Lukrativ durch das Zinstief: Sachwerte als Alternative zur Kapitallebensversicherung?

Lukrativ durch das Zinstief: Sachwerte als Alternative zur Kapitallebensversicherung?

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Symbolbild

Bildquelle: pixabay

Bereits im letzten Jahr schlug der Internationale Währungsfond (IWF) Alarm: Durch die dauerhaft geringen Zinsen auf dem Kapitalmarkt sind die Lebensversicherer in Gefahr. Den Versicherten wurden vor einigen Jahren noch Garantieversprechen von 4 % jährlich abgegeben, die heute kaum mehr zu erfüllen sind. Die Situation hat sich seitdem kaum entspannt, mit einer schmalen Rendite von 1,25 % auf Neuverträge versucht die Branche, Verluste zu vermeiden. Ein Verlierer steht zweifelsohne fest: Der deutsche Sparer wird aufgrund einer Verzinsung unterhalb der marktüblichen Inflation langsam enteignet. Ist die Investition in Sachwerte eine Alternative?



Am Vegan-Trend verdienen – mit Sojabohnenmehl



Je geringer die Zinsen für klassische Finanzprodukte, desto erfinderischer die Anleger: Obwohl landwirtschaftliche Produkte insbesondere hierzulande unter erheblichem Preisdumping zu leiden haben, lässt sich sogar mit Schwein und Sojabohnenmehl Geld verdienen: Eine spezielle Rasse von Schwein, die besonders mageres Fleisch liefern, wurde in den USA so beliebt, dass die Investitionen 56 % Jahresrendite eingebracht hat. Für Sojaprodukte dürfte sich hingegen der Trend zum Fleischverzicht positiv ausgewirkt haben, eine Jahresrendite von 18,5 % erscheint im aktuellen Zinsumfeld traumhaft.



Kunst und Sammlermünzen



Etwas riskanter ist die Investitionen in zeitgenössische Kunst: Hier gilt es, mit einiger Expertise zwischen unterbewerteten Kunst und wertlosen Kitsch unterscheiden zu können. Wem das gelingt, der kann durchaus zweistellige Renditen erwirtschaften. Der Vorteil dieser Anlage besteht wie bei den meisten Sachwerten darin, dass die Wertentwicklung von den Kapitalmarktzinsen weitgehend abgekoppelt ist. Die Preisentwicklung richtet sich nach oftmals limitierten Angebot und Nachfrage – so auch bei Sammlermünzen. Im Unterschied zu Anlagemünzen, deren Wert sich vor allem im verwendeten Material bemisst, sorgt hier meist der geringe Bestand für erhebliche Wertsteigerungen. Eine britische Goldmünze der 1559 bis 1578 verbuchte Wertsteigerungen von fast 30 % in nur einem einzigen Jahr. Derart alte Münzen sind allerdings problematisch, weil sie den größten Teil des zu erwartenden Wertzuwachses bereits hinter sich haben. Interessanter sind hier beispielsweise Sondermünzprägungen aktueller Euromünzen. Wer rechtzeitig in limitierte Münzsammlungen investiert, schafft sich eine interessante Anlagealternative – und vielleicht ein Hobby noch dazu.



Ehemaliger Alltagsautos mit hohen Wertsteigerungen



Geradezu konventionell erscheint dahin gegen die Investitionen in Oldtimer. Beliebte Mercedes-Modelle wie der 230, 250 oder das 280 SL Cabrio dürften trotz der hohen Preise weiter an Wert zulegen, weil dem limitierten Bestand von rund 3000 Exemplaren eine immer noch steigende Nachfrage gegenübersteht. Wer keine sechsstelligen Beträge in altes Blech anlegen möchte, aber trotzdem an einer hohen Rendite interessiert ist, sollte sich für einen eins belächelten Alltagsklassiker entscheiden: Der Citroën 2CV, besser bekannt als „Ente“, konnte allein zwischen 1995 und 2010 eine Wertsteigerung von 300 % verbuchen. Auch andere beliebte Alltagsmodelle der achtziger und neunziger Jahre dürften bald erheblich im Wert steigen. Auch wenn nicht jedes Modell gleich stark im Wert ansteigt; der deutsche Oldtimerindex zeigt, dass sich der Wert der Altfahrzeuge im Durchschnitt allein zwischen 1999 und 2011 fast verdoppelt hat.


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