Verwüstung und Zerstörung in Florida: Lokalo-Leserin berichtet vor Ort

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Bildquelle: privat, Privat

MIAMI. Am Wochenende hat der verheerende Hurrikan „Irma“ die Florida Keys verwüstet. Eine Lokalo-Leserin war vor Ort und berichtete uns von Ihren Erfahrungen, die Sie am Wochenende in Florida gemacht hat.

Wie in einem Film. Als die offizielle Hurrikan Meldung am Mittwochmorgen kam, war es bereits zu spät. Alle Flüge nach Deutschland oder in andere Regionen der USA waren bereits ausgebucht oder unbezahlbar. Alltägliche Dinge wie Wasser, Batterien, Konserven oder Brot gab es in keinem Supermarkt mehr und Sprit war bereits am Donnerstag ein Luxusgut. Innerhalb von Stunden waren die Regale ausverkauft und jedes Haus war mit Blech oder Holz verriegelt. Die Medien berichteten nur noch über ein Thema und man realisierte immer noch nicht was wirklich los ist.

Leere Regale in einem Geschäft in Miami

Unser Trip von Köln fing gemütlich am Montagmorgen in unserer Sprachschule in Miami Beach an. Am Mittwoch flüchteten wir zu Freunden in den angeblich sicheren Westen um dann festzustellen, dass kurz vor Beginn des Hurrikans, der Westen am schlimmsten betroffen sein wird. Die Emotionen gehen mit einem hoch und runter. In unserer Unterkunft fühlten wir uns sicher. Doch 12 Stunden vor dem Hurrikan dann doch die Nachricht: „Zone B von Cape Coral wird evakuiert“, daraufhin stellte sich die Frage: „was tun wir?“. Sollten wir auf gut Glück in der Villa bleiben oder doch in die überfüllten Notunterkünfte ohne Verpflegung und Strom? So eine Entscheidung zu treffen ist wirklich hart. Man hat noch nie so eine Situation miterlebt und kann so etwas nicht einschätzen. Jedoch entschied unser Bauchgefühl in unserer Unterkunft zu bleiben, welche in der Evakuierungszone lag. Ob dies eine gute Entscheidung war, wussten wir erst nachdem alles vorbei war. Unser Strom gab gegen Sonntagmittag den Geist auf, der Hurrikan selbst sollte erst gegen Abend bei uns ankommen. Wir haben bereits davor haufenweise Eiswürfel in der Kühlbox gelagert, um unser Essen zu kühlen. Jegliche Elektro Geräte vorgeladen, uns Fluchtwege im Falle einer Überschwemmung überlegt und allerhand Möbel verschoben.

Haus in Miami
Werbeplakate nach dem Hurrikan Irma

Der Wind peitschte gegen das Blech an unseren Fenstern und wir hörten den Regen, die ganze Nacht.
Am nächsten Tag, nach knapp 24 Stunden ohne Tageslicht trauten wir uns das Garagentor zu öffnen.
Dieses Gefühl, zu sehen, dass das schlimmste nicht eingetroffen ist, ist unbezahlbar. Keine Überschwemmung, nur zwei bis drei Palmen die auf unserem Grundstück lagen. Die ersten Autofahrer machten sich auf den weg, wir hinterher. Unzählige Palmen lagen auf den Boden, Schilder waren umgekippt und einige Parkplätze waren überschwemmt. Um ehrlich zu sein war es erleichternd, da man sich etwas wesentlich schlimmeres vorgestellt hat. Gegen Mittag hatten sogar schon die ersten Geschäfte und Restaurants wieder auf. Der normale Alltag hat kaum nach wenigen Stunden des Untergangs wieder begonnen. Als ob nie etwas geschehen ist.

Weitere Erlebnisse können auf dem Blog: byanyarich gelesen werden.

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