Jodtabletten werden an Kommunen verteilt

7
Jodtabletten. Foto: Emily Wabitsch/Archiv

Bildquelle: Foto: Emily Wabitsch/ (dpa)Archiv

TRIER/ALZEY (dpa/lrs).Bei einem atomaren Ernstfall nach einem Unfall in einem Kernkraftwerk sollen schützende Jodtabletten in allen rheinland-pfälzischen Kommunen ausgegeben werden.

Damit dies rasch gehen kann, werden die derzeit noch zentral an vier Standorten gelagerten Tabletten ab Samstag (24. Juni) an Landkreise und kreisfreie Städte verteilt. «Der Vorteil einer dezentralen Lagerung der Jodtabletten ist, dass die Wege kürzer werden», sagte der Sprecher der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Nikolai Zaplatynski, in Trier.

Jodtabletten sättigen die Schilddrüsen und verhindern, dass der Körper radioaktives Jod aufnimmt. Insgesamt gebe es landesweit rund acht Millionen Jodtabletten. Die ADD, in Rheinland-Pfalz für den Katastrophenschutz zuständig, empfiehlt, die Tabletten zum Beispiel bei Feuerwehren oder Verbandsgemeinden zu lagern. Im Fall der Fälle solle jeder zum nächstmöglichen Verteilpunkt kommen – und nicht erst nach Hause fahren müssen, sagte der Sprecher.

7 KOMMENTARE

  1. Wir Bewohner Deutschlands müssen offensichtlich DUMM wie Stroh sein! Anders lässt es sich nicht erklären, dass es – statt sie irgendwo zentral einzubunkern – in anderen Ländern normal ist, die Jodtabletten direkt an die Bevölkerung zu verteilen. Sie kommen dann in die Hausapotheke und stehen im Bedarfsfall sofort zur Verfügung. Die Dummheit geht noch weiter: während eines Störfalls wird der Deutsche vor dem Problem stehen, Unmögliches zu vollbringen: bei geschlossenen Fenstern und Türen im Haus zu verbleiben und sich gleichzeitig hurtig zur nächsten Gemeindeverwaltung auf den Weg zu machen. Auch wird er auf dem Weg dorthin feststellen, dass viele andere auch unterwegs sind…im Stau zu stehen ist in einer solchen Situation eher unzuträglich, einfach die letzten Kilometer zu Fuss zu gehen ebenfalls. Irgend wann an der „Ausgabestelle“ angelangt, wird er sich in lange Schlangen einreihen, um dann erst einmal nachweisen zu müssen wie viele Tabletten er überhaupt erhalten darf – falls zwischenzeitlich endlich jemand den Hausmeister geweckt und den Schlüssel gefunden hat…

    Jodblock funktioniert nur a. schnell und b. optimalerweise ohne weitere Exposition…und deshalb AUF DIESE ART nicht. Hier werden vermeidbare Todesfälle provoziert.

    • Nun ja, im letzten Satz des Artikels steht doch eine nachvollziehbare Begründung für diese Vorgehensweise. Es sind schließlich nicht alle Menschen durchgehend daheim, da mag die nächste Ausgabestelle in vielen Fällen durchaus näher gelegen sein als das eigene Heim. Natürlich könnte man im Idealfall die Tabletten sowohl an Ausgabestellen wie auch in den Haushalten bevorraten.

      Obwohl, der Idealfall ist natürlich, dass Jodtabletten niemals benötigt werden.

      • Man kann natürlich davon ausgehen, dass für einen Teil der Betroffenen eine zentralisierte Ausgabestelle zufällig genau „auf dem Weg“ liegt, für genau so viele andere gilt aber das genaue Gegenteil.
        In der Gesamtheit also eine Nullsumme. Wenn sich jeder zügig auf den Weg nach Hause macht (abzüglich derer, die sowieso dort sind, da „zu Hause“ der Ort ist, an dem regelmäßig viel Zeit verbracht wird), erreiche ich (halbwegs) eine Verteilung der Ströme statt zusätzlicher zeitintensiver „Engpässe“. Eine Mehrfachbevorratung sowohl an „zentralen Stellen“ (Unis, Bahnhöfen, Schulen, Arbeitgeber, sonst. öffentlichen Einrichtungen) wie auch an Stellen, an denen Menschen ggf. Hilfe suchen (Polizei, Feuerwehr, Kasernen etc.) UND zu Hause wäre sicherlich das Optimum.

        Hier mal ein interessanter Artikel zum Thema:
        https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2015/12/08/jodtabletten

        Der wahrscheinlich entscheidende Satz kommt fast am Ende: es werden die Gefahren einer falsch dosierten oder verfrühten (bis „anlasslosen“) Einnahme beschrieben. Genau aus diesem Grund erscheint die zentrale Ausgabe in Deutschland alternativlos zu sein: sie löst zwar nicht das Problem einer (aufgrund Vorerkrankung) falschen Dosierung, verhindert aber, dass Jodtabletten ohne Anlass eingenommen werden. Hier rächt sich, dass bei Allem „rund ums Atom“ in Deutschland eher grün emotionalisiert statt informiert wurde…man muss davon ausgehen, dass sich Viele je nach Berichterstattung über irgend ein Ereignis in Cattenom oder einem facebook-hoax „sicherheitshalber“ den Jod-Schuss setzen…Vgl. z.B. die „prophylaktische“ Einnahme von Tamiflu während der Vogelgrippe. So muss eben der angenommenen Inkompetenz Rechnung getragen werden, statt sie durch Information anzugehen.

        • Es gibt ja auch noch eine andere Möglichkeit: Wer sicher gehen will, kauft sich einfach eine 20er-Packung rezeptfrei in der Apotheke. Kostet vor Ort so ca. 16 Euro, bei Versandapotheken gibt es die ab 10 Euro plus Versand. Ist ja nicht so, dass es das Mittel nur von der öffentlichen Hand gibt.

          • In der Tat eine gute Möglichkeit. Man sollte sollte sich dann auch direkt die Information, unter welchen (unwahrscheinlichen) Voraussetzungen eine Einnahme sinnvoll ist und wann sie es generell NICHT ist, dazu legen. Eine 20er-Packung reicht für ca. 10 jugendliche/erwachsene Personen…ist also keine enorme Investition und auch zufälliger Besuch ist versorgt.

  2. wann gibt es Tabletten gegen UNFÄHIGE, schmierige, verlogene, geldgeile ideologische Politiker ?
    die Verteilung übernehme ich persönlich deutschlandweit, wenn es sein muss zu Fuß, ich fange in Mainz an,

    • Ihre Tabletten scheint es ja momentan auch nicht zu geben. Aber keine Angst, ist sicher nur ein vorübergehender Engpass.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.