Polizeipräsidium und Stadt Trier stellen Sicherheitskonzept für Fastnacht 2018 vor

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TRIER. Die Bürgerinnen und Bürger sollen auch in diesem Jahr wieder unbeschwert in der Stadt Trier und in der Region Fastnacht feiern.

Um dies zu gewährleisten, haben die Polizei und die kommunalen Verantwortlichen erneut ein ganzes Bündel von Maßnahmen vorgesehen, um damit der weiterhin latent hohen, abstrakten Gefährdungslage in Deutschland und den Erkenntnissen aus Übergriffen sowie von Anschlägen der vergangenen Jahre Rechnung zu tragen.

Um diesem Anspruch der Menschen auf Sicherheit an Fastnacht gerecht zu werden, setzt die Polizei auf bewährte Strategien des vergangenen Jahres, die sich mit den Aufgaben der kommunalen Verantwortungsträger verzahnen. Dabei liegt der Fokus der gemeinsamen Sicherheitsarchitektur auf den Veranstaltungen in der regionalen Karnevalshochburg Trier.

Ein Aspekt ist der verstärkte Aufklärungseinsatz von uniformierten und zivilen Polizeibeamtinnen und -beamten, um Gefahren und negative Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und diesen offensiv und präventiv zu begegnen.

Hierzu zählen auch die gemeinsam mit den kommunalen Jugendämtern, der Bundespolizei und in enger Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten initiierten Jugendschutzkontrollen. In Trier wird eine Anlauf- und Aufnahmestelle für alkoholisierte Minderjährige in den Räumen des Palais Walderdorff eingerichtet.
Sozialarbeiter des Jugendamts stehen zur Verfügung, wenn angetrunkene Jugendliche bis zur Abholung durch ihre Eltern betreut werden müssen. Die weiterführenden Schulen in Trier haben erneut in einem Rundschreiben an die Eltern auf die Jugendschutzbestimmungen beim Alkoholkonsum hingewiesen.

Weiterer Bestandteil der Jugendschutzstrategie ist eine Party, die die Jugendzentren Exhaus und Mergener Hof erneut ausrichten. Sie findet an Weiberfastnacht von 15 bis 22 Uhr in der Aula der BBS statt und richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Ziel ist, ihnen einen Rahmen zu bieten, in dem sie unter Einhaltung des Jugendschutzes feiern können.
Das Sicherheitsmobil der Polizei wird an Weiberdonnerstag und an Rosenmontag auf dem Domfreihof als mobile Polizeiwache sowie Anlaufstelle für Schutzsuchende vorgehalten.

Das wiederholte Aushängen von Flyern in den Unterkünften für Asylbegehrende, mit denen Flüchtlinge wie im Vorjahr in vier verschiedenen Sprachen über die deutschen Fastnachtsbräuche informiert werden, gehört ebenfalls zum präventiven Ansatz der Polizei.

Sowohl an Weiberfastnacht wie auch am Rosenmontag setzt die Polizei auf Videoüberwachung am Trierer Hauptmarkt. Am Rosenmontag wird der Vorplatz an der Arena in das Videokonzept aufgenommen. Durch den Einsatz der Videokameras sollen die Einsatzverantwortlichen Entwicklungen frühzeitig erkennen und Einsatzkräfte zu neuralgischen Punkten dirigieren, um Eskalationen vorzubeugen.

Um dies zu gewährleisten, werden mobile Eingreifkräfte an verschiedenen Stellen der Innenstadt bereitgehalten. Im Falle von Straftaten werden die gespeicherten Videoaufnahmen zur Strafverfolgung herangezogen, anderenfalls nach einer 30-Tage-Frist gelöscht. Die videoüberwachten Bereiche werden für Besucher durch Hinweisschilder deutlich gekennzeichnet und ausgewiesen. Durch diese Hinweise sollen ebenso potenzielle Straftäter von eventuellen Vorhaben abgebracht werden.

