Bordellwerbung in Trier: Verbot im Umkreis von Schulen ab Januar

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Symbolbild: Bordellwerbung

TRIER. Die Übergangsfrist geht zu Ende: Ab 1. Januar 2018 wird die Stadt gegen Prostitutionswerbung im Stadtgebiet vorgehen. Darauf wies Ordnungsdezernent Thomas Schmitt bei der Pressekonferenz des Stadtvorstands am Montag hin.

Grundlage ist eine neue Rechtslage, die Prostitutionswerbung nicht generell, jedoch unter bestimmten Bedingungen verbietet. Demnach kann eingeschritten werden, wenn der Jugendschutz durch die Art der Darstellung, den Inhalt, den Umfang oder die konkrete Verbreitung einer solchen Werbung gefährdet ist. Aus Sicht der Stadt ist dies allein durch den massiven Umfang der Werbung gegeben. Deshalb gilt ein Mindestabstand von 500 Metern zu Schulen, Kitas, Familienzentren und Jugendeinrichtungen. Innerhalb dieses Radius ist Prostitutionswerbung künftig verboten. Diese wird nur noch an wenigen Orten möglich sein, darunter Gewerbegebiete und das Trierer Hafengelände.

Der Dezernent zitierte die Beschwerde eines Bürgers, wonach es sich nicht mehr um Werbung, sondern um den Versuch handele, das Stadtbild zu dominieren. Neben den Plakaten wird die Stadt auch gegen Fahrzeuge vorgehen, die abgestellt werden und Werbezwecken dienen.

Bußgeld

Ab 1. Januar kontrolliert die Stadt, ob das Verbot eingehalten wird. Ist dies nicht der Fall, erhalten die Betreiber der Plakatflächen Bescheide – gegebenenfalls auch mit einer Bußgeldandrohung. „Dann wird man sehen was passiert“, sagte Dezernent Schmitt. Gegen den Bescheid könne Widerspruch eingelegt werden, was letztlich zu einer Klage beim Verwaltungsgericht führen könne, informierte der Jurist. Schmitt hält den Weg vor Gericht für alles andere als ausgeschlossen: „Ein Bundesdachverband der Plakatflächenbetreiber teilt unsere Rechtsansicht nicht und er wird wohl klagen. Wir denken aber, dass wir uns juristisch in einem sicheren Bereich befinden.“ Ein großer Plakatflächenbetreiber in der Region hat das Verbot hingegen anerkannt. Schmitt wies in diesem Zusammenhang auf das Beispiel Saarbrücken hin, wo der führende Anbieter von Werbeflächen im Saarland eine freiwillige Selbstverpflichtung eingegangen ist und keine Bordellwerbung mehr plakatiert.

Die städtische Frauenbeauftragte Angelika Winter berichtete von einer Zunahme der Beschwerden über die Bordellwerbung in der letzten Zeit. Diese komme von Frauenverbänden, aber auch von Männern. Die große Menge an Werbeplakaten störe viele und beeinflusse das Bild der Frau in der Öffentlichkeit.

Innerhalb der gelben Abgrenzung ist Werbung für Bordelle künftig nicht mehr erlaubt. Das Verbot gilt im gesamten Stadtgebiet im Umkreis von Kitas, Schulen und sonstigen Jugend- und Familieneinrichtungen.

8 KOMMENTARE

  1. Und wer wird das kontrollieren, wie eh und je keiner wenn man noch nicht mal im Stande ist die Busparkplätze im Weberbach frei zuhalten. Armes Trier, macht weiter so, seit sowieso zu nichts im Stande.
    Am Wochenende, Busparkplatz am Palastgarten, da standen 2 Reisebusse, ein dritter hätte keinen Platz mehr gehabt, Rest alles voller PKW’s, Kontrolle – Fehlanzeige. Soviel dazu wenn man noch nicht mal im Stande ist einfachste Dinge umzusetzen, lassen wir es sein, es wird sich in dieser Stadt nichts ändern.

