Erste Grabungen für Marx-Skulptur

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Michael Frank vom Grabungsdienst des Landesmuseums (r.) und Baggerführer Gerhard Wagner vom Tiefbauamt sondieren den Untergrund am Simeonstiftplatz. Freigelegt wurden bisher Mauerreste mit einer Türschwelle und ein Kopfsteinpflaster .

TRIER. Pünktlich zum 200. Geburtstag am 5. Mai 2018 soll sie eingeweiht werden: Die bronzene Karl-Marx-Skulptur von Wu Weishan, die die Volksrepublik China der Stadt Trier schenken will. Gut acht Monate vor dem Stichtag haben jetzt mit der archäologischen Untersuchung des Untergrunds die konkreten Vorbereitungen begonnen.

Maximal einen Meter tief ist die Baugrube auf dem Simeonstiftplatz, in der später das Fundament für den Sockel der insgesamt 5,50 Meter hohen Statue eingelassen wird. Aufgrund der geringen Tiefe werden keine römischen Funde erwartet. Mittelalterliche aber schon: Zum Beispiel ist es sehr gut möglich, dass auf der 35 Quadratmeter umfassenden Grabungsfläche Reste des um 1040 errichteten Simeonstifts ans Tageslicht kommen.

Mühle des Simeonstifts

Bekannt ist, dass sich auf dem für die Statue vorgesehenen Areal die mittelalterliche Mühle des Stifts befand, die erst 1905 abgerissen wurde. „Die Lage der Simeonsmühle ist durch historische Pläne bekannt, nicht jedoch die Baustrukturen im Inneren des Gebäudes“, erläutert Dr. Joachim Hupe, Leiter der Direktion Landesarchäologie im Rheinischen Landesmuseum.

„Durch die Grabungen werden Aufschlüsse über die Funktionsweise der historischen Mühlenanlage erwartet, die bis ins späte 19. Jahrhundert kontinuierlich in Betrieb war.“ An der Stelle befand sich früher das oberirdische Bett des Weberbachs. Je nach Befundlage wird die Baustruktur durch die Mitarbeiter des Landesmuseums dokumentiert oder geborgen werden.

Ob das Bodenmaterial für die Statue tragfähig genug ist, soll ab September eine Baugrunduntersuchung zeigen, Nach einer ersten Sichtung geht Bauleiter Marco Bart aber davon aus, dass der Boden ausgetauscht werden muss. Die Kosten für den Erdaushub, die Bodenuntersuchung, Fundamentierung, Beleuchtung und die Pflasterarbeiten trägt die Stadt.

Auch die Herstellung und Errichtung des fünfeckigen Sockels der Statue, der im Kern aus Beton gefertigt wird und eine Natursteinverkleidung mit Sitzstufen erhält, gehört zum Aufgabenbereich des städtischen Baudezernats. Sie wird aber, so die Absprache zwischen Dezernent Andreas Ludwig und dem chinesischen Generalkonsulat in Frankfurt, von der Volksrepublik finanziert. Über die genaue Abgrenzung der Kosten soll noch eine schriftliche Vereinbarung getroffen werden. Herstellung, Transport und Verankerung der Statue selbst obliegen den chinesischen Partnern. Einige Details sind bis dahin noch zu klären: „Das Beleuchtungskonzept steht noch nicht fest, und wir wissen noch nicht, welches Material für die Sockelverkleidung verwendet werden soll“, erklärt Marco Bart.

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