“Homosella 2018 – Irgendwas mit Medien“ – Queere Kulturtage in Trier

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TRIER. Seit 1999 organisieren das autonome Referat für schwule, trans* und queere Identitäten und das autonome Queer-feministische Frauenreferat des AStAs der Universität Trier die „Homosella – queere Kulturtage Trier“ – Unter dem diesjährigen Motto „Homosella 2018 – Irgendwas mit Medien“ finden die Veranstaltungsreihe vom 15. bis 27. Januar in Trier statt.

Kaum ein Thema durchdringt unser Leben in der Informationsgesellschaft so sehr wie der Umgang mit, sowie der Einfluss von Medien. Von Büchern, über Filme und Fernsehserien zu Dating-Apps und sozialen Medien – die (Selbst-)Darstellung von queeren Lebensweisen formt Meinungen und Identitäten.

Gerade in Zeiten von „Fake-News“, „Alternativen Fakten“, russischen „Anti-Propagandagesetzen“ gegen LSBTIQ*-Lebensweisen und dem deutschen Netzwerkdurchsetzungsgesetz bietet sich eine Reflektion über den Einfluss von Medien auf queere, feministische und aktivistische Selbst- und Außenwahrnehmung an.

Die Veranstaltungen werden in den Gebäuden der Universität Trier, Campus I (54296 Trier), dem Schmit-Z (Mustorstr. 4, 54290 Trier) und dem MJC Mergener Hof (Rindertanzstr. 4, 54290 Trier) stattfinden.
Mehr Informationen: www.homosella.de

Programm 2018: Irgendwas mit Medien

Montag 15.01.2018 ab 20 Uhr im Studihaus:
Feierliche Eröffnung der Homosella mit Sektempfang im Studihaus.
Kommt vorbei, trinkt ein Gläschen Sekt mit uns, lernt uns kennen und erfahrt alles über das spannende Programm der Homosella 2018. Wir freuen uns auf euch!

Dienstag 16.01.2018 ab 18 Uhr in Raum B11:
Vortrag mit Dr. Kirsten Plötz zum Thema „Verfolgung und Diskriminierung von Homosexualität in Rheinland-Pfalz“ – dabei wird auch die mediale Repräsentation der Thematik betrachtet
Zur Referentin: Dr. Kirsten Plötz ist Historikerin mit Schwerpunkten in der Aufarbeitung der Diskriminierung und Verfolgung von Frauen, Lesben und Schwulen, sowie Familienstrukturen in der frühen Bundesrepublik. Eine Übersicht über ihre bisherige Forschung findet sich hier!

Mittwoch 17.01.2018 ab 18 Uhr in Raum B11:
Vortrag mit Dr. Kirsten Plötz zum Thema „Einschränkung lesbischer Literatur durch den Jugendschutz in Rheinland-Pfalz“

Samstag 20.01.2018 ab 14 Uhr im Schmit-Z:
Vortrag mit Erwin In het Panhuis „Rosa Winkel, Regenbogen und Rote Rosen – Schwule Symbole im Film“
Der gemeinsam genutzte Mantel ist wohl das älteste Symbol für eine gleichgeschlechtliche Beziehung. Es wurde bereits in der Antike verwendet – genauso wie der Hase als Fruchtbarkeitssymbol und die Lotus-Blume als Symbol für Potenz. Schwule Symbole im Film können alles zum Ausdruck bringen, ohne dabei gesellschaftliche Tabus zu verletzen. Bis vor einigen Jahrzehnten war das oftmals die einzige Möglichkeit, Homosexualität im Film überhaupt thematisieren bzw. zumindest andeuten zu können.
Über Symbole verstehen und erklären wir die schwule Welt: Wer in der Community von Bären spricht, muss nicht befürchten, dass das Gegenüber an das Raubtier denkt. Ein Film wie „Erdbeer und Schokolade“ oder „Beefcake“ soll Appetit auf Männer machen. Ohne den Kleiderschrank als Symbol würde es den Begriff „Coming out [of the Closet]“ nicht geben.

Zum Referent: Erwin In het Panhuis ist Diplom-Bibliothekar und Historiker. Er forscht seit Jahrzehnten zu nicht-heterosexuellen Themen. Für sein aktuelles Projekt zur Symbolik hat er über 500 Filme aus mehr als 100 Jahren Filmgeschichte analysiert.

Samstag 20.01.2018 ab 20 Uhr:
Trierer Poetry Slam zum Thema LGBTI+ in Kooperation mit dem Kultur Raum Trier e.V.
Trierer Poetry Slam „Verbum Varium Treverorum“ – ein Queerslam! Egal ob schwul, lesbisch, bi, hetero, trans*,cis, alle Menschen und Einhörner sind willkommen, wir freuen uns.
Beim Poetry Slam fliegen die verbalen Fetzen, wenn die Dichter mit ihrer selbst verfassten, zeitgenössischen Slam-Poesie die Bühne stürmen. Und welche Performance, welcher Text, ob gesprochen, geschrieen oder geflüstert, hinterlässt beim Publikum den stärksten Eindruck? Prosa und Poesie, Genie und Wahnsinn, Shock und Awe, bei diesem literarischen Freestyle Wettbewerb entscheiden die Zuschauer über Sieg und weniger Sieg. Jeder der Künstler hat sieben Minuten Zeit, seinen Text zu präsentieren.

