Moselwein für das Reich der Mitte

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Zu ihrer Krönung als Trierer Weinkönigin überreicht OB Wolfram Leibe Bärbel I. (r.) eine Petermännchen-Münze. Bärbel I. löst Ninorta I. (l.) ab, die erste deutsche Weinkönigin mit syrischen Wurzeln.

Bildquelle: Moni Reinsch

TRIER. „Ganbei“ heißt „Prost“ auf Chinesisch. Dieses Wort wird man demnächst öfters in Trier hören. Die neue Trierer Weinkönigin Bärbel I., die vergangene Woche bei einem Festabend im Klostergarten Olewig gekrönt wurde, spricht fließend Chinesisch und möchte insbesondere auch den chinesischen Gästen den Moselwein nahebringen.

Bei einem Besuch im Rathaus hatte sie sich schon vorher OB Wolfram Leibe vorgestellt.

Die 23-jährige Bärbel Ellwanger ist in Olewig groß geworden, fühlt sich entsprechend mit dem Ort verbunden und freut sich darauf „die Stadt und die Olewiger Winzer zu repräsentieren“. Sie studiert Sinologie und Deutsch als Fremdsprache und hat jeweils ein Jahr in China und in Taiwan verbracht. Ihre Mission: „Trier sollte weltweit nicht nur wegen Karl Marx bekannt sein, sondern auch wegen der Porta Nigra und des Weins.“ Erster großer Termin nach der Krönung war das Olewiger Weinfest am vergangenen Wochenende.

Bei den Olewiger Winzern hat sie sich selbst beworben und deren Vorsitzender Peter Terges bekannte: „Bei mir hat es direkt Klick gemacht“. Eine Weinkönigin, die fließend Chinesisch spricht, passe ausgezeichnet in das Karl-Marx-Jahr 2018 mit den vielen erwarteten Gästen aus Fernost. OB Leibe berichtete, dass er bereits auf seiner China-Reise im Frühjahr großes Interesse am Moselwein erfahren habe. Diese Chance solle man ergreifen: „Es ist ein großer Vorteil, wenn man ohne Dolmetscher auf die Gäste aus China zugehen kann, da ist gleich eine ganz andere Verbundenheit da.“ Er schenkte der künftigen Weinkönigin deshalb auch einen Stapel Visitenkarten auf Chinesisch.

Leibe dankte am Krönungsabend der Vorgängerin von Bärbel I., Ninorta I., für ihr Engagement. Sie war die erste aus Syrien stammende Weinkönigin in Deutschland und hatte für ein großes Presseecho gesorgt. Zuletzt erschien vergangene Woche eine große Reportage in der Süddeutschen Zeitung über ihre Amtszeit.

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