Noch ’ne Million versenkt! Oberbürgermeister will Theaterchef jetzt rausschmeißen

4

Bildquelle: Theater Trier

TRIER. Nach der erneuten Budget-Überschreitung gleich um eine ganze Million Euro am Theater Trier, möchte sich Oberbürgermeister Leibe jetzt vom Theaterintendanten Karl Sibelius trennen. Das berichtet der SWR nach Informationen von Sprechern der Stadt Trier.

Es werde momentan intensiv geprüft, ob eine Freistellung oder eine Kündigung rechtlich in Frage kämen. Allerdings muss über einen solchen Schritt der Stadtrat von Trier entscheiden.

Am Montag wurde bekannt, dass am Theater Trier trotz Auflagen und trotz der Einrichtung eines kaufmännischen Kontrollorgans ein weiterer Fehlbetrag von knkapp 1 Million Euro entstanden ist. In einer Pressekonferenz am Montag berichtete der Oberbürgermeister, dass die finanzielle Misere am Theater Trier noch schlimmer sei, als bisher bekannt:

„Zu dem bislang bekannten Fehlbetrag von 1,3 Millionen Euro für das laufende Jahr kommt ein weiteres dickes Minus in Höhe von knapp einer Million Euro“. Dies sagte OB Wolfram Leibe auf der Pressekonferenz des Stadtvorstands am Montag und schloss weitere finanzielle „Überraschungen“ nicht aus. „Ich frage mich, wann endlich jemand die Verantwortung übernimmt“, so OB Leibe.

Der neue Verwaltungsdirektor des Theaters, Herbert Müller, nannte den dicksten Brocken der neuerlichen Budgetüberschreitung: Zusätzliche Honorarkosten für externe Künstler hätten mit 572.000 Euro stark zu Buche geschlagen. Hierzu sagte der OB: „Wir bezahlen das Stammpersonal und zusätzlich noch Gäste. Das will mir nicht ins Hirn.“ Laut Müller reduziert sich das Minus durch die Auflösung von Rückstellungen auf knapp 600.000 Euro. Dieser Betrag müsse, so Leibe, gegenfinanziert werden. Der Verbleib im Entschuldungsfonds werde damit erneut gefährdet.

Kulturdezernent Thomas Egger sagte, die Theaterfinanzen seien „völlig aus dem Ruder gelaufen“. Er betonte, der erneute Fehlbetrag sei im Produktionsbereich entstanden – dem Kernkompetenzbereich des Intendanten Dr. Karl Sibelius. „Wenn ich Zweifel an der Kernkompetenz des Intendanten habe, dann wird an einer Trennung von Herrn Sibelius kein Weg vorbeiführen“, machte Egger deutlich. Zunächt gebe er ihm jedoch die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Derzeit ist Sibelius krank.

4 KOMMENTARE

  1. Im Vorfeld der Einstellung gab es genügend kritische Stimmen die sich gegen den jetzigen Intendanten ausgesprochen und gewarnt haben , aber wo Politik waltet werden keine Vernunftsentscheidungen getroffen , da geht es um Macht und Parteipolitik, Mitschuld trägt auch der verantwortliche Dezernent , der auch wieder nur aus parteipolitischen Gründen, anscheinend ohne jegliche Qualifikation auf diesen Posten gehievt wurde. Beide gehören umgehend in die Wüste geschickt.
    Es ist eine Beleidgung der Bürger dass solche Leute Millionen Steuergelder verschleudern und dafür nicht in die Verantwortung genommen werden.

  2. ja dann weiß ich ja endlich wo all´die Temposünderbußgelder versenkt worden sind ……..
    und die Gesellschaft fragt sich warum es immer mehr “ Kriminelle “ gibt ?
    Die dort oben machen es vor und werden nie zur Rechenschaft gezogen , schlimmer noch ….fette Abfindungen etc . …..

  3. Vor ein paar Jahren wurde die Eishalle dicht gemacht, da man kein Geld dort mehr zuschiessen wollte. Mit diesem Fehlbetrag hätte man die Halle noch ein paar Jahre Weiterbetreiben können. Hiervon hätten viele Familien mit ihren Kindern was von gehabt. Ebenso hätte es noch zwei weitere gut funktionierende Sportvereine in der Stadt gegeben.

  4. Es müsste auch vielmehr herausgestellt werden, was die Grüne Stadtratsfraktion bei der ganzen Affäre für eine unrühmliche Rolle gespielt hat und warum. Lesen Sie sich einfach mal die Meinung der Fraktion der Grünen in der aktuellen Rathauszeitung durch. So was Verqueres scheint für die Trierer Grünen exemplarisch zu sein, auch bei der „eisernen“ Verteidigung eines offensichtlich unfähigen und überforderten Intendanten Sibelius.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.