Klinikum Mutterhaus investiert in modernste Technik

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Christine Tuch, Medizinisch-technische Radiologieassistentin (MTRA) im Klinikum Mutterhaus Mitte zeigt das neueste Gerät in der Radiologie. Mit der Tomosyntheseeinheit kann beim Mammographie-Screening nicht nur diagnostiziert werden, sondern es können direkt Proben für die weitere Untersuchung entnommen werden.

Bildquelle: Foto: Bettina Leuchtenberg

TRIER. „In den vergangenen Monaten haben wir mehr als 5,5 Millionen Euro in medizinische Großgeräte und Ausstattung für verschiedene Abteilungen investiert“, berichtet Jörg Mehr, Geschäftsführer der Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen gGmbH.

„Die Versorgung der Patienten ist somit auf höchstem Niveau sicher gestellt. Außerdem verbessern sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter.“ Kommt ein Patient mit gebrochenem Bein ins Krankenhaus, ist das Röntgen die Diagnosemethode Nummer 1. Die Methode der „Durchleuchtung“ war eine echte Revolution des in Würzburg forschenden Physikers Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923). Mit sogenannten „X-Strahlen“ schaffte er es, Knochen sichtbar zu machen und abzubilden. Der spätere Nobelpreisträger ist bis heute Namensgeber für die medizinische Röntgendiagnostik. Jetzt macht die Verbindung der vor über 120 Jahren erfundenen Untersuchungsmethode mit moderner Festkörperdetektor-Technologie und IT sie noch schonender und komfortabler. Da beim Röntgen mit Strahlen gearbeitet wird, werden sowohl Patienten als auch Mitarbeiter entsprechend geschützt, regelmäßige Strahlenschutzkurse halten das Klinikteam auf einem immer aktuellen Stand der Wissenschaft.

Mit gleich vier neuen Röntgeneinheiten, von denen zwei mobil in den Intensivstationen einge­setzt werden, ist die Radiologie des Klinikums Mutterhaus Mitte nun komplett auf die kabellose und digitale Bildaufnahmetechnik umgestellt. Die Bilder werden in sogenannten Festkörper­detektoren – ähnlich wie in einer Digitalkamera – in Millisekunden erstellt und „online“ über das W-LAN kabellos in das EDV-Hausnetz übertragen. Dort stehen sie sofort an den Befundungs­arbeitsplätzen der radiologischen Ärzte und ebenso hausweit den ärztlichen Kollegen zur Verfügung. Weitere Vorteile der Geräte neuester Generation sind, dass die Bildqualität genauer ist und dennoch dank neuester Technik mit Festkörperdetektoren die erforderliche Strahlendosis so niedrig wie möglich ist.

Ebenfalls digital arbeitet das neu angeschaffte Mammographie-System mit der Möglichkeit der sog. „Tomosynthese“, welches passend zum diesjährigen Jubiläum „10 Jahre Mammographie-Screening“ in Betrieb genommen wurde und einen entscheidenden Fortschritt in der Brust­diagnostik darstellt. Dabei werden – ähnlich wie bei früheren konventionellen Schicht­aufnahmen – in einem einzigen Untersuchungsgang, der kaum länger als eine bisherige Mammographie-Aufnahme dauert, mehrere Schichtbilder der Brust erstellt. Diese wird vor allem zur Abklärung von auffälligen Veränderungen des Gewebes eingesetzt. Trotz zusätzlichem Informationsgewinn liegt die erforderliche Strahlenexposition in der gleich niedrigen Größenordnung wie bei einer einzelnen Aufnahme. Ergänzt wird das Tomosynthese-Gerät durch eine neue Biopsie-Einheit, an der mittels integrierter Tomosynthese kleine Herde und Verkalkungen zielgenau minimalinvasiv biopsiert werden können. Das bedeutet, in örtlicher Betäubung können kleine Gewebeproben entnommen und dem Pathologen zur Untersuchung gesandt werden. „Je frühere Formen des Brustkrebses wir entdecken, desto besser stehen die Chancen auf eine schonendere Therapie und auf eine Heilung“, weiß PD Dr. Günther Sigmund, Chefarzt der Radiologie, aus langjähriger Erfahrung.

Weitere Investitionen im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen wurden im Bereich der Magnetresonanztomographie getätigt, indem der vorhandene Magnet in ein MR-Gerät neuester Technologie integriert wurde. Damit können die Untersuchungsdauer für den Patienten verkürzt und die dabei entstehenden Bilder höher aufgelöst werden; auch ist das Gerät leiser als seine Vorgänger.

In der Nuklearmedizin ergänzen das neue 16-Zeiler Spect-CT sowie eine SPECT-Doppelkopfgammakamera der neuesten Genrationen zwei der vorhandenen Großfeldgammakameras, mit denen Tumoren diagnostiziert werden. In den jetzt möglichen Hybridverfahren, also der Untersuchung mit zwei Geräten in Einem stehen nun noch mehr Informationen mit besseren Bildern zur Verfügung. Zum Einsatz kommen diese Diagnosemethoden bei unterschiedlichsten klinischen Fragestellungen in der Onkologie, Orthopädie, aber auch der Neurologie und Kardiologie. „Die deutliche Steigerung der diagnostischen Aussagekraft durch SPECT-CT im Vergleich zu herkömmlichen szintigraphischen Aufnahmen führt zu Untersuchungsergebnissen, die auf bevorstehende Therapien unmittelbaren Einfluss nehmen“, berichtet Chefarzt der Nuklearmedizin Dr. med. Ludwin Trampert. „Die sich daraus ergebenden Vorteile bezüglich der Behandlungserfolge für die Patienten sind hervorzuheben und im klinischen Alltag nicht mehr wegzudenken.“ Für die Patienten von Vorteil ist das einseitige diagnostische Vorgehen durch SPECT-CT Hybridsysteme auch wegen der Verkürzung der Zeit zwischen der Untersuchung bis hin zur endgültigen Diagnose. Darüber hinaus ist die Strahlenexposition im Vergleich zu üblicherweise sukzessiven Vorgehensweisen geringer.

Und auch der chirurgische Operationssaal wird modifiziert. Hier arbeiten die Operateure künftig für minimalinvasive Eingriffe mit 4K-UHD-Videoeinheiten, die eine vier Mal höhere Bildauflösung des Operationsbildes zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass die Operationsbilder auf den OP-Monitoren, über die operiert wird, über die derzeit höchste technisch mögliche Bildauflösung in der minimalinvasiven Medizin verfügen werden.

Ebenfalls neu im Klinikum Mutterhaus Mitte sind die über 700 Patientenbetten sowie die Bettenwaschanlagen. Die Betten sind vollmotorisch und entlasten die Pflegekräfte in ihrer täglichen Arbeit. Ausgestattet sind sie mit speziellen medizinischen Tempurmatratzen, die den Patienten einen besseren Liegekomfort bieten und einen angenehmeren Aufenthalt ermöglichen. Da die vollmotorischen Betten bei der Reinigung und Aufbereitung längere Bearbeitungszeiten benötigen, wurde in zwei gleichwertige Bettenwaschanlagen investiert, um eine zeitnahe und qualitativ hygienisch optimale Aufbereitung der Patientenbetten zu gewährleisten. Denn nur gut gebettete Patienten können sich von Untersuchungen und Operationen besser erholen.

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