6-Meter-Monster-Marx am Simeonstift nicht ganz unumstritten

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Die Karl-Marx-Statue auf dem Teatralnaya Square in Moskau vor strahlend blauem Himmel für den Beitrag
Karl-Marx-Statue auf dem Teatralnaya Square in Moskau (Symbolbild)

Bildquelle: allposters.com

TRIER. Anlässlich seines 200. Geburtstages 2018 schenkt die chinesische Staatsregierung der Stadt Trier eine 6,30 m hohe Bronze-Statue von Karl Marx. Das Gastgeschenk soll seinen Standort am Simeonsstiftplatz in Trier bekommen. Der neue Platz für die Riesen-Marx-Statue gefällt aber durchaus nicht jedem.

Erst sollte die imposante Marx-Skulptur ihren Standort am Karl-Marx-Haus bekommen. Doch wegen des XXL-Formats des Bronze-Ungetüms ließ die Stadt diese Pläne aus Platzmangel schnell wieder fallen.

Nun soll der Koloss von 6 Meter an der rechten Flanke des Simeonsstiftplatzes, hin zum Margeretengässchen sein neues Zuhause finden.

Die vom international renommierten chinesischen Künstler und Bildhauer Wu Weishan gefertigte Skulptur erreicht dann mit Sockel eine wirklich gigantische Höhe von 6,30 m.

Kritiker bemängeln vor allem, dass man den neuen Standort „über die Köpfe der Bürger hinweg“ beschlossen habe, ohne die Bürger auch nur in irgendeiner Form zu befragen. Andere Meinungen richten sich gegen die Installation einer Marx-Statue überhaupt. Man würde zu sehr auf asiatische Besucher eingehen und der „Simeonsstift“ sei eigentlich ein Platz zu Ehren des Eremiten Simeon und der falsche Platz „um einen Kommunisten zu huldigen“.

Die Stadt dagegen freut sich über das Gastgeschenk und sieht in dem Monument Marx am Simeonstift auch eine weitere Attraktion für die Stadt und den Tourismus.

4 KOMMENTARE

  1. Es gibt ja auch eine Hanns-Martin-Schleyer-Strasse in Trier, der war immerhin Untersturmführer bei der Waffen-SS und Antisemit und hat sich nie davon distanziert.
    Hingegen kann der Marx nichts dafür, dass seine an sich guten Ideen nach seinem Tod missbraucht wurden und ein Kommunist war er auch nicht weils das damals noch nicht gab.

  2. Allen Ernstes gehört es zum Anstand ein Geschenk anzunehmen. In dem Falle wegen der übergroßen Höhe von 6,30 m wäre es ratsam den UNI-Platz vor der Mensa als Aufstellungsort zu nehmen. Dort stünde Karl Marx sehr wirkungsvoll, würde sich gut integrieren und optisch passabel wirken. Auf dem Simeonstiftplatz stände er voll deplatziert. Dort gehört er nicht hin! Wer hat denn das eigentlich entschieden??? Wenn es die Oberen der Stadt sind, dann ist das gegenüber den Bürgern der Stadt Trier eine Frechheit. Das ist keine Demokratie; das ist Despotie!

  3. Ich persönlich fände es auch sehr an der Zeit, darüber zu diskutieren, ob in unserer Zeit die Kaiser-Wilhelm-Brücke noch so heissen muss. Durch den von diesem dummen Militaristen mitangezettelten 1. Weltkrieg sind zb zwei meiner Urgrossväter ums Leben gekommen und Bauwerke nach diesem Blödmann zu benennen passt nicht mehr in unsere Zeit. Die Reichsautobahnen wurden ja auch unter Hitler gebaut aber niemand käme auf die Idee, deshalb eine Autobahn „Adolf-Hitler-Autobahn“ zu nennen, obwohl Autobahnen zweifellos ein wichtiger Teil unseres Lebens sind.

    • Der Adolf Htler Platz ist heute wieder der Porta Nigra Platz , keine Autobahn in Deutschland hat einen Namen der an eine historische Person erinnert. Man kann Umbenennungen aber auch übertreiben, für den historischen Kontext ist es nicht immer notwendig die Kaiser Wilhelm Brücke wurde im Kaiserreich errichtet, ich habe auch das Theater um das Hindenburg Gymnasium nicht verstanden, Hindenburg war eine historische politische Person
      deren Wirken Folgen für die Geschichte hatte. Man kann und sollte Geschichte nicht tilgen.

      Karl Marx war unter anderem ein Philosoph dessen Dogmen den Anstoss gegeben haben die Welt zu verändern, was daraus wurde haben andere bestimmt nicht er und ich finde man kann sein Andenken ehren.

      Wo sein Denkmal einen Platz findet sollte man die Einwohner bestimmen lassen.

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