Polizei ermittelt wegen Plänen für Explosion

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KAISERSLAUTERN /KUSEL. Zwei junge Männer stehen im Verdacht, eine schwere Explosion in der Innenstadt von Kaiserslautern geplant zu haben. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken prüft nach Angaben vom Dienstag, ob es einen rechtsgerichteten Hintergrund gibt.

Ermittelt werde wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Der Generalbundesanwalt habe das Verfahren „bisher nicht übernommen“, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 18-Jährigen aus dem Kreis Kusel und einen 24 Jahre alten Mann aus Nordrhein-Westfalen. Der Jüngere hatte nach Informationen von „Rheinpfalz“ und „Rhein-Zeitung“ seinen Wohnsitz in der Kleinstadt Lauterecken. Beide wurden nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft bereits am 29. Dezember vorläufig festgenommen, am Tag darauf wurde Haftbefehl erlassen. Sie befinden sich nun in Untersuchungshaft.

Die Ermittler stellten bei Hausdurchsuchungen im Kreis Kusel und in Nordrhein-Westfalen insgesamt mehr als 150 Kilogramm an pyrotechnischem Material sicher – mehr als 110 Kilogramm bei dem jüngeren und etwa 45 Kilogramm bei dem älteren Beschuldigten. Es handle sich „um teilweise unerlaubt erworbenes und teilweise selbst unerlaubt hergestelltes pyrotechnisches Material und Substanzen“, hieß es in der Mitteilung. Es wurde zum Teil entschärft, die Entschärfung der übrigen Explosivstoffe wurde vorbereitet.

Die Beschuldigten wiesen den Vorwurf zurück, an Silvester eine Explosion in Kaiserslautern geplant zu haben. Sie bezeichneten sich nach Angaben der Behörden als Freizeit-Pyrotechniker und Anhänger einer entsprechenden Szene. Der 18-Jährige gab in seiner Vernehmung an, dass er das pyrotechnische Material für ein privates Silvesterfeuerwerk habe verwenden wollen. Der 24-Jährige sagte, dass er als Freizeitbeschäftigung illegal Feuerwerkskörper und sonstiges pyrotechnisches Explosivmaterial hergestellt habe. Eine Gefährdung von Menschen sei zu keiner Zeit beabsichtigt gewesen.

Die Kriminaldirektion Kaiserslautern richtete eine Sonderkommission ein. Die Ermittlungen würden mit Hochdruck geführt, hieß es.

Ende vergangenen Jahres hatte der Fall eines Zwölfjährigen in Ludwigshafen die Behörden alarmiert, der mit einer brennfähigen Substanz hantierte und im Verdacht steht, einen Anschlag geplant zu haben. Er soll nach Medienberichten von Islamisten radikalisiert worden sein.

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