So wird er aussehen: XXL-Marx für Trier vorgestellt

1

TRIER. Die Stadt Trier hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Pläne für die viel diskutierte 6-Meter-Marx-Skulptur des chinesischen Bildhauers Wu Weishan vorgestellt. Dabei wurde auch ein Modell des Monster-Marx-Standbildes gezeigt.

Karl Marx, ein Buch in der linken Hand und die Rechte am Revers des Gehrocks, geht mit Würde und Entschlossenheit im Blick voran. So lässt sich der Entwurf für die im Vorfeld viel diskutierte Marx-Skulptur des chinesischen Bildhauers Wu Weishan beschreiben, die als Geschenk der Volksrepublik China an die Stadt Trier zum 200. Marx-Geburtstag errichtet werden soll.
„Die Skulptur ist sehr gegenständlich und zeigt einen dynamischen Mann mit Ecken und Kanten. Es ist ein Entwurf, der mir persönlich sehr gut gefällt und den man in der Heimat- und Geburtsstadt von Karl Marx guten Gewissens zeigen kann“, ist sich Baudezernent Andreas Ludwig sicher.

Ludwig bestätigte bei der Stadtvorstands-Pressekonferenz am Montag den bisher geplanten Standort und die Dimension der Statue: Demnach soll die 4,90 Meter hohe Skulptur auf einem 1,40 Meter hohen Sockel auf dem Simeonstiftplatz, in Sichtweite des Wohnhauses der Familie Marx in der Simeonstraße, platziert werden. Ludwig vermutet, dass Wu als Gussmaterial Bronze verwenden wird, doch dies stehe noch nicht endgültig fest. Diese und viele weitere Fragen will der Beigeordnete noch in dieser Woche in einem Telefonat mit dem Künstler ansprechen.

Stadtratsbeschluss im März

Um die Wirkung des Denkmals zu simulieren, soll anhand des jetzt vorliegenden Entwurfs in den kommenden Wochen ein Schattenriss in der Originalgröße erstellt und bei einem öffentlichen Ortstermin auf dem Simeonstiftplatz präsentiert werden, kündigte Ludwig an. Über die Annahme des Geschenks wird der Stadtrat voraussichtlich am 8. März entscheiden. Danach können in enger Abstimmung mit Wu Weishan Einzelfragen geklärt werden, zum Beispiel, wo die Skulptur gegossen und wie der Sockel gestaltet wird. Entscheidend sei, so Ludwig, dass das fertige Denkmal zum 200. Marx-Geburtstag am 5. Mai 2018 eingeweiht werden kann.

Die ursprüngliche Idee, die Marx-Skulptur in der Nähe des Geburtshauses an der Ecke Brücken-, Karl-Marx- und Jüdemerstraße aufzustellen, kam wegen der Dimension des Kunstwerks nicht zum Tragen. Dennoch soll der kleine, potenziell charmante Platz bis zum Jubiläumsjahr 2018 aufgewertet werden. Das Stadtplanungsamt hatte hierzu einen kleinen Wettbewerb veranstaltet, aus dem der Entwurf des Büros Ernst und Partner als Sieger hervorging. Der Platz soll durch eine Pflasterung als Einheit wahrgenommen werden.

Der Clou sind goldgelbe „Lebenslinien“ im Bodenbelag, in die Zitate und Lebensdaten von Karl Marx eingearbeitet werden. Fahrradbügel und Leuchten fassen den verkehrsfreien Innenraum, ein Lichtkonzept sorgt für ein stimmungsvolles Ambiente am Abend. In dem Entwurf ist zudem die Pflanzung einer „Marx-Linde“ im Mittelpunkt des Platzes vorgesehen, die von einer kreisrunden roten Sitzbank eingefasst wird. In diesem Punkt soll jedoch, so Baudezernent Andreas Ludwig, bei der Umsetzung von dem Konzept abgewichen werden, um die schon vorhandenen Bäume nicht entfernen zu müssen.

Die Durchfahrt von der Jüdemer- in die Karl-Marx-Straße soll zunächst offen bleiben. Die Kosten für das Projekt, das ebenfalls im Mai 2018 fertiggestellt sein soll, bezifferte Ludwig mit 150.000 Euro.

Der Baudezernent zeigte sich offen für den Vorschlag der in der Initiative „Marx-Viertel“ zusammengeschlossenen Anlieger, die umgestaltete Kreuzung künftig auf den Namen Karl-Marx-Platz zu taufen. Die Entscheidung hier-über trifft jedoch der Ortsbeirat Trier-Mitte/Gartenfeld.

marx_strasse

1 KOMMENTAR

  1. Ich find das Ding schön. Endlich mal was Weltstädtisches. WEnns nach mir ginge würde man die Kaiser Wilhelm Brücke in Karl Marx Brücke umbenennen und einen überdimensionalen Karl Marx dort aufstellen, dessen beide beide an jeweils einem Ufer stehen und zwischen dessen Beinen die Schiffe durchfahren. Ist zwar Plagiat, weil beim Koloss von Rhodos gabs das auch, macht aber nix.
    Ausserdem wäre es an der Zeit den Bahnhof umzugestalten, im Stile des sozialistischen Realismus, viel schöner.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.