Nach mutmaßlicher Vergewaltigung in JVA – Gewerkschaft räumt Personalnot ein

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Die Justizvollzugsanstalt Diez.

Bildquelle: Thomas Frey/ dpa Archiv

DIEZ. (dpa/lrs) Nach einer neuen Einschätzung der Gewerkschaft Strafvollzug könnte Personalnot zur mutmaßlichen Vergewaltigung im Besuchsraum des Diezer Gefängnisses beigetragen haben. Anfangs hatte sie den Fall noch nicht so eingestuft. «Das sieht jetzt etwas anders aus», sagte der rheinland-pfälzische Vorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten, Winfried Conrad, der Deutschen Presse-Agentur.

Die zwischenzeitliche Mitteilung des Justizministeriums in Mainz, den Besuchsraum künftig stets von mindestens zwei Beamten überwachen zu lassen, deute darauf hin, dass das bisher nicht immer so gewesen sei. «Wir gehen davon aus, dass mit einem Beamten mehr die Situation wohl anders verlaufen wäre», betonte Conrad. Zumal der möglicherweise alleine anwesende Bedienstete neben vier anderen Besuchen auch noch den Bildschirm der Überwachungskamera habe kontrollieren müssen.

Ein verurteilter Frauenmörder soll am 2. November in der Spielecke des Besuchsraums seine Ehefrau mit Hilfe des Kopfes eines Einwegrasierers vergewaltigt und sie mit einer Scherbe verletzt haben, bis er von Justizbediensteten überwältigt wurde. Anwesend waren auch die zwei Kinder der Frau.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat ihre Ermittlungen inzwischen auf mutmaßlichen versuchten Totschlag ausgeweitet, auch wenn die Verletzungen «zu keiner Zeit lebensbedrohlich waren». Der Häftling soll seine Frau, die eine Trennung angekündigt habe, nach der mutmaßlichen Vergewaltigung gewürgt, geschlagen und mit der Scherbe auf zahlreiche Körperstellen eingestochen haben. Die Ermittler prüfen auch ein mögliches strafrechtlich relevantes Fehlverhalten Dritter – also von Beamten, anderen Gefangenen und weiteren Besuchern.

1 KOMMENTAR

  1. Ist schon seltsam. Wenn nicht genügend Beamte zur Verfügung stehen, darf so ein Besuch nicht stattfinden. In der JVA Diez sitzen keine Hünerdiebe.
    Ich würde gerne die Stellungnahme der Anstaltsleitung lesen.

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