Baby aus Fenster geworfen – ‚Babymordprozess‘ geplatzt

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Landgericht Frankenthal.

Bildquelle: Foto: Uwe Anspach/Archiv

FRANKENTHAL. Der Prozess um den mutmaßlichen Mord an einem zwei Monate alten Mädchen ist geplatzt und muss von vorn beginnen. Grund ist eine Erkrankung der Vorsitzenden Richterin, wie das Landgericht Frankenthal am Freitag mitteilte. Die Vorsitzende der Strafkammer ist demnach für längere Zeit dienstunfähig. «Die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen für die maximal zulässige Unterbrechung einer Hauptverhandlung können daher nicht eingehalten werde», erklärte das Gericht.

Das Verfahren gegen den 33-jährigen Vater begann im November vergangenen Jahres. Im Juli hatte das Gericht zusätzliche Termine bis Oktober angesetzt, nachdem der Verteidiger die Ladung weiterer Zeugen beantragt hatte. Der neue Prozess soll nun am 12. Dezember beginnen.

Der Angeklagte wird beschuldigt, das Baby im Mai 2016 aus dem zweiten Stock eines Hauses in Frankenthal geworfen und getötet zu haben. Bei Prozessbeginn hatte er gestanden, das Kind umgebracht zu haben. «Ich trage schwer an meiner Schuld und bereue meine Tat zutiefst», hieß es in seiner vom Anwalt verlesenen Erklärung. Die Anklage wirft ihm neben dem Babymord auch versuchten Mord an der zweiten Tochter sowie gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor.

Die junge Mutter hatte als Zeugin ausgesagt, dass ihre Beziehung von Eifersucht, Gewalt und der Drogensucht des Angeklagten geprägt und eine «Folter» gewesen sei. Im Laufe der zwei Jahre währenden Beziehung habe der Mann sie immer wieder beleidigt, geschlagen und vergewaltigt. Sie habe ihn verlassen wollen, aber er habe gedroht, ihre Familie umzubringen.

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