Neues Gewerbegebiet in Trier-Euren: Standort für Handwerker und Kreative

7
Rund zehn Hektar umfasst das potenzielle Gewerbegebiet im Stadtteil Euren, das von der Luxemburger Straße erschlossen wird.

Bildquelle: oto: Amt für Bodenmanagement und Geoinformation

TRIER. Die Ausweisung neuer Gewerbegebiete hatte in den letzten Jahrzehnten in Trier Seltenheitswert. Auf dem Grundstück der früheren General-von-Seidel-Kaserne will das Rathaus Trier in den kommenden Jahren einen neuen Standort entwickeln und hat dabei unter anderem die Kreativ- und Digitalwirtschaft im Blick.

Zunächst stehen Verhandlungen zum Ankauf der Bundesimmobilie auf dem Programm.

In vieler Hinsicht ist Trier eine aufstrebende Stadt, das haben zuletzt die Städterankings zweier Nachrichtenmagazine ergeben (siehe Bericht Seite 3). Doch in einem Punkt herrscht eine gewisse Stagnation: Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer liegen seit Jahren ziemlich konstant bei circa 60 Millionen Euro pro Jahr und damit deutlich niedriger als in vergleichbaren rheinland-pfälzischen Städten. „Wenn wir die Gewerbesteuerzahlen von Koblenz hätten, wäre Neuverschuldung in dieser Stadt schon lange kein Thema mehr“, hat OB Wolfram Leibe zuletzt bei mehreren Gelegenheiten betont.

Höhere Steuereinnahmen kann die Stadt durch Neuansiedlungen erzielen und mit der Konversion der gut zehn Hektar großen General-von-Seidel-Kaserne an der Luxemburger Straße in ein Gewerbegebiet sollen innovative Unternehmen nach Trier gelockt werden. Christiane Luxem, Leiterin der Wirtschaftsförderung im Rathaus: „Wir denken zum Beispiel an Start-ups aus den Branchen IT, Kommunikation und Design, die zukunftsfähige Geschäftsmodelle, moderne Technologien und kundenfreundliche Lösungen verbinden. Gleichzeitig soll bestehenden Unternehmen und Handwerksbetrieben die Möglichkeit zur Erweiterung geboten werden. Wichtig ist, dass mit der Entwicklung des Geländes der Wirtschaftsstandort Trier zukunftsfähig wird.“

Ab 2014 Aufnahmelager

Nach dem Abzug der letzten Bundeswehreinheiten 2009 lag die Kaserne mehrere Jahre brach, ehe sie ab 2014 als Erstaufnahmelager für Asylsuchende und Flüchtlinge genutzt wurde. Für diesen Zweck wird sie nun nicht mehr benötigt und die Stadt beabsichtigt, ihr Vorkaufsrecht geltend zu machen. Noch-Eigentümer ist der Bund, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA).

Zur Ermittlung eines fairen Kaufpreises wollen die beiden Partner zunächst gemeinsam ein Verkehrswertgutachten erstellen. Eine dezernatsübergreifende Projektgruppe im Rathaus erstellt gleichzeitig ein Nutzungskonzept und kümmert sich um die baurechtlichen Fragen. Geklärt werden muss unter anderem, ob alle Bestandsgebäude abgerissen oder einzelne weiter genutzt werden – zum Beispiel die Turnhalle, die auch für den Schul- oder Vereinssport interessant sein könnte. Bei der Erschließung und Vermarktung des Geländes will die Stadt später mit einer externen Entwicklungsgesellschaft zusammenarbeiten.

Der Stadtrat hat die Aufnahme der Kaufverhandlungen Anfang Februar einstimmig gebilligt. Vor der Abstimmung hatte Hans-Alwin Schmitz, UBT-Ratsmitglied und zugleich Ortsvorsteher des betroffenen Stadtteils Euren, die „wichtige Infrastrukturmaßnahme“ ausdrücklich begrüßt. Bei der Ansiedlung sei aber darauf zu achten, dass von dem neuen Gewerbegebiet keine Lärm- oder Geruchsbelästigungen für die benachbarten Eurener Wohnquartiere ausgehen. Wie Christiane Luxem bestätigt, soll in dem Nutzungskonzept daher die Ansiedlung von Industriebetrieben und produzierendem Gewerbe ausgeschlossen werden.

7 KOMMENTARE

  1. Wie wäre es, erst mal im gegenüberliegende Industriegebiet die Leerstände zu beseitigen, bevor man ein neues Industriegebiet erschliesst??

    Wie wäre es mal auf dem Gelände, eine grossen Skatepark zu errichten, ein Beach Volleyball Feld.
    ein Outdoor Fitnesspark..

    Gäbe einige Idee, die man umsetzten kann..

    • Im Industriegebiet Euren hat die Stadt keine Flächen mehr für Gewerbe.
      Und bei der GVS-Kaserne muss die Stadt jetzt ihr Vorlsufsrech wahrnehmen. Sonst geht das Gelände an private und die Gestaltungsmöglichkeit ist verloren.

        • Wenn jemand solche Träume hat, der hat ausgelebt und träumt wirklich nur noch vom wahrem LEBEN bzw. lebt sein Traum……………

          Beste Grüße

          R.Geiss

          • LOL – sie sagen also ein gutes Konzept ist nur Schall und Rauch bzw ein Traum.. hm dann sind sie auch einer, der in seinem Hamsterrad jeden Tag schufftet, Abends heim kommt, sein trostloses Essen in sich reinschaufelt und hofft das er den morgigen Tag übersteht..
            Sie sollten evtl mal über Ihren Tellerand hinaus blicken und versuchen Dinge zu ermöglichen bzw zu erschaffen..

            Und wenn Sie das geschaftt haben mein Lieber / meine Liebe R. Geiss..
            können Sie sich gerne wieder bei mir melden und wir schauen uns gemeinsam ihre Errungenschaft an..
            p.s. hier wo ich bin ist es gerade 10:46 ( GMT-5)..
            werde gleich noch ein Projekt Meeting haben..
            bin danach aber gerne für weitere anregende Gesprächen offen.
            LG

  2. Oben an der Uni der Wissenschaftspark könnte ein Beispiel sein, oder Teile der Universität hierher verlagern. Die Wohngebäude würden sich schon alleine aufgrund der baulichen Beschaffenheit als Studentenwohnheim anbieten. Ausserdem wenn dann die Züge auf der angrenzenden Strecke wieder fahren hätte man gleich einen Bahnanschluss.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.