Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt der Region

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Bildquelle: pixabay

REGION. Der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Erstmals in diesem Jahr fällt die Arbeitslosenquote unter die Vier-Prozent-Marke; weniger als 11.000 Männer und Frauen sind in der Region Trier auf Jobsuche. Ein weiteres positives Signal: Mit 3,8 Prozent liegt die Arbeitslosigkeit Ende April nicht nur 0,3 Prozentpunkte unter dem Vormonat sondern auch 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

„Die Frühjahrbelebung, die in diesem Jahr bereits Ende Februar einsetzte, hat sich im April nochmals spürbar verstärkt. Alleine in den letzten vier Wochen haben über 1.700 Jobsuchende eine neue Stelle gefunden“, sagt Heribert Wilhelmi, vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Trier.
Besonders erfreulich aus der Sicht des Arbeitsmarktexperten: „Durch die sehr günstige Arbeitsmarktsituation erhalten auch langzeitarbeitslose Menschen neue Beschäftigungsperspektiven.“ Die Arbeitslosigkeit derer, die bereits länger als ein Jahr ohne Job sind, ist im vergangenen Monat und im Vergleich zum April 2016 gesunken: Mit 2.906 registrierten Langzeitarbeitslosen sind 139 weniger als im März und 381 weniger als im Vorjahr auf Jobsuche.

Egal ob Frau, Mann, älter oder jünger, die Arbeitsmarktstatistiker attestieren derzeit den meisten Menschen mit Interesse an einer neuen beruflichen Aufgabe gute Aussichten. 4.517 freie Stellenangebote stehen im regionalen Pool der Arbeitsagentur zur Verfügung. Mit den European (Online) Job Days am 4. und 5. Mai bietet die Agentur für Arbeit Trier darüber hinaus allen Jobsuchenden eine ideale Plattform, um sich über attraktive Stellenangebote, Bewerbungsmodalitäten und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Großregion zu informieren. Weitere Informationen gibt´s unter www.europeanjobdays.eu/trier.

Ausbildungsmarkt

Die Ausbildungsvermittlung zum Ausbildungsstart in diesem Spätsommer läuft auf Hochtouren. Seit Oktober 2016 haben sich 2.856 junge Menschen mit dem Wunsch nach einer Lehrstelle an die Berufsberater der Arbeitsagentur gewandt. Diese informieren über die unterschiedlichen Ausbildungsberufe und vermitteln Ausbildungsplätze bei Betrieben der Region.

Dabei schöpfen sie derzeit aus einem Fundus von 1.990 freien Lehrstellen. 59 Ausbildungsstellen mehr als Ende April 2016 befinden sich im Pool der Arbeitsagentur. Insgesamt meldeten die regionalen Ausbildungsbetriebe zum Ausbildungsstart in diesem Jahr 3.479 Angebote. Damit ist die Ausbildungsbereitschaft im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 3,7 Prozent gestiegen. „Viele Unternehmen suchen teils händeringend nach geeigneten Auszubildenden“, weiß Heribert Wilhelmi, Leiter der Agentur für Arbeit Trier. „Es ist wichtig in den Nachwuchs zu investieren. Damit sichern sich Firmen die benötigten Fachkräfte.“

Aber auch einige Jugendliche sind nach wie vor auf der Suche nach dem passenden Lehrbetrieb. 1.365 der ursprünglich 2.856 gemeldeten Kandidaten haben noch keinen Ausbildungsvertag in der Tasche. Deshalb empfiehlt Wilhelmi sowohl Bewerbern als auch Betrieben, sich bei einem Praktikum besser zu kennenzulernen. Darüber hinaus betont er: „Firmen sollten auch schwächeren Bewerbern eine Chance geben. Einige Jugendliche entfalten erst während der Ausbildungszeit – vielleicht auch durch die Unterstützung von Förderprogrammen – ihre Fähigkeiten und entwickeln sich langfristig zu geschätzten Mitarbeitern.“ Informationen zu Förderangeboten der Agentur für Arbeit wie der Assistierten Ausbildung oder den ausbildungsbegleitenden Hilfen erhalten Unternehmen beim Arbeitgeber-Service unter 0800 – 4 5555 20.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Arbeitslosigkeit und Bewegungsdaten

Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. Weniger Zugänge als Abgänge weisen auf eine sinkende Arbeitslosigkeit hin.

In den letzten vier Wochen mussten sich 3.288 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos melden. Demgegenüber stehen 4.093 Frauen und Männer, die in dieser Zeit ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. 1.713 von ihnen haben eine neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden. Andere konnten mit einer Weiterbildung beginnen oder durch ein Förderprogramm von Arbeitsagentur und Jobcenter eine Arbeitsstelle angetreten. Wieder andere haben zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen die Jobsuche eingestellt.

In der Region Trier waren im April 10.833 Menschen arbeitslos gemeldet, 804 weniger als im März und 323 weniger als im April 2016. Die Arbeitslosenquote betrug 3,8 Prozent und hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,3 und zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozentpunkte verringert.

