Großrazzia gegen Ärzte und Sanitätshäuser

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ST. WENDEL / SAARBRÜCKEN / MAINZ. Wegen Betrugsverdachts haben saarländische Fahnder mehrere Ärzte und Sanitätshäuser im Visier. Insgesamt werde gegen mindestens 13 Beschuldigte aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Donnerstag mit. Bei einer Razzia wurde nun das „florierende Geschäftsmodell“ zwichen Ärzten und Lieferanten zerschlagen.

Untersucht wird, wie bestimmte Mediziner ihre Patienten unmittelbar in der Praxis mit Hilfsmitteln wie Bandagen, Schienen und Verbandsstoffen versorgen. Zuerst hatte die „Saarbrücker Zeitung“ darüber berichtet.

Nach Darstellung der Ermittler besteht der Verdacht, dass die Ärzte gesetzlich versicherten Patienten per Rezept Material verschreiben, das sie angeblich regelmäßig von den Sanitätshäusern und einer Apotheke erhalten. Diese sollen dann mit der Krankenkasse abrechnen.

Der Versicherte kann sich auf diese Weise nicht selbst einen Lieferanten aussuchen – andere Versorger werden „ausgetrickst“. Nach ersten Berechnungen geht es um einen Schaden von rund 45 000 Euro. Eine Ersatzkrankenkasse hatte die Fahnder eingeschaltet.

Bei einer Razzia am Mittwoch überraschten die Ermittler sechs Ärzte, mehrere Sanitätshäuser und eine Apotheke in den Kreisen St. Wendel und Neunkirchen. „Es ist davon auszugehen, dass die Ermittlungen – schon wegen des Umfangs des auszuwertenden Beweismateriales – nicht kurzfristig abgeschlossen werden können“, teilte Raimund Weyand von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken mit.

8 KOMMENTARE

  1. Kein Schaden entstanden!!
    In diesem angeblichen Betrugsfall ist überhaupt kein Schaden für die Krankenkasse oder den Patienten entstanden. Die Ärzte haben vermutlich ebenso keinen Cent daran verdient. Das Sanitätshaus hat den Ärzten vermulich eine Auswahl von Bandagen zur Verfügung gestellt. Die Ärzte haben dann bei akuten Verletzungen die entsprechende Bandagen dem Patienten direkt mitgegeben und dann das Rezept beim Sanitätshaus eingereicht und so den Vorrat in der Praxis wieder aufgefüllt. Damit konnten sie die Patienten direkt richtig versorgen und dieser mußte nicht noch etliche km zum nächsten Sanitätshaus fahren. Eigenlich nur Positiv. Da aber der Patient die Auswahl des Sanitätshauses oder der Apotheke selber vornehmen muss, ist gegen diese Vorschrift verstoßen worden. Da auf dem „Land“ oft jedoch nur ein Sanitätshaus in erreichbarer Entfernung vorhanden ist, hätte sich oft überhaupt nichts verändert. Aber man hat wieder ein “ Schweres Verbrechen“ der Ärzte gefunden!!!

  2. Wenn aber Krankenkassen und Krankenhäuser Kooperations Verträge machen ist das ok .Wo bleibt da die freie Wahl ?

    • Meine Frau hat vor ~ 5 Jahren vom Mutterhaus nach Unfall ein paar gebrauchte Gehhilfen( Krücken bekommen). Ziemlich Ramponierte Dinger. Nach ca. 2 Wochen kam von einem Sanitätshaus für Zuzahlung (glaube 10 €). Ich da nachgefragt was das sei. Dort hat man ziemlich entsetzt geguckt als ich mit den alten Teilen ankam. Durften die dann behalten ohne einen Cent. Aber für mich Betrug. Aber nicht durch das Sanitätshaus.

  3. Kein Wunder dass unsere Aussengrenzen nicht gesichert werden, gibt ja Wichtigeres. Doch halt, ein wackerer deutscher Arbeitnehmer, der am WE nach Wasserbillig zum Tanken fährt muss in letzter Zeit verstärkt damit rechnen, von den tapferen Gesetzeshütern des Zolls kontrolliert zu werden, ob er nicht zufällig eine Zigarette zuviel dabei hat.

  4. ach hier …der Peter , der sonst so gesetzestreue“ Denunziant“ hat Angst beim Zigarettenschmuggel erwischt zu werden . Sicherlich noch zusätzlich paar nicht geeignete Kanister befüllen.
    Aber sonst sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten , gell .
    Hier ist sie …die Doppelmoral
    ein wackerer , deutscher Arbeitnehmer ……ich lach mich gerade echt weg ……

    • Zu 1. ich bin Nichtraucher
      Zu 2. Hab ich nicht nötig
      Zu „wackerer deutscher Arbeitnehmer“: damit meinte ich nicht mich, sondern das war verallgemeinernd das Stilmittel der ironie, war mir aber klar dass Sie das nicht raffen. Scheint ja ziemlich ins Mark getroffen zu haben die Blitzerdiskussion, da fühlt sich einer persönlich betroffen

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