Erstmals Stolpersteine für zwei homosexuelle Opfer des National-sozialismus in Trier

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Symbolbild

Die AG Frieden organisiert die Würdigungsfeier zur Stolpersteinverlegung am 6. November 2017 für die Zwillingsbrüder Ernst und Leo Salomon in der Hohenzollernstraße 13 in Trier, die Inititative geht von Jürgen Wenke, Diplom-Psychologe aus Bochum aus, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Vereins Rosa Strippe e.V., der dazu zwei Tage später einen Vortrag in Trier hält.

„Den Opfern ihre Namen zurückgeben“, das wollen der Kulturverein Kürenz und die AG Frieden, die das Stolpersteinprojekt des Künstlers Gunter Demnig 2005 nach Trier gebracht haben, seitdem wurden über 160 Gedenksteine für Opfer des Nationalsozialismus in Trier verlegt.

Am Montag 6.11.2017 um 15 Uhr verlegt Gunter Demnig im Auftrag der AGF zwei weitere Stolper¬steine vor dem Haus Hohenzollernstraße 13. Dort, die beiden Trierer wurden deportiert und ermordet – das Leben und Verfolgungsschicksal der Zwillingsbrüder und ihrer Herkunftsfamilie sind durch Recherchen von Jürgen Wenke aus Bochum belegt. Jürgen Wenke wird bei der Verlegung einiges zu den Biografien der beiden Naziopfer sagen – zudem ist eine 10. Klasse des Humboldt Gymnasiums Trier beteiligt. Dort waren die Salomon-Zwillinge bis zur mittleren Reife Schüler. Stolperstein-Patin für beide Stolpersteine ist Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Wir danken dem Initiator Jürgen Wenke, der Patin Malu Dreyer sowie den Schüler*innen und Unterstützer*innen. Sie tragen mit diesen dezentralen Gedenk¬orten dazu bei, dass die Menschen nicht vergessen werden, die aufgrund des Rassen¬wahns der Nazis und ihrer Homosexuellenfeindlichkeit er¬mordet wurden oder weil sie der Diktatur im Wege standen“ so Markus Pflüger von der AG Frieden. „Das Gedenken an die Opfer soll zur Wachsamkeit mahnen und der Wiederholung entgegenwir¬ken, damit die braune Ideologie nie wieder Fuß fasst. Stolperstei¬ne sind inzwischen wichtiger Bestandteil der Gedenk¬kultur Triers und in vielen Orten in Europa.“
Die AGF bietet zu den Stolpersteinen und der Trierer Nazizeit historische Rundgänge an. Gegen Spende ist zudem die Neuauflage der Broschüre „Stolpersteine erzählen“ von 2016 im Weltladen der AGF in der Pfützenstr.1 erhältlich.

Zur Verlegungsfeier in der Hohenzollernstraße um 15.00 Uhr sind alle Interessierten, Freunde und Bekannte sowie Nachbarn eingeladen.
Am gleichen Tag finden in Trier weitere Verlegungen im Auftrag des Kulturvereins Kürenz statt: Engelstraße 15/17 (sechs Stolpersteine), Peter Friedhofen Straße 7 (ein Stolperstein) – und anschließend im Stadtteil Trier-Ehrang einen weiteren Stein in der Kyllstr. 37.

Hinweis: Vortrag „Das doppelte Stigma“ Zur Verfolgung Homosexueller in der Nazizeit in Trier am Mittwoch 8. November 2017 um 20:00 Uhr im Stadtmuseum Simeonstift, Porta Nigra Trier, Referent: Jürgen Wenke, Bochum, Veranstalter: AG Frieden in Kooperation mit Hein-rich Böll Stiftung RLP, Stadtmuseum Simeonstift, SCHMIT-Z, gefördert durch LAG Gedenk-stätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in RLP

1 KOMMENTAR

  1. Mein Dank für die Unterstützung bei der Erforschung der Lebens- und Verfolgungswege der Zwillingsbrüder Ernst und Leo Salomon gilt zahlreichen Unterstützern, von den zahlreichen Personen und Institutionen ist aber einer sehr maßgeblich: Rainer Hoffschildt hat mir die entscheidenden ersten Hinweise gegeben und eine erste Zusammenfassung der wichtigsten von vielen folgenden Quellen, so dass meine Arbeit überhaupt erst möglich wurde.
    Ihm sei besonders gedankt.
    Ebenso der AG Frieden in Trier und dem Kulturverein Kürenz, die sich vor Ort in Trier sehr engagieren.
    Danke! Und danke an alle weiteren UnterstützerInnen!

    Jürgen Wenke

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