Härteres Vorgehen: Stadt Trier will Falschparkern an den Kragen

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Und Tschüss. Diesen Wagen muss der Besitzer beim Abschleppunternehmen abholen. Er hatte so geparkt, dass auf dem Bürgersteig in der Schützenstraße kein Durchkommen mehr war. Foto: Presseamt

Bildquelle: Rathaus-Zeitung

TRIER. Die Stadt Trier will härter gegen Falschparker vorgehen. Das könnte dazu führen, dass Autos, die unerlaubt auf Gehwegen parken oder vor Einfahrten stehen, künftig schneller am Abschlepphaken hängen. Für die Betroffenen wird das teuer.

Ein Rollstuhlfahrer hätte keine Chance, und auch mit Kinderwagen wird es eng: Ein schwarzer Saab parkt so auf dem Bürgersteig in der Schützenstraße, dass kein Durchkommen mehr ist. Zwar ist Parken auf dem Bürgersteig hier erlaubt, aber nur in eingezeichneten Flächen. Der Saab aber steht woanders. Die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung machen per Telefon eine Halterabfrage – die letzte Chance für den Besitzer, sein Auto wegzufahren. Doch er ist nicht zu erreichen. Wenig später hängt sein Wagen am Haken eines Abschleppunternehmens. Rund 300 Euro wird das den Fahrer kosten.

Bis September hat das Ordnungsamt in diesem Jahr rund 700 Fahrzeuge abgeschleppt, also zwei bis drei pro Tag. Rund 84.300 Verwarnungen haben die 22 Mitarbeiter ausgesprochen, also rund 310 pro Tag. Dass Trier im Gegensatz zu anderen Städten den Falschparkern per Halterabfrage eine letzte Chance gibt, wird sich nicht ändern, wie Ordnungsdezernent Thomas Schmitt nun angekündigt hat. Denn die Halterabfrage dauert nur wenige Minuten und löst oft das Problem mit dem falsch parkenden Auto deutlich schneller als das Abschleppen. Ein „Knöllchen“ zahlen die betroffenen Falschparker übrigens auch, wenn sie ihr Auto noch rechtzeitig vor dem Abschleppen entfernen.

Dennoch will Schmitt künftig härter gegen Falschparker vorgehen. In verkehrsberuhigten Zonen etwa wird bislang ein Falschparker zunächst aufgenommen, dann nach drei Stunden kontrolliert, ob das Auto immer noch dort steht und erst dann abgeschleppt. Diese Nachkontrollzeit wird auf eine Stunde verkürzt. Auf dem Kornmarkt, Stockplatz und Domfreihof soll die Nachkontrolle nach 30 Minuten erfolgen, dann die Halterabfrage und gegebenenfalls das Abschleppen.

Ebenfalls mit Halterabfrage, aber ganz ohne Nachkontrollzeit wird künftig in Bewohnerparkzonen abgeschleppt, wenn dort Autos ohne Bewohnerparkausweis stehen. Derzeit ist die Verkehrsüberwachung von Montag bis Donnerstag von 7 bis 21 Uhr im Einsatz, freitags von 7 bis 23 Uhr und samstags von 9 bis 23 Uhr. Sonntags und zu übrigen Uhrzeigen gibt es bei Bedarf Sondereinsätze, zum Beispiel bei größeren Festen in der Stadt. Dezernent Thomas Schmitt will im Stadtrat nun zur Diskussion stellen, ob die Zeiten ausgeweitet werden.

32 KOMMENTARE

    • Die selben Ankündigungen gab es schon unter den seinerzeit zuständigen Dezernenten Horsch, Bernarding, Kaes-Torchiani und Egger.
      Das komplette Ordnungsamt ist doch Quasi Handlungsunfähig. Entweder aus Personalmangel oder nach Anweisung bzw. der mangelnder Motivation einiger Mitarbeiter:
      Kontrollen und Verfahren nach Müllsündern, Leinenpflicht, Wildplakaten, Jugendschutz(z.B. Alkoholverkauf), Wildpinkler suw. sind doch so gut wie nicht vorhanden.
      Alleine was heute/gestern noch an Wahlplakaten an Hauptstraßen hing, über einen Monat nach der Wahl und 4 Wochen nach Ablauf der Erlaubten Hängezeit.
      Und schöner Trier….

        • Nicht nur vielleicht. Dem ist auch so.
          Beispiele hierfür gibt es genügend.
          Diese sog. Hilfspolizeibeamten sind oft nichts anderes als in 2-3 Monats Lehrgängen angelernte Hilfskräfte. Viele nutzen diese Jobs oft nur um sich damit einen Fuß in die Tür zu bekommen und dann bei internen Stellenumbesetzungen innerhalb der Verwaltung eine bessere Startposition zu bekommen.

  1. Das zeigt mir wieder , das man in Trier nicht mehr mit seinem Auto einkaufen gehen kann, ohne das man dafür Unsummen an Parkgebühren ausgeben soll. Ich für meinen Teil ziehe es jetzt schon vor Regelmässig lieber rund 40 km weiter zu fahren und dort alles zu kaufen. Da ich da dann umsonst Parken kann und das so lange ich will und bekomme auch das alles was ich in Trier denn kaufen würde.

  2. Es geht doch hier, genau wie bei den Geschwindigkeitskontrollen, in erster Linie darum um Geld zu machen. Oder glaubt wirklich jemand die Stadt würde so viele Kontrollen machen, wenn sie Geld drauf legen müsste? Kontrolliert wird da und dann wo es sich am meisten lohnt.

