Kinder sicher unterwegs e.V. – Von Eltern für Eltern

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Reboarder – so lautet der Fachbegriff für Autokindersitze, die entgegen der Fahrtrichtung ins Auto eingebaut werden

Bildquelle: privat

TRIER. Zwei von drei Kindern im Auto sind schlecht gesichert. Zu lockere Gurte, Winterkleidung unter dem Sicherheitsgurt, falsch befestigte Kindersitze, zu kleine Kinder in zu großen Sitzen – die Liste der Stolperfallen ist lang und viele Eltern sind für die Gefahren, die die falsche Sicherung ihres Nachwuchses im Auto mit sich bringt, kaum sensibilisiert.

„Viele schwere Verletzungen bei Autounfällen könnten verhindert werden“, sagt Danny Reeves, Vater eines 2-jährigen Sohnes, „wenn sich Eltern mit dem Thema Kindersicherheit im Auto besser vertraut machen würden“. Der 37jährige ist Mitglied im Verein Kinder sicher unterwegs e. V. und klärt andere Eltern und Fachkräfte im Großraum Trier zu allen Gefahren beim Autofahren mit Kind auf – angefangen vom richtigen Anschnallen bis hin zum optimalen Kindersitz.

Für unsere Kinder, für mehr Sicherheit, für weniger Unglücksfälle

Danny hat sich mit anderen Eltern zusammengeschlossen, um Mütter und Väter bundesweit zu einem Thema zu informieren, das in vielen Elternköpfen noch zu wenig Beachtung findet. Er weiß insbesondere durch seinen Beruf, dass Eltern häufig die Farbe oder der Preis des Kindersitzes wichtiger sind als die Frage,
ob der Sitz gut zu ihrem Kind passt. Seine tägliche Erfahrung als Berater,der Eltern beim Kauf eines Kindersitzes mit Rat und Tat zur Seite steht, zeigt ihm jeden Tag aufs Neue, dass Eltern mehr und besser aufgeklärt werden müssen.

Kinder sicher unterwegs e. V.

Der Verein Kinder sicher unterwegs e. V. besteht aus vielen weiteren ehrenamtlichen Mitgliedern, die in ihrem Umkreis Workshops anbieten und Vorträge halten, um Fachkräfte, Schwangere und Eltern zu informieren. Die Themen des Vereins sind breit gefächert und umfassen die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr (zu Fuß, auf dem Rad und im Auto), im Flugzeug und das gesunde Tragen (Trageberatung).

Kinder sicher unterwegs im Auto

Ein besonderes Augenmerk legt der Verein auf den richtigen und sicheren Transport von Kindern im Auto.

Mit Flyern und auf Vorträgen klärt der Verein darüber auf,
– warum rückwärtsgerichtete Kindersitze (Reboarder) sicherer sind als Kindersitze, die in Fahrtrichtung eingebaut werden,
– welche Vorzüge das Rückwärtsfahren für das Kind außerdem bietet,
– wie ein Kind in der Babyschale bzw. dem Kindersitz sicher angeschnallt wird,
– warum Sitzerhöhungen (ohne Rückenlehne) nicht zu empfehlen sind
– woran Eltern erkennen, ob ihr Kindersitz noch zugelassen ist und ob der Kindersitz noch benutzt werden darf, oder auch darüber,
– wie Gesetze und Normen in Deutschland in Bezug auf Kindersitze und die Sicherung von Babys und Kindern im Auto zu verstehen sind.

Warum sich Eltern für einen Reboarder entscheiden sollten

Deutschland ist noch ein Entwicklungsland – jedenfalls gemessen an den Skandinaviern, die ihre Kinder seit Jahrzehnten über die Babyschale hinaus rückwärts im Auto transportieren. Und die Statistik gibt ihnen Recht: In Schweden beispielsweise tragen weitaus weniger Kinder schwere Verletzungen bei Verkehrsunfällen davon als bei uns.

„Bei unseren schwedischen Nachbarn werden Eltern bereits nach der Geburt vom Arzt über die Vorzüge des Rückwärtsfahrens aufgeklärt“, erklärt Danny Reeves und ergänzt, dass das eigentlich kaum mehr nötig ist, denn in Schweden sind Reboarder beinahe so verbreitet wie bei uns die klassischen vorwärtsgerichteten Kindersitze.

Reboarder – so lautet der Fachbegriff für Autokindersitze, die entgegen der Fahrtrichtung ins Auto eingebaut werden – schneiden auch in Studien und bei Crashtests regelmäßig besser ab als Vorwärtssitze. Dies liegt daran, dass der empfindliche Nacken und der Kopf des Kindes beim gefährlichen Frontalaufprall besser geschützt werden können: Das Kind wird beim Aufprall mit dem Rücken in den Kindersitz gedrückt und die entstehenden Kräfte so optimal verteilt. Beim Einbau in Fahrtrichtung dagegen wirken bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h um die 300 kg rein auf den Nacken des kleinen Mitfahrers. Viel zu viel für ein Kleinkind, dessen Wirbelsäule sich noch in der Entwicklung befindet und dessen Kopf im Vergleich zum Körper riesig (und schwer!) ist.

„Unsere Kinder sind unsere Zukunft. Wir wollen sie bestmöglich schützen. Babys und Kleinkinder fahren im Reboardkindersitz 5mal sicherer. Das Argument überzeugt die meisten Eltern.“
Bis dahin indes ist es noch ein weiter Weg, denn viele Mamas und Papas erfahren zu spät oder gar nicht von den Sicherheitsvorteilen dieser Kindersitze.

Deshalb setzt sich der Verein Kinder sicher unterwegs e. V. bundesweit für eine bessere Aufklärung ein. Die Mitglieder besuchen Messen, halten Vorträge und beraten Eltern von jungen und älteren Kindern, die mehr über Kindersicherheit im Auto erfahren wollen.

Sie sind Eltern und möchten noch mehr erfahren?

Lesen Sie jetzt mehr zum Thema auf der Webseite des Vereins Kinder sicher unterwegs e. V. Auf der Facebook-Seite des Vereins finden Sie News, Informationen zu Veranstaltungen und Workshops und erhalten weiteren Einblick in die Vereinsarbeit.

Danny Reeves freut sich außerdem über motivierte und engagierte Eltern, die ihn im Raum Trier bei der Aufklärung von Eltern für Eltern unterstützen. Damit noch mehr Babys und Kinder sicherer im Auto transportiert werden.

Kontaktdaten: dannyreeves@gmx.de

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