Verbotene Bilder – Warum Mana Binz jetzt in Morbach ausstellt

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Bildquelle: Mana Binz

MORBACH/ BERNKASTEL-KUES. Die Künstlerin Mana Binz stellt am Wochenende auf Einladung des Morbacher Vereins „Kunst im Gewächshaus“ in der Gärtnerei Berg sieben Bilder aus, die sie in der Akademie Kues in Bernkastel-Kues abhängen musste. Das Verbot der Ausstellung der mobilen Fresken hatte zuvor einen handfesten Kunst-Skandal ausgelöst.

Der Betrachter soll in Bewegung bleiben. Das ist eines der Ziele, die Mana Binz aus Lieser mit ihrem Kunstkonzept „Hidden Gardens“ ( auf Deutsch versteckte Gärten) in Bernkastel-Kues anstrebte. An zahlreichen Standorten in Bernkastel-Kues vom Cusanus-Stift bis zum Kreisständehaus zeigt sie Werke aus rund 20 Jahren als eine Art Zwischenbilanz ihres Lebens.

Inzwischen können sich Kulturinteressierte bei Mana Binz noch mehr bewegen als sonst. Denn „Hidden Gardens“ ist um einen weiteren Standort ergänzt worden: die Gärtnerei Berg in Morbach.

Auf Einladung des gemeinnützigen Vereins „Kunst im Gewächshaus“ werden dort vom 21. bis 23. Oktober Werke der Künstlerin aus Lieser gezeigt, die sie in der Akademie Kues abhängen musste – jetzt unter dem Motto „Forbidden Gardens“ (verbotene Gärten).

Hintergrund: Die die Cusanus Trägergesellschaft Trier (ctt) hatte zwei Tage vor Ausstellungseröffnung mehrere mobile Fresken beanstandet und ihre Entfernung verlangt.

Mana Binz: Es handelt sich um einen „schwerwiegenden Eingriff in die Freiheit der Kunst durch einen mit öffentlichen Mitteln unterstützten Sozialträger“.

Gegenüber lokalo.de erklärte die Künstlerin weiter: „Es entzieht sich meiner Vorstellungskraft, dass zarte Erotik verboten sein soll. Unweigerlich geht mir angesichts des Ortes Seniorenakademie auch das Tabu von Sex im Alter durch den Kopf. Ich hatte diese Bilder in ein Seniorenhaus gehängt, durchaus weil sich mit Zärtlichkeit und sinnlichem Empfinden Erinnerung verbindet. Genau das hatte ich als meine Motivation für diese Hängung auch mit der Leitung der Akademie besprochen. Derzeit suchen wir nach einen Ort als Galerie der verbotenen Bilder. Für mich kam süßer Trost mit einem Rosenstrauß einer lieben Freundin aus alten duftenden Rosen. Einmal ins Gesicht hineingedrückt und die Hoffnung, meine Menschenliebe und meine Lust auf neue Kreativität war wieder da! Gärten und Blumen sind ein Quell des Reichtums und der Lebensfreude, auch unsere inneren Gärten.“

Der Morbacher Verein Kunst im Gewächshaus reagierte mit Unverständnis und spontaner Unterstützung. „Wir finden, dass die Bilder gesehen werden müssen.

Da sie in Bernkastel-Kues nicht gezeigt werden dürfen, bieten wir ihnen einen Platz“, sagt Heiner Berg, erster Vorsitzender im Verein Kunst im Gewächshaus. Trotz allen Ärgers um ihre Bilder freut Mana Binz sich nun auf das nächste Kapitel der Hidden Gardens: die Forbidden Gardens in Morbach. Mana Binz: „Ich bin daher sehr froh, dass nun die verbotenen Bilder‘ in einer realen verwunschenen Gärtnerei im Hunsrück gezeigt werden, einem schönen Ort für natürliche grüne Kunst und die Verbindung von Kunst und Natur.“

Forbidden Gardens, Ausstellung bei Kunst im Gewächshaus, Gärtnerei Berg in Morbach, an der B 269 Richtung Birkenfeld, Vernissage am Freitag, 21. Oktober, 19 Uhr, Kunsthistoriker Dr. Richard Hüttel spricht über Kunstfreiheit und Zensur. Samstag, 22. Oktober, 8 bis 14 Uhr, Sonntag, 23. Oktober, 11 bis 18 Uhr.

Kontakt:
Mana Binz, Telefon 06531/97090, E-Mail info@mana-binz.de
Kunst im Gewächshaus, Heiner Berg 06533/3548,
E-Mail heiner.berg@t-online.de

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