    • Damit steht und fällte alles. Für die Umsetzung ist die Abteilung im Ordnungsamt zuständig, welche sich auch für die Kontrollen der Wahl,-Veranstaltungs,und Wilden Plakate bzw. der Straßenmusiker und Sondernutzungen auszeichnet. Das die jetzt nicht so erfolgreich unterwegs sind ist anerkannt.Also muss isch der Dezernent daran messen lassen wie er die auf Trab bringt.
      Getreu dem Motto : Uns schöner Trier

  2. jetzt mal ehrlich ?! wen interresiert denn die Werbung auf der nichts zu sehen ist ! Im Internet und an jedem Kiosk gibts mehr zu sehen ! Hier haben wieder mal die Moralapostel zugeschlagen

  3. Aber kräftig dran verdienen ist nicht unmoralisch oder? Die Stadt Trier bzw das Finanzamt verlangt pro Mädel und Tag 50,00EUR, Quelle TV.
    Abgesehen davon gehört zu einer Grossstadt eine gewisse Weltoffenheit, heisst jeder nach seiner facon. Wenn ich einerseits tolerieren soll dass verschleierte und kopftuchtragende Damen durch die Gegend spazieren (wie beeinflusst das das Bild der Frau, wenn im Sommer eine vollverschleierte Frau hinter ihrem Mann hertrottet, der in kurzen Hosen und Badeschlappen seine haarigen Beine zeigt? Dass sie weniger darf als ein Mann) muss ich eben das auch tolerieren.

  4. Ach der Peter, wie eh und je, ein vorurteilsbeladener Mensch, der im Leben so unzufrieden ist, dass er damit alle anderen Menschen belästigen muss! Wir müssen ja leider auch Ihre Kommentare ertragen und tolerieren, und das ist weitaus schlimmer als jedes behaarte Bein! Und schauen Sie sich mal einige deutsche Urlauber in südlichen Gefilden an, das ist auch nicht sehr gut zu ertragen, wie die rumrennen, Tennissocken, ekelhafte Shorts und dann erbrechen die noch über den ganzen Strand am Ballermann! Ja genau, in Deutschland sind alle deutschen Frauen zu Hause vollkommen gleichberechtigt! Sie glauben auch noch an den Osterhasen, gell! Was ist denn mit den verschleierten katholischen Nonnen!? Die müssten Sie doch dann auch stören, oder nicht? Und die dürfen noch nicht mal einen Mann haben, so was im heutiger Zeit!

    • Die in Deutschland lebenden Frauen nicht nur deutscher Nationalität die ich kenne sind zuhause gleichberechtigt. Wie es bei Ihnen und in Ihrem Umfeld aussieht weiss ich natürlich nicht :), ich gehe davon aus dass Sie eher dem Kleinbürgertum entstammen. Was die verschleierten Nonnen angeht: Das ist deren private Entscheidung, denn Religion ist Privatsache und hat im öffentlichen Raum nichts zu suchen, deshalb bin ich auch gegen jede religiöse Symbolik im öffentlichen Bereich und Einflussnahme der Religion auf das öffentliche Leben. Dass bei uns die Trennung von Religion und Staat mittlerweile gut funktioniert sieht man gerade an den Nonnen. Vor einigen Jahrzehnten hatten die Klöster noch regen Zulauf ua weil viele Familien ihre Töchter stark religiös beeinflussten und christiliche Religion im öffentlichen Bereich noch stark dominant war, während heute die Gesellschaft doch weltlicher ist, weshalb heute kaum noch jemand den Schleier nimmt, deshalb bin ich auch dagegen, dass im Bereich des Islam diese Entwicklung zurückgedreht wird und veraltete und frauenfeindliche Gesellschaftsbilder unter dem Deckmantel falscher Toleranz akzeptiert werden.

  5. Es ist schön zu sehen, das die Stadt dem starken Bürgerwillen so Rechnung tragen will und dies nach der neuen Gesetzeslage so einfach möglich ist.
    Die Werbenden haben es ja auch sehr stark übertrieben, obwohl klar war wohin die Reise geht. Hätten die sich mal zurückgenommen, wäre es wohl nicht so weit gekommen.
    Bleibt abzuwarten, ob das Ordnungsamt (ehem. Bauverwaltungsamt) in der Lage ist und die Motivation aufbringt auch für die Umsetzung zu Sorgen. Hieran wird sich der neue Dezernent auch messen lassen. Ich bin da aber positiv das er da ein Auge drauf wirft.

  6. für die die sich hier so aufregen wird die Werbung der Bordelle etc sowieso überflüssig sein, die finden den Weg und die Etablissements schon von alleine

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