Neues Internet-Portal für Kreis Cochem-Zell

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COCHEM-ZELL. Ihre Behördengänge einfach online abwickeln, können ab jetzt die 62.000 Einwohner im Kreis Cochem-Zell. Die Kreisverwaltung hat dafür am Freitag ein neues Internet-Portal freigeschaltet.

Den Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Cochem-Zell stehen damit ab sofort ausgewählte Verwaltungsdienstleistungen im Netz zur Verfügung – weitere Services kommen schrittweise hinzu. Das verwaltungsübergreifende Bürgerportal setzt bundesweit Maßstäbe.

Es war ein wichtiger Moment für die Bürgerinnen und Bürger sowie die öffentlichen Verwaltungen im Landkreis Cochem-Zell: Bei einer Festveranstaltung in Cochem gaben Landrat Manfred Schnur und die Bürgermeister der vier Verbandsgemeinden Cochem, Kaisersesch, Ulmen und Zell mit dem symbolischen Druck auf den Roten Knopf den Startschuss für das Bürgerportal Cochem-Zell. In Anwesenheit der Bevollmächtigten des Landes beim Bund und für Europa, für Medien und Digitales, Heike Raab, sowie von Vertretern des Bundesinnenministeriums und aus den Ortsgemeinden des Landkreises Cochem-Zell registrierte sich Landrat Schnur als erster Nutzer im neuen Internetportal für ein digitales Servicekonto. Die öffentlichen Verwaltungen des Kreises Cochem-Zell und der vier Verbandsgemeinden Kaisersesch, Cochem, Zell und Ulmen haben nun für die Bürgerinnen und Bürger rund um die Uhr geöffnet: Mit dem Bürgerportal Cochem-Zell können sie ab heute ausgewählte Verwaltungsdienstleistungen online nutzen. Die einprägsame Internetadresse des Bürgerportals: www.cochem-zell-online.de.

Ob es um die An- oder Abmeldung eines Hundes, einen Antrag zur öffentlichen Plakatierung von Veranstaltungen, die Anzeige eines Eigentümerwechsels bei einem Grundstück oder um die Anmeldung zur Abholung von Sperrmüll oder eines Elektrogroßgerätes geht – all diese und weitere Services der öffentlichen Verwaltung lassen sich über das neue Bürgerportal mit wenigen Mausklicks erledigen. Das Besondere: Die Nutzer müssen zukünftig nicht mehr wissen, ob für die Bearbeitung eines Antrags der Kreis oder die Verwaltung der jeweiligen Verbandsgemeinde zuständig ist; im Bürgerportal stehen die entsprechenden Dienstleistungen verwaltungsübergreifend zur Verfügung. „Dieser Ansatz über die Verwaltungsebenen hinweg steigert den Nutzen des Portals für die Bürger“, sagt Manfred Schnur, Landrat des Kreises Cochem-Zell. „Sie können Anträge einfach und digital stellen, die Verwaltung bearbeitet die Bürgeranliegen schnell und unter besonderer Beachtung eines hohen Datenschutzes“.

Wie das in der Praxis funktioniert, demonstrierte bei der Eröffnungsveranstaltung der Ortsbürgermeister von Treis-Karden, Philipp Thönnes. Er stellte den ersten Antrag auf Plakatierung für eine Veranstaltung in seiner Heimatgemeinde.

Das Bürgerportal Cochem-Zell ist das Ergebnis eines systematischen Vorhabens zur Digitalisierung in der kommunalen Verwaltung. Im Dezember 2013 wählte eine Jury aus Vertretern des Bundesinnenministeriums, der kommunalen Spitzenverbände sowie unabhängigen Experten den Landkreis Cochem-Zell als einzigen Kreis in Deutschland für die Teilnahme an einem Pilotprojekt zur Umsetzung der sogenannten elektronischen Verwaltung aus. Zusammen mit der Verbandsgemeinde Kaisersesch wurde Cochem-Zell zur „Modellkommune E-Government“ bestimmt. Wesentliche Zielsetzung war es, möglichst viele Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung über das Internet bereitzustellen und so die Servicequalität für die Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu steigern. Darüber hinaus sollte das Projekt Wege aufzeigen, wie sich die Effizienz der kommunalen Verwaltungen durch konsequente Digitalisierung der Prozesse optimieren lässt.

