezember war die 15-jährige Mia in Kandel erstochen worden. Der mutmaßliche Täter ist ihr Ex-Freund, ein afghanischer Flüchtling.

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