Kunst in Europa erleben

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Symbolbild "Kunst"

Bildquelle: pixabay

Warum ist Europa ideal für Kunstliebhaber? Europa bietet Kunstenthusiasten eine Mischung aus verschiedenen Epochen und Kulturen. Je mehr man sich mit einer Kunstepoche auseinandersetzt, desto mehr Parallelen und faszinierende Unterschiede entdeckt man. Die Kunstepochen sind nicht von einander zu trennen, sie beziehen sich auf einander, bauen auf einander auf und vergessen nie ihr kulturelles Erbe. Europäische Kunst zu erleben, ist eine Zeitreise durch verschiedene Stile und Kulturen, die räumlich und zeitlich ineinander verschmelzen.

Die Kunst der Antike als Ausgangspunkt für spätere Kunststile

Wer stellt sich die Griechen im antiken Athen nicht ein wenig wie die anmutigen Skulpturen vor, die sie der Nachwelt hinterlassen haben?

In den Vatikanischen Museen steht die Laokoon-Gruppe, eines der berühmtesten Kunstwerke der Antike. Es zeigt den trojanischen Priester Laokoon, der die Trojaner vor dem verheerenden Geschenk der Griechen warnte: dem Trojanischen Pferd. Die Herkunft der Plastik ist nicht vollständig geklärt. Man vermutet, es sei eine antike römische Kopie eines griechischen Originals.

Auch die antike griechische Architektur wurde über viele Epochen hinweg nachgeahmt, verändert und zitiert. Die alten Griechen bauten ihre Tempel auf einem rechteckigen Grundriss, mit vielen Säulen und einer schlichten, schon zweckmäßig anmutenden Architektur. Genau wie in den Skulpturen waren auch hier die harmonischen Proportionen zentral. Das berühmteste Gebäude ist wohl der Parthenon als Teil der griechischen Akropolis (449 – 438 v. Chr.).

Die Kunst des Mittelalters erleben

Das Mittelalter ist kein dunkles Zeitalter. Das hat die Forschung heute schon ausreichend bewiesen. Gotische Kirchen faszinieren uns bis heute mit ihren in die Höhe ragenden Spitzbögen, den skeletthaften Kreuzrippengewölben und ihrem Spiel mit dem Licht. Der Baustil entstand im Frankreich des 12. Jahrhunderts und übertraf alle bisherigen Maßstäbe.

Eines der beliebtesten Bücher der Deutschen, Ken Folletts Bestseller „Die Säulen der Erde“, spielt in der Zeit der Gotik und orientiert sich an der Geschichte der Kathedrale von Salisbury, einem Beispiel der englischen Gotik. Andere wichtige Beispiele sind Notre-Dame de Paris und der Kölner Dom.

In der Malerei war die religiöse Kunst ausschlaggebend. Ein spätes Beispiel ist das Fresko des Malers Giotto in der Scrovegni-Kapelle im italienischen Padua. Der Bildzyklus zeigt Szenen aus dem Leben Christi. Aber auch in allen großen Kunstgalerien wie beispielsweise der Berliner Gemäldegalerie, der Londoner National Gallery oder den Florentiner Uffizien, finden sich zahlreiche mittelalterliche Gemälde, leicht erkennbar an ihrem Goldgrund und den religiösen Motiven.

Mit der Renaissance zurück in die Antike reisen

In der Renaissance griffen die Künstler wieder die Motive der Antike auf. Im Florenz der Medici entstanden Werke wie Michelangelos David-Skulptur. Der Körper und die Gesichtszüge sind perfekt ausgearbeitet, aber gleichzeitig idealisiert wie schon bei den Werken der Bildhauer der griechischen und römischen Antike. In Mailand malte Leonardo Da Vinci sein „Abendmahl“, das Dan Brown zuletzt mit Geheimnissen umwob.

Der niederländische Maler Hieronymus Bosch schuf währenddessen phantastische Bildwelten. Sein „Garten der Lüste“ zeigt das Paradies, die Hölle und das Leben auf der Erde. Dabei malte er in einem einzigen Werk eine Vielfalt an eigenartigen Kreaturen, erotischen Szenen und Darstellungen von Qualen der Hölle. Heute kann das Original auf einer Reise durch Madrid besichtigt werden.

Auch der Barock zitiert die Antike

Auf einer Zeitreise durch die Kunstepochen verweilen viele Kunstliebhaber gerne beim Barock und Künstlern wie Rubens. Seine Werke sind in ganz Europa verstreut, also ist die Fahrt oftmals nicht weit. In der Londoner National Gallery hängt Rubens „Samson und Delilah“. Die Berliner Gemäldegalerie stellt das Bild der schönen Andromeda aus. In seinem unverkennbaren, sinnlichen Stil zitiert Rubens auch noch im 17. Jahrhundert antike griechische Legenden.

Moderne und zeitgenössische Kunst schafft ihre eigene Zeit

Wenn es um die moderne Kunst geht, wird die Zeitreise schwieriger und verwobener. Hier vermischen sich so viele Kunststile, dass es schwieriger wird, einen Überblick zu behalten. Auch hier gibt es die großen Museen wie das Londoner Tate Modern mit Werken von Surrealisten wie Dalí.

Aber besonders für moderne Kunst lohnt es sich auch, abseits des Mainstreams zu schauen und die kleinen Galerien zu besuchen. Diese zeigen sowohl die großen Künstler und Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts als auch zeitgenössische Künstler. Bei einem Besuch in der Schweiz, kann man sich beispielsweise auf Galerie Gmurzynska’s Facebook über die aktuellen Ausstellungen informieren. Hier hängen Werke von bekannten Größen wie Miró, Picasso und Yves Klein, aber auch von zeitgenössischen Künstlern.

Wieso ist eine Zeitreise durch die europäische Kunstgeschichte also ein besonderes Erlebnis für Kunstliebhaber? Die Architektur, die Malerei und die Skulpturen erzählen sowohl die wechselhafte Geschichte des Kontinents als auch seiner Kulturen und seiner Menschen

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