„Mit der erfolgreichen Einführung des Bürgerportals setzen der Landkreis Cochem-Zell und seine Verbandsgemeinden gemeinsam bundesweit Maßstäbe“, betont Heike Raab. „Das Bürgerportal ist nicht nur ein echtes Referenzvorhaben für die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung, es verdeutlicht auch über die Verwaltungen hinaus die Möglichkeiten, die sich mit dem gezielten Einsatz der digitalen Technik für Institutionen und Unternehmen bieten“.

Die Vorteile des Bürgerportals für die Nutzer liegen auf der Hand: Die Dienstleistungen der Kreis- und Verbandsgemeindeverwaltungen stehen den Bürgerinnen und Bürgern orts- und zeitunabhängig zur Verfügung. Die Nutzer sparen sich nicht nur zeit- und kostenintensive Wege zu den Verwaltungsstandorten, ihnen entstehen auch keine Wartezeiten in den Ämtern. Die Bedienung des Bürgerportals ist intuitiv und leicht zu handhaben. Wer regelmäßig Services der Verwaltung digital in Anspruch nimmt, kann sich ein eigenes Servicekonto im Bürgerportal anlegen. „Über dieses Servicekonto kann der Nutzer nicht nur die digitalen Anträge bequem bearbeiten, sondern auch einen großen Teil des Dialogs mit den Verwaltungsstellen zuverlässig organisieren“, erläutert Albert Jung, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaisersesch. Das Modell des verwaltungsübergreifenden Servicekontos hat ebenfalls bundesweiten Beispielcharakter für vergleichbare Projekte der elektronischen Verwaltung. Der Landkreis Cochem-Zell und die Verbandsgemeinden entwickelten das Technikkonzept für das Servicekonto in enger Zusammenarbeit mit der KommWIS GmbH, dem IT-Partner der kommunalen Spitzenverbände in Rheinland-Pfalz. Unterstützt wurde das Projekt ebenfalls von der IT-Zentralstelle des Innenministeriums Rheinland-Pfalz.

Zum Start des Bürgerportals Cochem-Zell sind bereits rund zehn der am häufigsten genutzten Verwaltungsdienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger online verfügbar. Schrittweise bauen Landkreis und Verbandsgemeinden ihr gemeinsames Internetangebot aus. So lassen sich beispielsweise schon bald über das Bürgerportal Räumlichkeiten wie Bürgersäle oder Schutzhütten anmieten. Künftig lassen sich online auch Termine etwa für die Kfz-Anmeldung und andere Präsenztermine im Kreishaus und den Ämtern der Verbandsgemeinden vereinbaren. Landrat Manfred Schnur: „Mit dem Bürgerportal haben wir in unserer Verwaltung die Ära der Digitalisierung endgültig eingeläutet. Wir werden unser Serviceangebot entsprechend der Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen konsequent erweitern“.

1 KOMMENTAR

  1. Und die Stadtverwaltung Trier geht genau den anderen Weg: Rückkehr von der Email Ereichbarkeit der Fachabteilungen hin zu Kontaktformularen ohne Bestätigungen und Anhangmöglochkeiten die nicht selten mal im Städt. Server-Nirvana verschwinden.
    Beispiel das Dezernat II / Birk: Schul-, Jugend-, Wohnungs-und Sozialamt sowie Bücherei und Bibliothek und andere Ämter nur über ein Kontsktformular ereichbar, welches im Vorzimmer der Bürgermeisterin auflief. Und als die Vorzimmerdame weggelaufen ist wusste die Nschgolgerin über Wochen nichts von der Aufgabe…..
    Da sind Tausende von Mails aufgelaufen/ verschwunden.

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