Das größte Klassik-Open-Air in Trier

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Bildquelle: Pressestelle Universität Trier

TRIER. Das Collegium Musicum der Universität Trier feierte sein 40-jähriges Bestehen im Amphitheater. Über 200 Musiker verwöhnten 1.600 Zuhörer mit den Highlights aus 40 Jahren Konzertgeschichte.

Die Besucher des Jubiläumskonzerts des Collegium Musicum hatten nur wenig Zeit zum Aufatmen. Der musikalische Leiter Mariano Chiacchiarini führte das Publikum durch ein Potpourri aus der Konzertgeschichte des Collegium Musicum. Ein Höhepunkt folgte dem Nächsten, wobei der Applaus nicht abriss und in Standing Ovations mit zwei Zugaben mündete.

Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel eröffnete das Konzert und unterstrich die Bedeutung des Collegium Musicum für die Universität, aber auch für die Stadt Trier und die Region: „Das Collegium Musicum wird als unsere feinste Visitenkarte gehandelt.“ Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) pflichtete dem Universitätspräsidenten bei: „Wissenschaft wird immer komplexer und es ist schwieriger ihre Inhalte zu vermitteln. Da ist die Kultur ein tolles Mittel der Universität in die Stadt Trier hinein zu strahlen.“

Zum Auftakt des Jubiläumskonzerts eroberten die 216 Musiker mit der Ouvertüre „O Fortuna“ aus Carl Offs Carmina Burana das Amphitheater. Noch im Jahr 1977 als 11-köpfiges Streichorchester unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Berg gegründet, ist das Collegium Musicum bis heute zu einer großen Familie aus Chor- und Orchestermitgliedern gewachsen. Studierende, Mitarbeiter und Freunde der Universität Trier spielen und singen Seite an Seite.

Es folgten Ausschnitte aus den Requien von Brahms, Mozart und Verdi, Palmeris Misa Tango, Marquez Danzón Nr. 2, Borodins Polowetzer Tänzen und Dvoűáks Slawischem Tanz Nr. 8. Das Niveau der musikalischen Darbietung des Ensembles überraschte doch das Publikum. Nur einmal in der Woche proben die Ensemblemitglieder unter der Leitung von Mariano Chiacchiarini, dem vierten musikalischen Leiter und Dirigenten des Collegium Musicum. Seit sieben Jahren arbeitet er mit Chor und Orchester zusammen. Das hätte ihn schon „trierisch gemacht“, gestand er dem Publikum.

Chiacchiarini vergleicht das Collegium Musicum mit einem Haus, indem das Ensemble als Familie wohnt. Das Dach des Hauses versuche er durch ein stetig steigendes Niveau zu erhöhen: „Ich lege den gleichen Maßstab an die Mitglieder des Collegium Musicum wie an professionelle Musiker.“ Chiacchiarini arbeitet mit mehreren Ensembles in Deutschland, der Schweiz und Argentinien zusammen. Zuletzt waren Delegationen des Collegium Musicum in der Partneruniversität im chinesischen Xiamen und in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires aufgetreten.

Die Professionalität spürt auch das Publikum. Nach den letzten Klängen Alexander Borodins Fürst Igor standen alle Reihen der Zuhörer und applaudierten. Plötzlich machte Chiacchiarinis sie zum Teil des Ensembles. Die Gäste klatschten zum Radetzky-Marsch und unterstützten Orchester und Chor. Unter Jubel erklärte der musikalische Leiter, dass das Konzert nun wirklich zu Ende gehen müsse. Dann schloss das Collegium Musicum das Jubiläumskonzert mit den Anfangstönen. Noch einmal erschallte „O Fortuna“ aus Carmina Burana. Die hatte das Collegium Musicum im Jahr 1992 schon gespielt, als es zum ersten Mal im Amphitheater auftrat.

Hintergrund
Zwei Mal im Jahr spielt das Collegium Musicum ein Konzert, immer zum Abschluss der Sommer- und des Wintersemesters. Das nächste Konzert findet am 11. Februar 2018 in der Reichsabtei St. Maximin statt. Aufgeführt wird Antonin Dvorak mit der 9. Sinfonie e-Moll „Aus der neuen Welt“, Heitor Villa Lobos – Chorus No. 10 und Chorwerke aus der neuen Welt.

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