Kommunen müssen für Behandlung von Fundkatzen zahlen

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Bildquelle: Sebastian Gollnow / dpa-Archiv

KOBLENZ (dpa/lrs). Eine Tierarztpraxis muss die Kosten für die Behandlung sogenannter Fundkatzen von der zuständigen Kommune erstattet bekommen. Das urteilte das Verwaltungsgericht Koblenz laut Mitteilung vom Mittwoch.

Im konkreten Fall hatte eine Praxis 2016 drei verletzte Katzen für rund 2000 Euro behandelt, aber das Geld nicht von ihrer Verbandsgemeinde in der Eifel zurückbekommen. Diese argumentierte, die Tiere seien keine Fundkatzen, sondern herrenlos. Der Zustand der drei Katzen habe auf ihre Verwilderung hingedeutet. Die klagende Praxisbetreiberin argumentierte dagegen, die Tiere seien nicht verwildert gewesen – nur verletzt.

Das Gericht gab der Zahlungsklage statt. Die Klägerin habe mit ihrer Katzenbehandlung etwas für die Gemeinde als Fundbehörde getan, und die drei Katzen seien Fundtiere gewesen. Freilaufende Katzen seien nicht gleich herrenlos: Allein die Tatsache, dass eine Hauskatze alleine unterwegs sei oder sich von ihrem Zuhause oder Revier entfernt habe, sei noch kein Indiz hierfür.

Zwar gibt es laut Gericht auch Wildlinge – eigenständig lebende, scheue Katzen, die meist nur noch mit einer Falle eingefangen werden könnten. Die drei behandelten Tiere hätten aber nicht dazu gehört. Beispielsweise habe ein Kater einen Mikrochip und ein Halsband gehabt. Gegen das Urteil kann die Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz beantragt werden.

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