Ausgetankt – Stadtrat Trier lässt „Blaue Lagune“ untergehen

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Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Der Stadtrat von Trier hat in einer Sitzung gestern Abend mit großer Mehrheit gegen eine Pachtverlängerung für die Aral-Tankstelle in der Ostallee gestimmt. Dies bedeutet das endgültige Aus für die als Blaue Lagune bekannte Tankstelle zum Jahresende.

Der Stadtrat stimmte mit 41 Nein-Stimmen gegen nur 11 Ja-Stimmen gegen ein Angebot des Ölkonzerns BP und gegen einen Antrag der UTB Fraktion auf Pachtverlängerung über das Jahr 2017 hinaus.

Das Angebot des Ölkonzerns sah vor, dass bei einer Pachtverlängerung um 10 Jahre, die Tankstelle komplett erneuert werden sollte, auch mit Ladestationen für Elektroautos versehen. Ferner wollte der Konzern die Baukosten für einen alternativen Radweg neben der Tankstelle übernehmen.

Die SPD im Stadtrat lehnte diese Vorschläge gestern Abend ab, und möchte durch einen Abriss der Tankstelle das „städtische Grün“ in der Ostallee aufwerten. Das Grundstück solle dem „Grün der Ostallee“ zugeführt werden. Ein Radweg entstehen. Ein Antrag der CDU, den Sachverhalt zur erneuten Diskussion noch einmal zurück in die Ausschüsse zu verweisen, wurde ebenso abgelehnt.

Die UTB-Fraktion betonte noch einmal die wichtige Rolle der Tankstelle für die Bürger. Als ein rund um die Uhr geöffneter Mini-Markt und als Tankstelle sei die „blaue Lagune“ fest im Stadtbild verwurzelt und ein wichtiger Wirtschafts-Faktor, aber auch für die Nahversorgung der Bürger sehr wichtig. Auch die FDP und die AfD stimmten für eine Pachtverlängerung und damit gegen einen Abriss.

Aber der Stadtrat entschied anders und Tankstellenpächter Lothar Schmitz, der zur Zeit 18 Voll- und Teilzeitkräfte in der Tankstelle beschäftigt, wird zum Ende des Jahres schließen müssen.

Verärgert über die Entscheidung des Rates zeigte sich auch UTB-Vorsitzender Hans-Alwin Schmitz. Auf Facebook kommentierte er: „Die finanziellen Verluste durch den Wegfall von Steuereinnahmen und Pachteinbußen spielen offensichtlich keine Rolle bei einem katastrophalen Haushalt!“

Sehr, sehr traurig! Du wirst uns fehlen „Blaue Lagune“!

6 KOMMENTARE

  1. Das passt zu diesem Unternehmerfeindlichen Stadtrat! Liebe CDU-Fraktion,in Zukunft was Wirtschaftsfragen angeht, bitte einfach nur die Fresse halten!

  2. Schade um die blaue Lagune im grünen Streifen . Aber anscheinend passt Sie den Hobby-Politikern von Trier nicht ins Konzept.
    Die Tankstelle bot eine super Gelegenheiten vor dem Frühdienst (5:00Uhr) sich einen guten Kaffee zu gönnen oder Back- wie auch Tabakwaren und Getränke zu kaufen. Ebenso auch sonntags morgens in der früh konnte man sich dort nach einer durchzechten Nacht oder vor der Arbeit stärken! Nirgendwo sonst gab es in der Stadt eine Anlaufstelle die 24/7 geöffnet hat. Aber Trier muss ja mal wieder Großstadt spielen.

  3. Ich bezweifel den Vorteil für die Umwelt, wenn der Laden weg ist. Ein paar Bäume mehr führen diesem Streifen zwischen einer autobahnähnlichen Straße keine höhere Aufenthaltsqualität zu; wenn die Tankmöglichkeit wegfällt, wird das nicht für weniger Verkehr sorgen. Was Feinstaub, Lärm und Dreck angeht, sollte man sich in Trier generell mal Gedanken über ein sinnvolles Verkehrskonzept machen, indem man Radfahren, Bus- und Bahnfahren fördert (z. B. durch häufigere Abfahrten) und den unnötigen Binnenverkehr damit verringert.
    Viel schlimmer finde ich den Betonklotz, der gegenüber den Kaiserthermen entsteht. Dieser hat absolut keine Relevanz für die Bürger, er passt nicht in das historische Umfeld (welches an der blauen Lagune im übrigen nicht vorhanden ist). Die Leute, die dort einziehen, werden dann in der Stadt für mehr Verkehr sorgen und noch mehr Parkplätze wegnehmen. Darüber war aber offenbar keine Diskussion möglich (erwünscht), was z. B. Grundsätzliches angeht. Sehr schade, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

  4. Lesen wir uns diesen wichtigen Abschnitt nochmals genau durch:

    Das Angebot des Ölkonzerns sah vor, dass bei einer Pachtverlängerung um 10 Jahre, die Tankstelle komplett erneuert werden sollte, auch mit Ladestationen für Elektroautos versehen. Ferner wollte der Konzern die Baukosten für einen alternativen Radweg neben der Tankstelle übernehmen.

    Ein solches Angebot auszuschlagen halte ich einfach nur für dumm. Hier hätte man einen alternativen Radweg und die Tankstelle vereint bekommen zur Zufriedenheit aller.
    Kompromissbereitschaft ist vom Stadtrat leider nicht zu erwarten.
    Es ist kein Wunder. Der Frust der Menschen steigt. Es werden durch diese ganzen Fehlentscheidungen gefährliche, alternative Parteien gewählt.

    Ich sehe heute schon den sogenannten „Spatenstich“ an der Lagune, wo sich die ach so fotogenen
    Oberhäupter der Stadt ablichten lassen, um im TV eine seriöse Berichterstattung zu bekommen.

    Irgendwann setzt der Stadtrat die Porta Nigra als Eingangstor vor einen Schrebergarten, um die dann frei gewordene Fläche mit Kuhblumen bepflanzen zu können.

  5. Beim Trierer-Stadtrat ist es, wie in der großen Politik! – Nur noch weltfremde, realitätsferne Wesen, meist frisch von der Schule, die das Sagen haben. Aber die betroffene Bevölkerung hier im Land scheint sich ja solche politischen Entscheidungsträger zu wünschen. Also immer weiter so!

  6. @Ral Sch. Die Politik besteht aus Hände waschen und Kompromissen. Man muss nur herausfinden wessen Hände mit der Lösung gewaschen wurden (wer bekommt welchen Aufsichtsratposten in welcher Firma ^^)

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