Stadtvorstand gegen Pachtverlängerung! Umsiedlung der „blauen Lagune“ ?

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Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Der Stadtvorstand schlägt dem Stadtrat vor, dem Bürgerbegehren zur Verlängerung des Pachtvertrags mit der Aral-Tankstelle in der Ostallee nicht zu folgen. Der Rückbau der Tankstelle im Alleenring, einer denkmalgeschützten historischen Parkanlage, sei ein wichtiger Baustein für den Aufbau eines zusammenhängenden Grünzugs in der Innenstadt, heißt es zur Begründung in einer Beschlussvorlage, die Beigeordneter Andreas Ludwig am Mittwoch im Baudezernatsausschuss vorstellte.

Für das Tankstellengrundstück sei in allen städtebaulichen Planungen der letzten Jahrzehnte – vom Altstadtkonzept bis zum Mobilitätskonzept – eine Umnutzung als Freifläche mit viel Grün und hoher Aufenthaltsqualität angestrebt worden.

Der Pachtvertrag mit der Tankstelle war zuletzt 2012 um fünf Jahre verlängert worden und läuft Ende des Jahres 2017 aus. In dem Bürgerbegehren, das mit 4429 gültigen Unterschriften das erforderliche Quorum erreichte, wird die Verlängerung des Vertrags um zehn Jahre mit einer Option für weitere fünf Jahre gefordert. Lehnt der Stadtrat das Bürgerbegehren in seiner Sitzung am 28. September ab, kommt es am 10. Dezember zum Bürgerentscheid.

„Ich bin für die Umwandlung der blauen Lagune in eine grüne Lagune“, betonte Ludwig in Anspielung auf die blaue Leuchtreklame der Tankstelle. „Wir können dem historischen Ziel, den Alleenring zu vollenden, hiermit ein großes Stück näher kommen.“ Ludwig wies darauf hin, dass der Rückbau von dem Aral-Mutterkonzern BP Europa zu finanzieren ist. Zudem hat sich BP vertraglich zu einer Zahlung von 200.000 Euro zur Wiederherstellung des Alleenrings verpflichtet.

Zugleich äußerte Ludwig Verständnis für das Anliegen der Vertreter des Bürgerbegehrens. Dabei geht es neben dem Erhalt der Pachteinnahmen in Höhe von knapp 60.000 Euro jährlich auch um die Möglichkeit des „späten Einkaufs“, den die auch am Wochenende rund um die Uhr geöffnete Tankstelle bietet. Der Baudezernent brachte deshalb eine neue Option ins Spiel und schlug die Umsiedlung der Tankstelle auf ein Grundstück der Stadtwerke in der Nähe des Parkhauses Ostallee vor, nur wenige hundert Meter vom bisherigen Standort entfernt. BP habe sich gegenüber dieser Idee nicht abgeneigt gezeigt, berichtete Ludwig. Ob dieser Vorschlag weiterverfolgt wird, hängt zunächst davon ab, ob ihn die Vertreter des Bürgerbegehrens akzeptieren und bereit sind, ihr Begehren entsprechend abzuändern.

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