Typisch Trier

    0

    Trier ist schön. Gar keine Frage. Sofern man nicht mit Ämtern zu tun. Dann wird es unschön, teilweise sogar richtig entwürdigend. Das gilt vor allem für die Gastronomen der Stadt. Nicht für alle.

    Trier ist schön. Gar keine Frage. Sofern man nicht mit Ämtern zu tun hat. Dann wird es unschön, teilweise sogar richtig entwürdigend. Das gilt vor allem für die Gastronomen der Stadt. Nicht für alle. Nein, sicher nicht. Alle sind gleich, manche sind gleicher. Verfügt man über die notwendigen Beziehungen, geht vieles. Hat man die nicht, hat man ein Problem. Wie Savino Pistis. Wie andere auch. Wie viele.

    Was früher unter „Vitamin B“ lief, heißt heute euphemistisch „Netzwerk“. Das muss man sich in Trier schaffen. Das hat Pistis versäumt. Er ist ein so genannter „homo novus“, ein Newcomer. Unbedarft in der Szene, unbeleckt, vielleicht sogar ein wenig naiv. Er glaubte noch an den gesunden Menschenverstand, an die Möglichkeit der Verständigung. Vielleicht hätte sich Pistis aber auch bei Peter Brommenschenkel erkundigen sollen, wie man einen guten Draht zur Trierer Verwaltung findet.

    Doch Ämter in Trier ticken nicht nach hehren Grundsätzen, wie Pistis das vielleicht glaubte. Das ist hier schlimmer als anderswo. Weil die Kontrolle über Jahrzehnte hinweg fehlte – und immer noch fehlt. Die Heimatzeitung vor Ort als einzige Publikation weit und breit ist viel zu oft selbst Teil des Systems, als dass sie die Finger gerne in Wunden legen würde. Ohne die öffentliche Kontrolle aber geschieht genau das, was der römische Staatsmann Marcus Tullius Cicero schon vor über 2000 Jahren beklagte. „Sie (die Mitarbeiter der Ämter)“, sagte er, „sind eine Warnung für jeden Staat, der einen festen Beamtenapparat unterhält: Zunächst sind sie unsere Diener, dann aber glauben sie, unsere Herren zu sein.“

    Wer am längeren Hebel sitzt, hat Pistis jetzt schmerzlich erfahren müssen. Er tut gut daran, den politischen Weg einzuschlagen. Druck sollte er erzeugen, weil sein Beispiel auch zeigt, wie sehr sich Ämter in Trier längst von den Bürgerinnen und Bürgern, denen sie dienen sollen, entfernt haben. Die Trierer Verwaltung ist ein Staat in der Stadt – viel stärker als anderswo, weil kaum kontrolliert und oft nach Gutsherrenart entscheidend.

    Gibt Pistis jetzt auf, weil er müde ist vom Kampf gegen die Windmühlen, ist das ein falsches Signal. Macht er weiter, werden vielleicht auch andere zu ihm stoßen, die sich trauen, die Selbstherrlichkeit der Trierer Verwaltung auch öffentlich anzuprangern. Und das ist gut so. Gut für die Bürgerinnen und Bürger. Gut für Trier.

    ZUM ARTIKEL

    1 KOMMENTAR

    1. erst gestern hatte ich mit 2 Schwerstbehinderten Frauen das Thema Umgang der oft Schicksal spielenden Sachbearbeiterinnen, besonders im sozialen Bereich ,mit ihren Klienten.Es ist oft unmenschlich wie hier vom Schicksal schwer geschlagene Menschen behandelt werden. Dies besonders im Bereich des persönlichen Budgets.Die folgenden Worte habe ich schon mal an Frau Dreyer gerichtet

      o
      Raimund Schäfer traurig aber wahr. meine Betreuung von Sigi kostet den Staat monatlich 60¤ für 120 Std.Das persönliche Budget beträgt 210,00¤ , davon werden 2 Drittel auf meine Grundsicherung angerechnet.Die Solidargemeinschaft spart durch mein Engagement monatl. mindestens 1.500¤ da Sigi vorher 7 Jahre in der Tagestätte verwaltet wurde. Ich betreue Sigi seit 20 Monaten 30.000 ¤ ersparnis.Unser Antrag auf 200,00¤ netto für für meine intensive Betreuung unabhängig von meiner Grundsicherung wurde vom Stadtrechtsausschuß abgelehnt. Begründung: u.a man könne nicht jeden Besuch eines guten Bekannten finanzieren. Mir würde es ja auch was bringen was ich selbst gesagt hätte.
      Gestern um 09:57 · Gefällt mirGefällt mir nicht mehr
      o
      Raimund Schäfer Wo sind wir denn??Was wünscht sich eine Schwerstbehinderte wohl mehr als einen Betreuer der in seiner Aufgabe aufgeht?Ich könnte ein Buch schreiben. Diesen Monat habe ich z.b. noch keine Zahlung erhalten und muß sogar mit den Fahrtkosten in Vorkasse gehen.Es wird nicht mehr kommuniziert im Amt für Soziales . Man (Frau) schickt eine E.Mail eine Etage tiefer welche dann in einem Berg von Papieren untergeht. Oder man weiß nicht, ob man einen Montags abgegebenen formlosen Folgeantrag für das persönliche Budget Mittwochs der Folgekonferenz vorlegen kann,so daß es keine Unterbrechung der Zahlung zur Folge hat. Er wurde nicht vorgelegt..usw usw usw
      Gestern um 10:13 · Gefällt mirGefällt mir nicht mehr
      o
      Marienne Pimentel Brommenschenkel wirklich traurig!
      Gestern um 11:08 · Gefällt mirGefällt mir nicht mehr
      o
      Anne Chérel unverschämt!
      Siglinde Füldner ich bewundere Raimund ob seinerGeduld ohne seine Hilfe wäre ich wohl schon im M.S. Heim

      trotz Allem:ich werde Sigi weiter betreuen

      liebe Grüße ins Schammatdorf
      Raimund

    2. Ich finde wenn Demokratie wirklich etwas verändern würde, wäre sie illegal.
      Der Cafebesitzer soll kämpfen!

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.