„Wünschewagen Rheinland-Pfalz“ bringt schwerkranke Menschen an Wunschorte

0

TRIER / MAINZ. Ein letztes Mal ins Stadion des Lieblingsvereins, mit den letzten Kräften auf die Hochzeit der Tochter: Menschen in Rheinland-Pfalz mit kurzer Lebenserwartung können sich nun Herzenswünsche erfüllen. Möglich macht das der Wünschewagen für Rheinland-Pfalz des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der am Donnerstag in Mainz vorgestellt wurde.

Schirmherrin des Wagens ist Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die persönlich in den umgebauten Krankenwagen kletterte und eine mit Sternen geschmückte Bettdecke befühlte. Alle medizinischen Geräte und Medikamente seien für die Gäste unsichtbar in Schränken verstaut, erklärte Dirk Beyer, Wünschewagen-Projektkoordinator vom ASB-Kreisverband Worms. „Das schönste ist unsere Minibar, gefüllt mit Snacks und durchaus auch einem Piccolöchen“, sagte er zu Dreyer.

Jeweils ein ehrenamtlicher Rettungssanitäter und ein Pfleger begleiten den Schwerkranken auf der Fahrt. Für den Gast und eine Begleitperson ist die Reise kostenlos. Bisher gibt es solche Wagen, die nach niederländischem Vorbild entworfen wurden, in acht Bundesländern; der erste fuhr vor zwei Jahren im Ruhrgebiet. „Viele Menschen haben noch so einen Wunsch im Herzen, den sie sich erfüllen wollen, ehe sie aus dem Leben gehen“, sagte Dreyer.

Ehrenamtliche begleiten den Fahrgast an Bord

Diese verantwortungsvolle, ethisch und psychologisch anspruchsvolle Form der Begleitung und Betreuung von schwerstkranken Menschen stellt hohe Anforderungen an alle beteiligten Personen. Daher freut sich der Landesverband bereits zum Projektstart über zwanzig ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Rettungsdienst zu seinem Bordteam zählen zu dürfen. Sie begleiten die Fahrten neben einer vollen Berufstätigkeit. Weitere Interessierte, aus den Bereichen Rettungsdienst, Pflege, Medizin, Feuerwehr, etc. sind sehr herzlich willkommen und werden noch dringend gebraucht.

Vorbereitet für den Einsatz auf dem Wünschewagen wird das Bord-Team jeweils in einer zweitägigen verbindlichen Schulung. Durchgeführt werden diese von den ASB-Kreisverbänden Worms und Ludwigshafen, welche mit den Projektkoordinatoren Dirk Beyer (ASB Worms) und Christina Kunde (ASB Ludwigshafen) den Wünschewagen in Rheinland-Pfalz betreiben und dessen Fahrten koordinieren.

Der Wünschewagen finanziert sich ausschließlich aus Spenden, über freiwillige Mitarbeit und ASB-Eigenmittel. Das oberste Ziel: Die Reise mit dem Wünschewagen soll für den Fahrgast und seine Angehörigen kostenfrei sein und bleiben. So freuten sich die Projektkoordinatoren ganz besonders über einen Scheck von 10.000 Euro, welchen die Sparda-Bank Südwest zur Einweihung des Wünschewagens überreichte.

Erste Pilotfahrt ging zum FCK Kaiserslautern

Bereits vor Projektstart gab es erste Anfragen an den ASB Rheinland-Pfalz. So erfüllte die erste Pilotfahrt – noch mit einem herkömmlichen Krankenwagen – den Herzenswunsch einer schwerstkranken Hospizbewohnerin, noch einmal den FCK im Stadion in Kaiserslautern zu erleben.

Das Projekt ist im ASB Regionalverband Ruhr nach niederländischem Vorbild entstanden und konnte bereits zahlreiche Wünsche erfüllen. Mittlerweile konnte es bundesweit in neun Bundesländern erfolgreich ausgeweitet werden – weitere folgen.

Info: Webseite des Wünschewagens

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.