Gedanken übers Schenken – Teuer, Teurer am Teuersten!

0

TRIER. Den Wert eines Geschenkes, seinen „Marktwert“ wird leider immer häufiger als Messwert bei manchen Geschenken genommen. Ein wunderschönes Ereignis, das zum Nachdenken anregt, ist in unserer Advents-Geschichte passiert.

Eine alte Regel soll auch bei uns sagen, ein Ring, vor allem ein Verlobungsring, sollte schon den Wert eines Monatsgehaltes, besser aber von zwei bis drei Monatsgehälter erreichen – alleine schon, um die Ernsthaftigkeit des Antrages durch das Geschenk zu dokumentieren. Auch wenn in Deutschland, der „Wert-Wahnsinn“ noch nicht so verbreitet ist, wird doch all zu oft die materielle Höhe des Geschenkes mit dem „was ist mir der Andere wert“ verwechselt.

Was ist aber, wenn man verliebt ist, einen Verlobungs-Antrag machen will, und kein Geld hat? Sollte man sich schämen – es wohl möglich gleich lassen? Nun, die folgende Geschichte kann den eigentlichen Sinn, dass die Absicht zählt, und das Wichtigste ist, eindrucksvoll verdeutlichen:

Was passieren kann, wenn Mann nicht gut bei Kasse ist, zeigt jetzt ein Fall aus Tennessee. Dort hatte Quinn McRae seine Freundin Ariel mit in einen Pandora-Schmuckladen genommen, um einen Verlobungsring zu kaufen.

Die beiden hatten sich vor zwei Jahren kennengelernt und leben zusammen in Martin, einer 12.000-Einwohner-Stadt zweieinhalb Autostunden nordöstlich von Memphis. Viel Geld haben sie nicht. Ariel ist Studentin, Quinn arbeitet in einer Autowerkstatt.

Einen Diamantring konnten sich beide nicht leisten. Ariel störte das nicht. Sie hatte sich einen Silberring mit einem Zirkon ausgesucht. 130 Dollar sollte er kosten.

Eine Pandora-Angestellte, die offenbar nicht wusste, dass das Schmuckstück einen ganz besonderen Zweck erfüllen sollte, hatte allerdings eine ganz andere Meinung dazu. „Können Sie sich vorstellen, dass einige Männer so etwas ihren Frauen als Verlobungsring geben?“, lästerte sie im Vorbeigehen. „Das ist doch ziemlich armselig.“

„Ich konnte richtig sehen, wie mein Mann innerlich zusammenbrach“, schrieb Ariel später auf Facebook. Quinn habe sich als Verlierer gefühlt und sie immer und immer wieder gefragt: „Bist du sicher, dass du damit glücklich wirst und der Ring auch wirklich der richtige ist?“ Er fürchtete, dass er sie nicht glücklich machen und sie ihn womöglich nicht heiraten werde. „Und das alles nur, weil mein Ring nicht teuer genug war und nicht ordentlich funkelte.“

Der Eintrag auf Facebook ging in kurzer Zeit um die Welt. Er bekam bis heute fast 80.000 Likes und wurde mehr als 56.000 Mal geteilt. Fast alle der mehr als 400 Kommentare waren freundlich. „Wenn du verliebt bist, sollte der Preis des Ringes keine Rolle spielen“, schrieb eine Kommentatorin. „Der Ring ist toll. Sei glücklich“, eine andere. Und eine dritte: „Ihr beide seid Seelenverwandte und habt die wahre Liebe gefunden.“

Genauso sieht das Ariel, die sich trotz der abfälligen Bemerkungen für den Ring entschieden hat. „Es ist nicht der Ring, der zählt“, habe sie der Verkäuferin beim Herausgehen noch gesagt. „Es ist die Liebe, die zu dem Kauf führt.“ Später verteidigte sie auf Facebook ihren Quinn. „Wir kratzen jeden Tag alles zusammen, um unsere Rechnungen zu bezahlen und Essen zu kaufen. Ich habe mir überhaupt keine Gedanken über die Ringe gemacht. Ich wollte meinen besten Freund heiraten. Ich hätte das auch mit einem Ring aus einem Kaugummiautomaten getan.“

Mit den vielen positiven Reaktionen hatte Ariel nicht gerechnet. „Ich bin überwältigt davon“, sagte sie in Amerikas erfolgreichster Morgensendung „Today“. Einige Männer hätten ihr geschrieben, dass sie auch kein Geld hätten und sich deshalb bisher nicht getraut hätten zu heiraten. „Es freut mich, dass ich diesen Männern Mut gemacht habe.“

Da dran sollten wir alle beim Schenken mal denken!
http://www.today.com/style/woman-defends-130-engagement-ring-store-employee-called-pathetic-t105616?cid=sm_fbn

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.