Ackermann verleiht Lehrerlaubnis für neue Religionslehrer/-innen

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Bildquelle: Bistum Trier

TRIER. Den österlichen Weckruf weiterzugeben an ihre Schüler, das ist für Bischof Stephan Ackermann Herausforderung und Aufgabe der Religionslehrerinnen und -lehrer. Junge Menschen müssten durch glaubwürdige Zeugen erfahren, dass Jesus Christus an ihrer Seite stehe, für sie da sei und ihnen auf ihrem Lebensweg helfe, sagte der Bischof am 6. Mai bei der Verleihung der missio canonica, der bischöflichen Lehrerlaubnis für den katholischen Religionsunterricht, an 96 Frauen und Männer. Die Verleihung fand während der Heilig-Rock-Tage in der Trierer Liebfrauenkirche statt.

Es gelte, ihnen Dank zu sagen für die Bereitschaft, den Dienst zu übernehmen, betonte Bischof Ackermann. Religion sei kein Fach wie jedes andere, erst recht nicht in der heutigen Zeit. „Umso wichtiger ist es für junge Menschen, Auskunftsfähigkeit zu gewinnen, sagen zu können, warum man dieser Religion angehört. Erst dann kann man in den Dialog mit anderen eintreten“, sagte der Trierer Bischof. Den Lehrerinnen und Lehrern wünschte er, dass sie Feuer fangen für die Botschaft Jesu und dieses Feuer an ihre Schüler weitergeben.

Welche Bedeutung der Religionsunterricht nach der Bistumssynode haben wird, beleuchtete Christian Heckmann, Prozessleiter für die Umsetzung der Synode, in seinem Vortrag vor den neuen Religionslehrern. „Wo Sie Religionsunterricht erteilen, handelt Kirche“, machte er deutlich. Die Heilsbotschaft Jesu den Kindern und jungen Erwachsenen nahe zu bringen, sei ihr Auftrag. Konkret beleuchtete Heckmann die vier beschlossenen Perspektivwechsel in ihrer Aussage für Lehrer und Schüler. Dabei wurde deutlich, dass die Religionslehrer durch ihre eigenen Lebensgeschichten Vorbild bei der Suche nach dem Lebensweg sein können. „Zeigen Sie sich so, wie Sie sind“, forderte Heckmann die jungen Lehrerinnen und Lehrer auf. Denn so könnten sie die existentiellen Erfahrungen und die Charismen der Schüler zum Blühen bringen. In den Schulen begegneten die Jugendlichen Menschen der Kirche, die wiederum ins Netzwerk der Pfarreien eingewoben sind. Die Religionslehrer stellten sich der wichtigen Aufgabe einer Wertediskussion, indem sie täglich mit den Lebenssituationen der Kinder konfrontiert seien und Antworten auf ihre Fragen anbieten müssten. „Religion kann die Kraft haben, die Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Nehmen Sie die Schüler mit ihren persönlichen Geschichten auf Augenhöhe ernst. Im Religionsunterricht handeln Sie als Kirche“, resümierte Heckmann.

„Das Synoden-Stichwort des Denkens vom Einzelnen her halte ich für enorm wichtig“, stellte Benedikt Descourvières, Lehrer an der Berufsschule Boppard, im Anschluss an den für ihn „hilfreichen und Perspektiven eröffnenden“ Vortrag fest. Viel Leid und schwierige Lebensumstände brächten Schüler heute mit. Da gelte es, auf Fragen nach Werte, Sinn des Lebens und dem Woher und Wohin Antworten zu geben. Eigene positive Eindrücke aus dem Religionsunterricht und das Gefühl, das Fach in seinen besonderen Möglichkeiten sei immer zu kurz gekommen, bewogen Lorena Lellmann und Jennifer Lanz zu der Entscheidung, Religionslehrerinnen zu werden. An der Grundschule Nauort und der Astrid-Lindgren-Grundschule Ransbach-Baumbach unterrichten die jungen Frauen, denen ebenfalls die Wertevermittlung ein besonderes Anliegen ist. Auch sei es zunehmend wichtig, den Kindern die „Deutung der Feste und Feiertage, die religiösen Inhalte hinter dem Schoko-Osterhasen und dem Weihnachtsmann“ nahezubringen.

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