Ein Tier aus dem Heim aufnehmen? – Besuch im Trierer Tierheim

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Bildquelle: privat

TRIER. Viele Familien, Paare sowie auch Einzelpersonen hätten gerne ein Haustier. Jedoch stellt sich dabei immer die Frage, ob man das Tier bei einem Züchter oder im Tierheim kaufen sollte.

Es gibt viele Vorurteile gegenüber dem Tierheim. Ein Vorurteil lautet beispielsweise, dass die Tiere durch den Aufenthalt im Tierheim verhaltensgestört sind oder unhygienisch gehalten werden. Allerdings stimmt das in den meisten Fällen nicht.

Das Trierer Tierheim wurde in den 50er-Jahren in Euren eröffnet und wegen des nicht idealen Standortes in den 80er-Jahren nach Zewen verlegt. Die Unterhaltskosten betragen etwa 450.000 Euro im Jahr, welche durch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Erbschaften und Zuschüsse von der Stadt aufgebracht werden.

Hunde, Katzen, Kaninchen, Ratten, Meerschweinchen, Gänse, Schafe und ein Ziegenbock werden im Tierheim versorgt.

Wie die Tierheimleiterin berichtet, werden die meisten Tiere abgegeben, weil die Besitzer diese nicht mehr halten wollen oder können, die Tiere ausgesetzt oder vom Staat beschlagnahmt werden. Wenn man ein herrenloses Tier findet, sollte man die Feuerwehr, Polizei oder den Trierer Tierschutz informieren. Ist das Tier jedoch verletzt, kann auch die Tierklinik kontaktiert werden. Sobald die Tiere im Heim abgegeben werden, erfolgt eine tiermedizinische Untersuchung, daraufhin werden diese für zwei bis drei Wochen in Quarantäne gehalten und anschließend auf die Vermittlung vorbeireitet.

Es gibt jedoch auch verschiedene Tiere die nicht vermittelt werden können, diese werden weder ausgesetzt noch wird ein anderes Tierheim für sie gesucht, die Tiere dürfen solange bleiben bis sie sterben.

Nach Aussage der Tierheimleiterin gibt es auch gestörte Tiere, allerdings ist dafür nicht das Tierheim sondern die vorherigen Besitzer verantwortlich. In diesen Fällen wird alles für eine Besserung der Psyche der Tiere getan und versucht deren Verhalten zu verbessern.

Werden die Tiere krank und besteht keine Hoffnung auf Besserung müssen sie keine Schmerzen leiden oder sich quälen. Sofern der Tierarzt sein „Okay“ gibt, werden die Tiere im Tierheim schmerzfrei eingeschläfert.

An vier Tagen der Woche bietet sich die Möglichkeit die tierischen Bewohner des Heimes näher kennenzulernen und mit den Hunden einen Spaziergang zu machen. Wenn der mögliche Besitzer ein Tier nach gewisser Zeit kennen und lieben gelernt hat, kann ein Termin mit der Tierheimleitung vereinbart werden um über eine mögliche Vermittlung zu sprechen. In diesem Gespräch wird genau geprüft ob das Tier in seinem neuen Zuhause artgerecht gehalten werden kann. Das Aufnehmen eines Tieres kostet eine Schutzgebühr, die für alle Tiere gleich ist.

Nach den gesammelten Erkenntnissen ist es zu empfehlen ein Tier aus dem Tierheim aufzunehmen, da manche Tiere in ihrer Vorgeschichte schlecht behandelt worden sind und die Chance bekommen sollten, auch wenn es nur für den letzten Abschnitt ihres Lebens ist, ein schönes und artgerechtes Leben zu haben.

Natürlich kennt das Tierheim nicht immer das genaue Alter des Tieres oder die detaillierte Herkunft und Geschichte. Allerdings muss es nicht immer ein Welpe oder Jungtier sein, wenn man stattdessen einem armen Lebewesen ein schönes Zuhause bieten kann. Die Tiere sind sehr dankbar und zeigen dies den neuen Herrchen und Frauchen durch bedingungslose Treue, Lebensfreude und das gute Gefühl, einem Lebewesen in der Not eine neue Heimat zu geben.

Autorin: Lena Heinemann

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