Stellenangebote

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im April 1.308 neue Arbeitsstellen gemeldet, 53 weniger als im März. Insgesamt können die Jobsuchenden in der Region Trier aktuell aus 4.517 freien Stellenangeboten wählen.

Besonders gut sind die Chancen, einen neuen Job zu finden, in der Zeitarbeit mit 1.303 Angeboten, im verarbeitenden Gewerbe mit 536 offenen Stellen sowie im Gastgewerbe mit derzeit 456 freien Jobs. Im Handel und dem Gesundheits- und Sozialwesen stehen die Chancen auf eine neue Arbeitsstelle mit 406 bzw. 359 gemeldeten freien Stellen ebenfalls sehr gut.

Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer
Aktuell sind 5.970 Männer und 4.863 Frauen in der Region arbeitslos gemeldet, darunter 1.284 Jüngere bis einschließlich 24 Jahre, 3.709 Ältere der Generation der über 50-Jährigen und 2.346 Ausländer. Alle diese Personengruppen haben vom Aufwärtstrend der letzten Wochen profitiert, die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken.

Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier
Auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Trier profitieren vom Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt. 3.129 Triererinnen und Trierer sind aktuell auf Jobsuche, 50 weniger als im März und 174 weniger als im April 2016. Die Arbeitslosenquote sinkt leicht von 5,5 auf 5,4 Prozent. Sie bleibt damit weiter deutlich unter dem Niveau des Vorjahres von 5,8 Prozent.

Auch langzeitarbeitslose Menschen haben wieder bessere Jobchancen. Mit aktuell 782 registrierten Langzeitarbeitslosen ist deren Zahl im Vergleich zum Vormonat um 33 gesunken, im Vergleich zum Vorjahr sogar um 134.

Landkreis Bernkastel-Wittlich
Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Bernkastel-Wittlich ist im April deutlich gesunken. Der durch die Gastronomie geprägte Kreis profitiert stark von der Frühjahrbelebung. Aktuell sind mit 2.206 arbeitslosen Menschen 324 weniger auf Jobsuche als im März. Die Arbeitslosenquote ist von März auf April um 0,5 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent gesunken. Sie liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres.
Von der guten Arbeitsmarktsituation profitieren auch die sogenannten Hartz-IV-Empfänger. 1.059 arbeitslose Menschen werden vom Jobcenter Bernkastel-Wittlich betreut, immerhin acht weniger als im März und sogar 122 weniger als im April des vergangenen Jahres.

Eifelkreis Bitburg-Prüm
Der Eifelkreis bleibt weiterhin Spitzenreiter in der Region. Die Arbeitslosenquote fällt erneut, im April um 0,3 Prozentpunkte auf glatte drei Prozent. 1.589 Menschen, 121 weniger als im März, sind derzeit auf Jobsuche. Einziger Wehmutstropfen: Im Vorjahresvergleich ist die Zahl der Arbeitslosen um 44 gestiegen.
Aktuell sind 874 Männer und 715 Frauen auf Jobsuche, unter ihnen 179 Jüngere unter 25 Jahren, 564 Ältere ab 50 Jahren und 376 Ausländer.

Kreis Vulkaneifel
In der Vulkaneifel zeichnet der Arbeitsmarkt im April ein durchwachsenes Bild. Zwar ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum März um 157 Personen auf 1.411 Arbeitslose und 4,3 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr sind jedoch 13 Menschen mehr ohne Job. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 4,4 Prozent.

Der Jahresvergleich zeigt auch, dass vor allem Menschen, die erst seit wenigen Wochen oder Monaten arbeitslos sind und dementsprechend von der Agentur für Arbeit betreut werden, bessere Jobchancen haben. Die Zahl der Arbeitslosen in diesem Segment ist von 566 Personen auf 524 gesunken. Das Nachsehen haben hingehen die sogenannten Hartz-IV-Empfänger, die im Jobcenter gemeldet sind. Deren Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 55 auf 845 Personen gestiegen.

Landkreis Trier-Saarburg
Sowohl die kurzfristige als auch die längerfristige Arbeitsmarktentwicklung im Landkreis Trier-Saarburg ist durchweg positiv. Die Frühjahrbelebung sorgt für sinkende Arbeitslosenzahlen: 2.498 Bürger, 152 weniger als im März, waren im April auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote ist von 3,3 auf 3,1 Prozent gesunken. Aber auch mit dem Blick aufs vergangene Jahr hat sich die Zahl der arbeitslosen Menschen reduziert und zwar um 174 Personen. Die Arbeitslosenquote betrug damals 3,4 Prozent.
Aktuell sind 1.379 Männer und 1.119 Frauen auf Jobsuche, unter ihnen 290 Jüngere unter 25 Jahren, 906 Ältere ab 50 Jahren und 515 Ausländer.

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