Von Trier nach Kamerun – Trinkwasserfilter aus Irsch sorgen für sauberes Trinkwasser

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Die Einweihung der Trinkwasseranlage in Bamenda war ein festliches Ereignis. Mit dabei: Die Vereinsmitglieder Gerd Müller, Karl-Heinz Heinisch (1. u. 2. v. l.), Christian Girndt, Lambert Akongha (6. u. 7. v. l.) und Michael Kollete (4. v. r.) aus Trier, Cletus Fongu Tanwe, Bürgermeister von Bamenda III (5. v. r.), und Lars Leymann von der deutschen Botschaft (8. v. l.).

Bildquelle: SWT Trier

TRIER / BAMENDA (KAMERUN). In Trier und der Region ist sauberes und jederzeit verfügbares Trinkwasser selbstverständlich. In Afrika nicht. Doch dank eines Trierer Vereins und Filtertechnik der Stadtwerke ist das nun auch für die Menschen aus Bamenda III in Kamerun möglich.

Drei voll funktionsfähige Filterkessel, die nach der Modernisierung der Filtertechnik im Wasserwerk Irsch nicht mehr benötigt wurden, wurden auf eine lange Reise geschickt und in der Stadt im Nordwesten Kameruns wieder aufgebaut. Fast 50.000 Menschen werden so derzeit mit sauberem und erschwinglichem Trinkwasser versorgt, darunter Privathaushalte, vier Schulen und bald auch ein Krankenhaus. Ein zukunftsweisendes Projekt, findet auch Oberbürgermeister und SWT-Verwaltungsratsvorsitzender Wolfram Leibe: „Denn ohne sauberes Trinkwasser geht es nicht in einer Gesellschaft.“

5,50 Meter hohe Kessel

Fünf Mitglieder des Vereins zur Förderung der Trinkwasserversorgung in Kamerun, darunter auch Mitarbeiter der Stadtwerke Trier, haben den Aufbau in Bamenda begleitet. Zurück in Trier berichteten Lambert Akongha, Michael Kollete und Christian Girndt von ihrem ehrenamtlichen Engagement in Afrika. Vier Jahre Organisation und Arbeit liegen hinter ihnen. Dabei wurde auf jedes Detail geachtet. In einem ersten Schritt wurde die Anlage komplett auseinander und im Wasserwerk Kylltal probeweise wieder aufgebaut. Kein Teil sollte fehlen, denn Ersatzteile und Werkzeuge sind in Kamerun nur schwer zu bekommen. Anschließend wurden die drei Filterkessel, jeder von ihnen 5,50 Meter hoch und 1,60 Meter im Durchmesser, samt Zubehör und Werkzeug in Containern nach Kamerun verschifft. Hierfür hatte der Verein im Vorfeld Spenden und Sachmittel gesammelt.

An ihrem neuen Standort wurde die Anlage wieder zusammengesetzt, optimiert und in Betrieb genommen. Doch mit einer Filteranlage alleine war es nicht getan. Rohrleitungen mussten verlegt und mehrere öffentliche Entnahmestellen gebaut werden. Die Technik musste an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Von Anfang an wurden dabei lokale Mitarbeiter in die Arbeiten eingebunden und geschult, um auch künftig die Wartung und Qualitätssicherung zu gewährleisten. Acht feste und mehr als 100 saisonale Arbeitsplätze wurden so in Bamenda geschaffen.

Mangel trotz großer Reserven

Doch wie kommen Trierer Filteranlagen ausgerechnet nach Kamerun? Die Antwort ist einfach: Lambert Akongha, ein Mitarbeiter des Wasserwerks, stammt aus Kamerun. Er hat in Trier studiert und seine Diplomarbeit bei den Stadtwerken im Bereich Trinkwassergewinnung und Trinkwasserqualität geschrieben. Zwar besitzt Kamerun die zweitgrößten Wasserreserven in Afrika, das Potenzial kann aber nicht genutzt werden, sodass in vielen Regionen, wie zum Beispiel in Bamenda, ein akuter Trinkwassermangel herrscht, berichtet Akongha.

Am 1. Dezember wurden die Filterkessel nach einjährigem Betrieb offiziell eingeweiht. Unter den 3000 Gästen der Festveranstaltung waren neben den politischen Vertretern und Verantwortlichen aus Kamerun auch die Vereinsmitglieder aus Trier. Die Menschen freuen sich über das Trinkwasser, das laut Akongha fast deutsche Qualität besitzt. Es sei das beste Trinkwasser der Stadt.

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