Glückspielbranche für Einführung von Gesichts-Scans

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Bildquelle: Angelika Warmuth / dpa-Archiv

MAINZ (dpa/lrs). Vertreter der Glücksspielbranche fordern biometrische Kontrollen an Automaten in Gaststätten und an den Eingängen von Spielhallen. Ziel sei der Schutz von Spielsüchtigen und Jugendlichen, sagte der Vorstandssprecher des Verbandes Die Deutsche Automatenwirtschaft, Georg Stecker, am Donnerstag in Mainz.

«Wir wollen kein Geld mit kranken Menschen verdienen und wir wollen auch kein Geld mit Minderjährigen verdienen.»

Von der Kontrolle mittels Kamera und Datenbank erhofft sich der Verband mehr Qualität am Markt. Auch Maßnahmen wie Gütesiegel für Verbraucher und unabhängige Zertifizierungen sollen dazu beitragen. Der Hintergrund: Ab 2021 gelten in Rheinland-Pfalz neue Regeln für Spielhallen. Dann tritt der Glücksspielstaatsvertrages außer Kraft. Der Verband befürchtet, dass viele legale Betreiber dann aufgeben müssen. Werde das legale Angebot knapper, breite sich das illegale Glücksspiel aus, sagte Stecker.

Noch ist neue Kontrolltechnik an Spielautomaten nirgends im Einsatz. Ein Prototyp wurde von einem nordrhein-westfälischen Unternehmen entwickelt. Sobald sich ein Spieler an ein Automaten setzt, startet ein Scan seines Gesichts. Ist er in der Datenbank etwa als gesperrt gelistet, schaltet sich das Gerät nicht frei.

Die Technik wird dem Unternehmen zufolge bereits an den Eingängen zu einigen Spielhallen in Deutschland eingesetzt. In Rheinland-Pfalz gibt es nach Verbandsangaben an 546 Standorten Spielhallen mit insgesamt rund 10 000 Geräten, an denen um Geld gespielt wird. Hinzu kämen rund 2750 Automaten in der Gastronomie.

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