Atomwaffengegner wegen Hausfriedensbruchs verurteilt

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Bildquelle: dpa-Archiv

COCHEM/BÜCHEL (dpa/lrs). Ein Jahr nach ihrem Protest auf dem Militärstützpunkt Büchel in der Eifel sind vier Friedensaktivisten zu Geldstrafen verurteilt worden. Das Amtsgericht Cochem sprach die vier Atomwaffengegner des Jugendnetzwerks für politische Aktionen am Mittwoch des gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs schuldig.

Sie erhielten Strafen von jeweils 30 Tagessätzen – zu je 60, 30, 25 und 15 Euro. Die Verurteilten sind nach Angaben des Jugendnetzwerks ein 65-jähriger Kinderarzt, eine 54 Jahre alte Hebamme und zwei Studenten im Alter von 22 und 24 Jahren.

Die Friedensaktivisten waren im September vergangenen Jahres in den abgesperrten Luftwaffenstützpunkt im Kreis Cochem-Zell vorgedrungen. Bundeswehrsoldaten nahmen sie in Gewahrsam. Insgesamt blockierten damals nach Angaben des Jugendnetzwerks neun Aktivisten die Start- und Landebahn. Nach offiziell nicht bestätigten Informationen lagern dort bis zu 20 US-Atomsprengköpfe.

Das Urteil des Amtsgerichts Cochem ist noch nicht rechtskräftig. Eine Sprecherin des Jugendnetzwerks sagte, die Verurteilten überlegten noch, ob sie Rechtsmittel einlegen würden. Eine von ihnen kündigte an: «Wir werden auch weiterhin mit vielen Menschen in Büchel ungehorsam aktiv sein und damit immer wieder die Gerichte konfrontieren.» Das Jugendnetzwerk für politische Aktionen ist einer der Preisträger des Aachener Friedenspreises 2017.

1 KOMMENTAR

  1. Hier wurde meiner Meinung nach gewissen “ Berufsdemonstranten“ im Namen des Volkes eine leichte Abstrafung vermittelt. Sie sind aber wie Zecken, sie hören nicht auf:«Wir werden auch weiterhin mit vielen Menschen in Büchel ungehorsam aktiv sein und damit immer wieder die Gerichte konfrontieren.» Ich selbst war in den 80er Jahren dort wehrpflichtig und es war eine tolle, schöne Zeit.

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