Kommentar zur Eintracht: Niedergang eines Traditionsvereins

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Blick auf das Trierer Moselstadion und unter Fluchtlicht spielt die Eintracht.
Das Trierer Moselstadion unter Fluchtlicht.

Bildquelle: Privat

TRIER. Kaum ein halbes Jahr ist es her, als in Trier die Euphorie so groß war, dass man die Worte Aufstieg und 3. Liga in den Mund nahm. Jetzt, im September 2016 sieht es nach einem dunklen Herbst und einem noch kälteren Winter für die Trierer Eintracht aus.

Kommentar von „einem besorgten Fan“:

Es sollte eine so gute Saison werden für die Eintracht. Nach sehr guten Leistungen in der letzten Saison sind viele im Umfeld der Trierer mit hohen Erwartungen an die neue Spielzeit gegangen.
Jetzt, nach nur 9 Spieltagen sieht der Alltag anders aus. Platz 18 in der Tabelle, nur 5 magere Punkte. Kein Biss, kein Kampfgeist, keine Spielkultur. All das, was die Eintracht im letzten Jahr stark gemacht hat, wird nun gesucht.

Für die Fans sind die Schuldigen gefunden. Trainer Peter Rubeck und der sportliche Leiter Heinar Semar. Beide stehen in der harschen Kritik in den sozialen Medien und rund um das Moselstadion, haben sie augenscheinlich bei der Kaderplanung Fehler begangen.

Mit Hammel, Gerlinger, Rugg, Spang und Buchner, um nur einige zu nennen, wurden Spieler aus Trier ziehen gelassen, die in der letzten Saison noch geholfen haben und hoch gelobt wurden. Nehmen wir als Beispiel Christopher Spang. Das junge Trierer Eigengewächs spielte in der letzten Saison eine wichtige Rolle im Mittelfeld und war einer der Leistungsträger. Nun passiert das, was im Sport so an der Tagesordnung ist. Der Spieler verlangt mehr Geld. Sein gutes Recht. Und wer Spang kennt, weiß, dass er kein Millionengehalt gefordert hat. Der Verein lehnte ab, es kam zum Bruch zwischen den beiden Parteien und Spang wurde Geldgier vorgeworfen.

Neue Spieler mussten also her. Die bekam Rubeck auch. Nur konnte man wirklich erwarten, dass die Spieler die Abgänge ersetzen können? Man konnte es wenigstens hoffen. Dass diese Hoffnungen nach nur kurzer Zeit nicht erfüllt wurden passiert nun mal. Die Mannschaft muss sich erst finden, Laufwege abgestimmt werden. MOMENT. Wieso verfalle ich in die gleichen Plattitüden, wie Trainer und Manager, wenn es um ihr sportliches Überleben geht? Wozu gibt es denn die Vorbereitung, in der man in Testspielen und unzähligen Trainingseinheiten Zeit hat, eine Mannschaft zu formen, die spätestens nach 3 Spieltagen Erfolge vorweisen kann. Aber das hat die Eintracht nicht geschafft. Woran liegt es also? Meiner Meinung nach ergeben sich hier zwei Möglichkeiten.

1. Der Trainer hat es nicht geschafft, eine Mannschaft aus dem Rohmaterial zu formen. Oder Möglichkeit 2: die Rohmaterialien lassen es einfach nicht zu, erfolgreich zu spielen. Eine Kombination der beiden ist wohl am wahrscheinlichsten. Wenn ich mir die Pässe von Spielern anschaue, fühle ich mich doch sehr in die Zeit meiner D-Klassen-Zugehörigkeit erinnert, wo man Glück haben musste, wenn ein Pass über 5 Meter den Mitspieler fand. Jedoch kann man keinem einzelnen Spieler einen Vorwurf machen. In einer Mannschaft ohne System und wirkliche Startelf ist es auch schwer. Vielleicht erkennen einige Spieler aufgrund der Rotation die Mitspieler auch gar nicht mehr.

Es ist traurig, was sich gerade in der Stadt Trier abspielt. Eine Mannschaft ohne spielerische Fähigkeiten, ein Trainer und sportlicher Leiter, die beide wenig Hoffnung auf kurzfristige Erfolge machen und ein Vorstand und Aufsichtsrat, die keine Anstalten machen, zu reagieren. Die sich aber auch nicht zu dem Thema äußern. Aufsichtsrat = Aufsichtspflicht, meine Damen und Herren.
Nun fordern die Fans halt Konsequenzen. „Rubeck raus“, „Vorstand raus“, Semar raus“!
Allzu verständlich bei der derzeitigen sportlichen Lage. Und diese Forderungen sind hausgemacht. Klare Positionierungen gibt es von den Vereinsoberen nicht. Die Fans fühlen sich im Stich gelassen und teilweise verarscht, wenn sich die Verantwortlichen nach den Spielen nicht mal mehr zu Fans gehen, weil sie wohl die Auseinandersetzung scheuen. Oder ist es etwas Anderes? Immerhin bezeichnete Semar sich und Rubeck zu Zweibrücker Zeiten im Jahr 2014 schon mal als Diktatoren. Und die lassen ja bekanntlich keine weiteren Meinungen als die eigenen zu. Vor allem nicht, wenn man auch finanziell etwas für die klammen Kassen der Eintracht getan hat.

Mal schauen und hoffen, was in den nächsten Tagen rund ums Moselstadion passiert. Das etwas geschehen muss, steht außer Frage. Sonst wird die Eintracht in der nächsten Saison Auswärtsspiele in Richtung Salmrohr in Angriff nehmen. Und das nicht nur zum Rheinland-Pokal.

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