“Behindert – na und!“ – Regionale Arbeitgeber informierten sich bei der Agentur für Arbeit in Trier

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Bundesarbeitsministerin Dr. Katharina Barley bei ihrem Vortrag im Rahmen der Veranstaltung

TRIER. „Wir sollten viel stärker fragen, was ein Mensch kann und nicht so sehr, was ein Mensch nicht kann!“ Diesen Appell richtete die geschäftsführende Bundesarbeitsministerin Dr. Katharina Barley beim Faktor A – Business Talk in der Agentur für Arbeit Trier an die anwesenden regionalen Arbeitgeber. Unter dem Motto „Behindert – na und!! Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung“ veranstaltete die Arbeitsagentur passend zur Woche der Menschen mit Schwerbehinderung einen Abend für Unternehmen, welcher der Information aber auch dem Austausch untereinander diente. Die Ministerin betonte: „Schwerbehinderte sind oft hoch qualifiziert und bringen ein hohes Maß an Motivation mit.“ Für eventuell anfallende Mehrkosten, die etwa durch die Einrichtung von behindertengerechten Arbeitsplätze entstehen können, gebe es zudem staatliche Förderungen.

Heribert Wilhelmi, Leiter der Trierer Arbeitsagentur, pflichtete ihr bei. „Angesichts der mit 3,2 Prozent sehr niedrigen Arbeitslosenquote in der Region liegt bei den arbeitslosen Schwerbehinderten viel Potential. Diese profitieren nicht im gleichen Maße von der Entwicklung wie Nichtbehinderte, obwohl sie im Durchschnitt besser ausgebildet sind. Mit Kreativität und Mut können Unternehmen, Beschäftigte und die Arbeitsagentur gemeinsam Lösungen finden, um schwerbehinderte Menschen in passende Arbeitsstellen zu bringen. Davon profitieren letztlich alle Beteiligten.“

Wie das funktioniert, zeigten einige regionale Beispiele direkt auf dem Podium. Erich Metzdorf, Mitinhaber der Firma M&S Zahntechnik, und seine gehörlose Angestellte Monika Fisch-Kloep erzählten, wie die Tätigkeit der Zahntechnikerin trotz ihrer Beeinträchtigung funktioniert. „Vertrauensvolles Zusammenarbeiten ist der Schlüssel zum Erfolg“, stellte Metzdorf heraus. Frau Fisch-Kloep beschrieb, wie sie ihren Kolleginnen und Kollegen kurzerhand selbst Gebärdensprache beigebracht habe, um besser mit diesen kommunizieren zu können. Dieter Schares von der Landmetzgerei Schares erzählte von der erfolgreichen Ausbildung von Azubis mit Lernschwäche. Er lobte dabei auch die Rolle der Agentur für Arbeit, die seinem Betrieb durch Beratung und Förderangebote geholfen habe. So gelang es, eventuell bestehende Vorurteile gegenüber der Beschäftigung von Schwerbehinderten zu zerstreuen.

Den Rahmen der Veranstaltung bildete das Team vom Faktor A – Business Talk. Es sorgte für eine passende Atmosphäre und unterhielt die Gäste mit einem Improvisationstheater, das sich auf unterhaltsame Weise dem Thema näherte. Durch den Abend führte Heribert Waschbüsch vom Trierischen Volksfreund. Diesen interessierte besonders auch, ob die Digitalisierung der Arbeitswelt Chancen für Schwerbehinderte eröffne. Dies konnte Frau Fisch-Kloep nur bestätigen. Sie erläuterte, dass beispielsweise die Einschaltung eines Gebärdendolmetschers via Internet bei Videokonferenzen ihren Arbeitsalltag sehr erleichtern würde.

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