Jahresbilanz Arbeitsmarkt 2017 – Niedrige Arbeitslosigkeit bringt neue Herausforderungen

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Die Geschäftsleiter der Agentur für Arbeit Trier Heribert Wilhelmi (links) und Dr. Dirk Hannowsky (rechts) stellten die Bilanz des Arbeitsmarktes 2017 vor.

Bildquelle: Agentur für Arbeit Trier

REGION. 2017 ließen sich auf dem Arbeitsmarkt in der Region Trier eindeutige Tendenzen erkennen. „Einerseits ist es erfreulich, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2017 gesunken ist. Gleichzeitig steigt jedoch die Nachfrage nach Arbeitskräften, so dass offene Arbeitsstellen immer schwieriger zu besetzen sind“, bilanziert Heribert Wilhelmi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier.

Im Jahresdurschnitt waren im Jahr 2017 pro Monat 10.567 Arbeitslose gemeldet. Das waren 657 Personen weniger als noch im Vorjahr, ein Rückgang um 5,8 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 3,7 Prozent. Die niedrigste monatliche Quote wurde im November 2017 mit 3,2 Prozent erreicht, das entsprach 9.302 Personen. Zuletzt stieg im Dezember die Arbeitslosigkeit dann saisonal bedingt wieder leicht an. Die höchsten Monatsquoten lagen im Januar und Februar 2017 bei 4,4%, damals waren noch über 12.000 Arbeitslose registriert. „Diese Entwicklungen zeugen von einer stabilen konjunkturellen Entwicklung in der Region Trier, die sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt.“

Die Nachfrage nach Arbeitskräften lässt dies ebenfalls erkennen. So ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Stand 30. Juni 2017 gegenüber dem Vorjahr um 2.547 Personen auf insgesamt 172.962 angestiegen. Das entspricht einem Plus von 1,5 Prozent. „2016 war die Beschäftigung in der Region Trier bereits rekordverdächtig hoch. Umso bemerkenswerter ist daher der erneute Anstieg im Jahr 2017“, erklärt Dr. Dirk Hannowsky, Geschäftsführer bei der Arbeitsagentur. Trotz dieses Zuwachses an Beschäftigen scheint der Bedarf nach Arbeitskräften bei den Unternehmen noch immer nicht gedeckt zu sein. „Das erkennen wir daran, dass die Zahl der bei uns gemeldeten offenen Arbeitsstellen ebenfalls gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist“, so Dr. Hannowsky. Im Jahr 2016 waren insgesamt 15.310 Stellenangebote registriert worden. Dieser Wert wurde im Jahr 2017 um 708 Stellen bzw. 4,6 Prozent übertroffen und lag daher bei insgesamt 16.018. Durchschnittlich waren somit pro Monat 4.832 Stellen vakant.

Die meisten Stellenangebote wurden 2017 in der Zeitarbeitsbranche registriert, insgesamt 6.320. Ebenfalls sehr gefragt waren Arbeitskräfte im Verarbeitenden Gewerbe (1.696 offene Stellen) und im Bereich des Handels (1.667 offene Stellen). Die Nachfrage in den traditionell in der Region Trier sehr starken Branchen des Gastgewerbes und des Gesundheits- und Sozialwesens ist hingegen etwas zurückgegangen. Im Gastgewerbe wurden dennoch insgesamt 1.176 und im Gesundheits- und Sozialwesen 975 offene Stellen gemeldet.

Die Flüchtlingssituation machte sich auch 2017 auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Im Jahresschnitt waren pro Monat 2.243 Menschen ausländischer Herkunft arbeitslos gemeldet, 221 mehr als 2016 durchschnittlich. Jedoch beobachtete die Arbeitsagentur, dass „der Höchststand an gemeldeten Personen ausländischer Herkunft und auch an Personen aus Asylherkunftsländern bereits im Januar 2017 erreicht war. Damals waren 2.734 Ausländer arbeitslos, 1.058 davon aus Asylherkunftsländern. Bis Dezember sind diese Zahlen auf 2019, bzw. auf 756 gefallen.“ Als Asylherkunftsländer werden Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien bezeichnet.

Auf Basis der Entwicklungen im Jahr 2017 richten die Leiter der Arbeitsagentur Trier den Blick jedoch schon nach vorne. „Auf Grund der Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt ist es unsere Hauptaufgabe, möglichst viele Personen, die gewisse Handicaps bei der Arbeitsplatzsuche mitbringen, fit zu machen, um die offenen Arbeitsstellen zu besetzen.“ Daher lägen auf dem Abbau und der Prävention von Langzeitarbeitslosigkeit, der Steigerung der Erwerbsbeteiligung von schwerbehinderten Menschen und auf der weiteren Integration von geflüchteten Personen die Hauptaugenmerke der Agentur im Jahr 2018. Hierbei nimmt Wilhelmi die regionalen Unternehmen mit ins Boot. „Arbeitgeber müssen sich darauf einstellen, dass gesuchte Fachkräfte nicht mehr ohne weiteres auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind. Mein Appell lautet also, sich auf alternative Besetzungsstrategien einzulassen und sich von unserem Arbeitgeber-Service beraten zu lassen, wie offene Stellen am besten besetzt werden könnten. Oftmals gibt es beispielsweise die Möglichkeit, ungelernte Arbeitslose mit Unterstützung der Arbeitsagentur zu Fachkräften weiterzubilden.“ Auch die Beratung von Jugendlichen bei der beruflichen Orientierung bleibt ein Schwerpunkt bei den Aktivitäten der Arbeitsagentur. „Damit helfen wir bei der Gewinnung der Fachkräfte von Morgen“, so Wilhelmi.

Blick in die Region

Die Agentur für Arbeit Trier deckt eine Region ab, die sowohl die Stadt, als auch die vier Landkreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg und Vulkaneifel umfasst. Trotz der insgesamt guten konjunkturellen Lage lassen sich gewisse Unterschiede zwischen diesen Kreisen erkennen. Am niedrigsten waren die Arbeitslosenquoten in den Kreisen Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm. Im Jahresdurchschnitt lagen sie bei 3,0 Prozent. Im Eifelkreis entsprach dies einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 0,1 Prozentpunkte, in Trier Saarburg einem Rückgang von sogar 0,3 Prozentpunkte.

Der Kreis Bernkastel-Wittlich verzeichnete eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 3,5 Prozent, der Vulkaneifelkreis eine von 4,3 Prozent. In beiden Kreisen ging die Quote daher um 0,2 Prozentpunkte zurück. Am höchsten ist die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt in der Stadt Trier gewesen, sie lag bei 5,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist das aber ein sehr deutlicher Rückgang um 0,6 Prozent.

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