Elektromobil – Sauber und leise durch Trier

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Bei der Rallye mit 16 Elektroautos und fünf Hybridfahrzeugen, die auf dem Viehmarkt startete, ging es weniger um Zeit als um Geschicklichkeit.

TRIER. Der Viehmarkt wurde am Samstag zum Schaufenster in die Zukunft des städtischen Verkehrs: Die Besucher des Erlebnistags Elektromobilität konnten stromgetriebene Busse, Pkws, Motor- und Fahrräder testen, sich über Reichweiten und Preise informieren. 21 Autos beteiligten sich an der Elektro-Rallye des Racing Teams Trier.

Die Stadtwerke luden zu drei gut besuchten Testfahrten mit dem Elektrobus S12 des deutsch-türkischen Herstellers Sileo. Eine modernere Variante dieses Modells wird ab dem kommenden Jahr im Linienverkehr eingesetzt. Der zwölf Meter lange Bus hat 41 Sitze und bietet insgesamt Platz für circa 80 Passagiere. Die Reichweite einer Batterieladung beträgt nach Herstellerangaben 230 Kilometer. „Das ist vollkommen ausreichend, wir rechnen mit einer Tagesleistung von 150 Kilometern“, erläutert Jan Liebhäuser vom SWT-Verkehrsbetrieb. Zunächst haben die Stadtwerke drei S12-Busse bestellt, die vornehmlich auf der Linie 5 zum Einsatz kommen sollen.

„Alle Großstädte leiden unter dem Verkehr, aber es können eben nicht alle Wege zu Fuß zurückgelegt werden. Elektrofahrzeuge sind eine leise und emissionsfreie Alternative, vor allem wenn regenerative Energien genutzt werden“, erklärte OB Wolfram Leibe auf der Viehmarktbühne im Interview mit Moderator Christian Schmidt. „Der heutige Tag zeigt, dass es in Trier schon ein funktionierendes Netzwerk in Sache E-Mobilität gibt, und die Stadtwerke werden das Thema bewusst weiter vorantreiben.“

Anschließend nahmen Leibe und die Beigeordneten Andreas Ludwig und Thomas Schmitt an der Rallye teil: Auf zwei Schleifen Richtung Mosel und Saar mussten Geschicklichkeitsprüfungen abgelegt und Fragen zu den an der Strecke liegenden Orten beantwortet werden. Vom kompakten Stadtflitzer bis zur Limousine mit Hybridantrieb waren die verschiedensten Fahrzeugtypen vertreten.

Während bei den Elektroautos der Durchbruch zum Massenprodukt noch aussteht, scheint der Boom bei den Elektrofahrrädern ungebrochen. „Wir verkaufen inzwischen mehr Produkte mit Elektroantrieb als ohne“, berichtete Händler Rolf Lamberty. „Mit den E-Mountain-Bikes hat sich die Zielgruppe deutlich verjüngt.“ Weiterhin gebe es aber viele Kunden mit Gelenkschmerzen oder Herzproblemen, die mit dem Elektrofahrrad wieder sportlich aktiv werden können, ohne sich zu überanstrengen.

Auch dank der Hochschule, die ab dem Wintersemester einen Studiengang Elektromobilität anbietet, spielt Trier eine Vorreiterrolle. Das Hochschulprojekt Protron hatte bereits 2009 einen Prototyp entwickelt, der auf dem Viehmarkt erneut präsentiert wurde. Das aktuelle Modell „Protron Evolution“ wurde unterdessen auf der IAA in Frankfurt gezeigt: Ein ultraleichtes Stadtauto mit 100 Kilometern Reichweite, schnell ladbarer Batterie und Platz für drei bis vier Personen.

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