    • Falsch. Kontrolliert wird dort, wo es am wenigsten Arbeit und möglichst keinen Ärger mit dem Autofahrer macht.
      Dort, wo man höhere Knöllchen ausstellen könnte, wird nicht kontrolliert und schon gar nicht sanktioniert.

    • Und hoffentlich werden Sie, ob Ihrer dämlichen Verhaltensweise, nicht bald arbeitslos! Wahrscheinlich kaufen Sie den Rest Ihres Bedarfs auch noch im Internet!

      • mach ich auch !!!! denn hier gibts nie was ich gerne hätte , als Ausrede gibts Geschichten die man kaum glauben kann !
        Beispiel : wollte ne schwarze Jacke von einer bestimmten Marke, die Verkäuferin versicherte mir dass der Hersteller keine schwarzen produziert ! Ich sagte noch aus Qautsch “ aja , nur blaue wegen der Jeans “ . Sie war froh dass ich ihr ne Antwort in den Mund legte. Zu dem Zeitpunkt trug ich eine schwarze Jacke von diesem Hersteller ! Traurig ! Also fuhr ich nach Hause , bestellte mir ne schwarze Jacke im Internet und hatte sie 2 Tage später ! warum soll ich mir denn nochmals den Stress antun nen Parkplatz zu suchen, lapidare Ausreden mir anzuhören ?

  3. Es geht hier vermehrt um zusätzliche Einnahmen innerhalb des Stadtgebietes, ihr glaubt doch nicht dass andere Wohngebiete so überwacht werden…..lol
    Wird alles nur schön geschrieben, ich kann nur wieder schmunzeln

    • Wenn es um Einnahmensteigerung ginge, warum Steigert man dann die Einnahmen nicht indem man z.B. die höher bewerteten Delikte ( Feuerwehrzufahrten, blockierte Kreuzungen, Fußgängerzonenparker) angeht?
      Die Verwaltung geht den Weg des vermeintlich geringsten Wiederstandes.

  4. Dann aber auch bitte den Radweg am Moselufer. Der ist hinter dem Wasserschifffahrtsamt immer so zugeparkt, dass es unmöglich ist dort vorbei zu kommen.

  5. Stellt sich die Frage warum hier in Trier überhaupt so eine miese Parkmoral herrscht.
    Antwort: Weil die Stadt jahrzehntelang alles hat laufen lassen
    Weil die Verkehrsinfrastruktur, Parkschilder usw zt in einem erbärmlichen Zustand sind.
    Frage mich wie es zb mit der Haftung der Stadt aussieht, wenn ich von der Porta Richtung KW-Brücke fahre, der Mittelstreifen ist kaum zu erkennen und viele schaffens ncht die Spur zu halten, gekracht hat es da ja schon ein paarmal, das könnte man auch als grobe Fahrlässigkeit der Stadt sehen

    • Viele Schilder sind z.B. auch schlicht und einfach ungültig weil diese beschädigt, überklebt, dreckig oder verblichen sind.
      So ein Fußgängerzonenschild kostet mal eben 300-400 €. Ein Parkverbotsschild ca. 100 €
      Aber Strafanträge stellt die Stadt nach Vandalismus seltenst.Das müsste doch Automatisch gehen: Der Schildermonteur macht mit seinem Diensthandy Fotos, sendet die dem Innendienst, der fügt dann in einem Formular noch Schadensumme und mögl. Tatzeit hinzu und schickt das per Mail an die Polizei. Aufwand: % Minuten.
      Grade bei sog. tags bzw Graffitis besteht die Möglichkeit das hier die Täter über die Polizeidatenbank gefunden werden können.

  6. Nicht vergessen, in Tier war ja jahrelang der Jensen an der Macht, mit seinem kunterbunten Trier, aus dem sich gerade diese Klientel rekrutiert, also Graffitischmierer und co, musste daher vorsichtig umgegangen werden.

  7. Ich bin mal gespannt ob das nur wieder die üblichen vollmundigen Versprechen der Stadtverwaltung sind oder ob dem auch Taten folgen, ich kenne keine Stadt von der Größe Triers wo man so eine Missachtung der Verkehrsregeln beim Parken duldet wie in Trier , schlimmer noch , wenn man die Einfahrt zugeparkt bekam hat sich die Verwaltung bisher immer gewunden dort abschleppen zu lassen, das finde ich einfach unmöglich

  8. „ich kenne keine Stadt von der Größe Triers wo man so eine Missachtung der Verkehrsregeln beim Parken duldet wie in Trier“
    Wenigstens etwas worin Trier einzigartig ist

  9. Ich bin dafür das die Parkgebühren gesenkt werden,und die Leute
    kostengünstig parken können.Die Stadt Trier hat viele Rennpisten,da wird nicht kontrolliert,
    zB.Theodor-Heuss Allee Christrophstr.Nordallee,hier gehts oft zu wie auf der Autobahn,viele Menschen stehen an der Ampel die viel zu kurz schaltet,hier etwas zu ändern wäre wichtiger wie den
    Parksündern nach zulaufen,hier müssen Radarfallen eingesetzt werden,da sprudelt die Kasse.

    • da sprudelt die Kasse ? Hoffe dass Sie als Fußgängerin , die sehr wahrscheinlich bei ROT rüberrennt zum sprudeln was beitragen !

    • Es geht nicht alleine um die Autofahrer die kein Parkticket ziehen , es geht um die Autofahrer die ihr KFZ dort abstellen wo es keine Parkplätze gibt, wie zb. in der Fussgängerzone , vor Feuerwehreinfahrten , auf Radwegen etc, diese sollen entsprechend sanktioniert werden.

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