Montag 22.01.2018 ab 18 Uhr im Schmit-Z:
Workshop mit Vincent Maron zum Thema „LGBTI im Kontext Medien“
Im Rahmen der queeren Kulturtage Homosella, organisiert von den queeren und feministischen Referaten der Universität Trier, veranstalten auch wir einen interessanten Abend. Ganz nach dem Motto „Irgendwas mit Medien“, haben wir auch „Irgendwas mit Medien und LGBTI“ für euch.

Wir zeigen euch wie präsent LGBTI (lesbian, gays, bisexual, Trans* and Inter*) im Fernsehen, Serien, Filmen oder der stinknormalen Nachmittagswerbung im Flimmerkasten sind. Oder sind LGBTI vielleicht auch unischtbar und werden nicht gezeigt ? Wenn ja warum? Was hat eine noch gängige Heteronormativität im Bereich der Mainstream Medien für LGBTI zu bedeuten ? Welche neuen und aktuellen Beispiele für die Sichtbarkeit von LGBTI gibt es und treffen diese den Gedanken der Community.
Wir laden ein zum Zuhören, Mitdiskutieren und Anschauen. Es gibt leckere warme und heiße Getränke an der Theke. Der Eintritt ist kostenfrei.

Dienstag 23.01.2018 ab 18 Uhr in Raum B21:
Vortrag / Buchvorstellung mit Patsy l’Amour laLove „Beißreflexe“
Queerer Aktivismus, Polemik und Identitätspolitik
Mit dem Sammelband „Beißreflexe“ wurde im deutschsprachigen Raum erstmals eine umfassende Kritik an queerem Aktivismus vorgelegt, dessen 27 Autor_innen sich in unterschiedlicher Weise für eine sexuelle Emanzipation und gegen autoritären Aktivismus aussprechen. „Beißreflexe“ löste eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit Queer und Sexualpolitik aus. An einigen Punkten aber trat das Buch und dessen tatsächlicher Inhalt in den Hintergrund.

Patsy l’Amour laLove greift in ihrem Vortrag die mediale Debatte auf und rückt den Inhalt des Buches wieder in den Mittelpunkt: Queeren Aktivismus und eine emanzipatorische, kritische Sexualpolitik. Sie spürt dem Vorwurf der Polemik nach und stellt zur Diskussion, was polemisches Streiten auszeichnet und wo sich die Polemik in „Beissreflexe“ überhaupt finden lässt. Wie erfolgt eine grundlegende Kritik an der Position, die ein Gegenüber annehmen kann? Kann ein solcher Streit harmonisch geführt werden? Gibt es einen Weg, aus dem bloßen Agieren und der Vorwurfshaltung in der Debatte auszusteigen und auf den Inhalt zurückzukommen?

Donnerstag 25.01.2018 ab 20 Uhr in Hörsaal 3:
Film „Mapplethorpe: Look at the Pictures“ in Kooperation mit dem Cineasta (Weitere Infos hier!)
Anhand von Originalaufnahmen, Fotografien und Interviews zeichnen die Regisseure Bailey und Barbato das exzessive Leben des Fotografen und bildenden Künstlers Robert Mapplethorpe nach. In den 1980ern mit seinen streng formalen Porträts von Berühmtheiten wie Andy Warhol, Deborah Harry oder Richard Gere zu Bekanntheit gelangt, blieb er vor allem für seine provokativen Arbeiten, insbesondere das „Portfolio X“, im Gedächtnis: Die expliziten Nacktaufnahmen mit homoerotischen/BDSM Inhalten schockierten seinerzeit religiöse und konservative Kräfte in den USA und lösten eine Grundsatzdebatte über die Förderung von Kunst mit öffentlichen Geldern aus. Selbst nach seinem Tod 1989 kam es zu Zensur(-versuchen) in verschiedenen Ländern. Seine enge Freundin Patti Smith schrieb über ihn: „Robert took areas of dark human consent and made them into art. […] He was presenting something new, something not seen or explored as he saw and explored it.“ Der Film läuft in Englisch mit deutschen Untertiteln.

Samstag 27.01.2018 ab 23 Uhr im Schmit-Z:
Abschlussparty der Homosella in Kooperation mit dem Schmit-Z. Eintritt 3€ zu Gunsten des AStA. Garderobe kostenlos. Getränkespecial: Zwei Schnäpse zum Preis von einem. Eintritt ab 18 Jahren.

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