Warnstreik an katholischem Klinikum: Tarifvertrag gefordert

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Bildquelle: Rald Hirschberger / dpa-Archiv

OTTWEILER (dpa/lrs). Rund 50 Beschäftigte sind am Mittwoch im Saarland in den nach Gewerkschaftsangaben bundesweit ersten Warnstreik an einem katholischen Krankenhaus getreten.

Das Ziel der Mitarbeiter in der Marienhausklinik in Ottweiler (Kreis Neunkirchen): ein Tarifvertrag zur Entlastung. Die Aktion habe pünktlich um 6.00 Uhr begonnen, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Quetting. Sie soll 24 Stunden dauern. Von Arbeitgeberseite gibt es heftige Kritik.

Laut Verdi ist der Warnstreik legal, der Klinik zufolge nicht. Kirchliche Einrichtungen schlössen generell keine Tarifverträge mit Gewerkschaften, hatte die Klinik schon zuvor erklärt. Vielmehr folgten sie arbeitsrechtlich dem sogenannten Dritten Weg. Dabei verhandeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer paritätisch besetzten Kommission miteinander.

Die Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission (AK) des Deutschen Caritasverbandes verurteilte den Warnstreik. Der Dritte Weg sei durch die Verfassung geschützt und lasse keinen Streik zu, erklärte AK-Sprecher Norbert Altmann. Verdi solle nicht vorgeben, ein Ausstand sei der einzige Weg, um die Interessen der Mitarbeiter zu wahren. Außerdem sei eine Beteiligung der Gewerkschaft an der Kommissionsarbeit möglich. Verdi hat das bislang abgelehnt.

Altmann erklärte, es sei verantwortungslos, die Beschäftigten durch eine Warnstreik arbeitsrechtlichen Risiken auszusetzen. Die Klinik in Ottweiler hat gewarnt, dass eine Beteiligung an dem Ausstand arbeitsrechtliche Konsequenzen haben könne. Es seien aber keine konkreten Maßnahmen angedroht worden. Verdi kritisierte, die Mitarbeiter seien unter Druck gesetzt worden. Während des Warnstreiks ist die Versorgung der Patienten laut der Klinik gesichert.

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