Die zwischenzeitlich etablierte und schon zum täglichen Erscheinungsbild der Trierer Streifenpolizisten gehörende Body-Cam ist ebenfalls Teil des Einsatzkonzepts, da diese sowohl eine deeskalierende als auch präventive Wirkung entfalten und eine Aufnahme erforderlichenfalls zur Beweissicherung im Rahmen der Strafverfolgung herangezogen werden kann.

Wie schon anlässlich der letztjährigen „Tollen Tage“, am Altstadtfest und jüngst am Weihnachtsmarkt sowie dem Silvesterlauf sind auch in diesem Jahr polizeiliche Kontrollstellen an verschiedenen Zufahrten zum Trierer Hauptmarkt, auf dem an Weiberfastnacht die Hauptveranstaltung der Karnevalisten stattfindet, vorgesehen.

Aus Sicherheitsgründen gilt am Fetten Donnerstag während der Veranstaltung der ATK auf dem Trierer Hauptmarkt wieder ein Glasverbot. Zwischen 11 und 18 Uhr ist es verboten, diesen Bereich mit Flaschen, Gläsern, Krügen und anderen Glasbehältern zu betreten. In der Vergangenheit waren immer wieder leere Flaschen und Gläser auf den Boden geworfen oder achtlos abgestellt worden. Durch die dabei entstandenen Scherben ergab sich ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Um die Einhaltung des Glasverbots sicherzustellen, ist der Kommunale Vollzugsdienst des Ordnungsamts vor Ort im Einsatz und kontrolliert auch Taschen und Rucksäcke der Besucher.

Um ein unberechtigtes Einfahren mit schweren Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in den unmittelbaren Veranstaltungsbereich zu unterbinden, werden ausgewählte Zufahrten durch Betonbarrikaden versperrt. Diese, von der Stadtverwaltung Trier eigens für solche Zwecke angeschafften Poller, wurden erstmals am Weihnachtsmarkt 2017 aufgestellt.
Durch die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Trier hierzu erlassene Zufahrtsbeschränkungen und Fahrverbote werden gemeinsam durch die Polizei und Kräfte des Ordnungsamtes überwacht und durchgesetzt.

Video-Überwachung während der Fastnacht 2018 in Trier und Wittlich:

7 KOMMENTARE

  1. Es ist schon traurig, dass Veranstaltungen jeglicher Art, oder wie jetzt die Fastnachtstage mit einem so hohem Sicherheitsaufgebot ablaufen „können“! Wenn ich alleine nur diesen langen Text dazu sehe bin ich froh, wenn alles vorbei ist!
    Früher gabs mal hier und da ne Schlägerei oder Betrunkenheitsfahrt.

    Was sind da die wahren Gründe?
    Viel Spaß denen, die sich das ganze Jahr darauf freuen, sparen und arbeiten.

    Guido E.

    • Ja ist es. Die wahren Verursacher hierfür werden mal wieder nicht genannt.
      „Betreutes Feiern“ könnte man das ganze nennen.

  2. Also wer „das ganze Jahr darauf sparen“ muss, zur Fastnacht im Vollrausch sein Auto zu Schrott fahren zu können, braucht glaube ich echt ein Sicherheitskonzept! Andere Parties in Trier haben schon länger Eingangskontrollen gegen Alkohol, Schlägereien und Schlimmeres.

    • mindestens 80% hängt mit Alkohol zusammen und das in verschiedenen Bereichen –

      trotz alle dem hat die Alkoholsucht glaube ich die höchste Dunkelziffer –

      GE

  3. Ich verstehe nur nicht wieso wieder diese betonpoller aufgestellt werden? Ist die Gefahr an anderen Tagen an denen die Fußgängerzone viel stärker frequentiert ist nicht so groß? Oder muss der schilderaufsteller wieder Aufträge zugeschustert bekommen? Das ganze sieht schon sehr nach reinem Aktionismus aus!

  4. Das ist Aktionismus da es nur vor LKW Anschlägen schützen soll, aber wenn jemand will kommt er auch ohne durch, zb als menschliche Bombe , das soll nur die Leute beruhigen und eine falsche Sicherheit vorgauckeln

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